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Software-defined Networking im großen Stil

Telefónica steuert seine 30.000 Richtfunkverbindungen über eine neue standardisierte SDN-Schnittstelle. Der Telekommunikationsanbieter hat hierfür eine herstellerübergreifende SDN-Schnittstelle in seinem O2-Mobilfunknetz geschaffen. Diese ist mit verschiedenen Richtfunksystemen kompatibel, sodass Änderungen an den Richtfunkverbindungen einheitlich über alle Hersteller und nahezu in Echtzeit umsetzbar seien.
Telefónica steuert seine Richtfunkverbindungen nun per Software-defined Networking.
Telefónica [1] hat die Integration seiner rund 30.000 Richtfunkverbindungen auf die neue Schnittstelle "NETCONF" über den offenen SDN-Controller "Open Daylight" abgeschlossen. Dabei kommt der aktuelle Schnittstellenstandard der Open Network Foundation "ONF TR-532" zum Einsatz. Damit verfüge der Telekommunikationsanbieter nun über eine einheitliche Software-Schnittstelle auf spezifische Hardware verschiedener Hersteller zugreifen. Alle Anwendungen für das Netzmanagement und die weitere Automatisierung seien somit herstellerunabhängig angelegt.

Schnellerer Netzausbau

Erste Anwendungen seien bereits für die Systeme aller Richtfunkpartner verfügbar, sodass Telefónica das Netz für seine Kunden noch zielgerichteter ausbauen könne: Das Unternehmen kann nach eigener Aussage die Abnahmeprozedur einer neuen oder geänderten Richtfunkstrecke mittlerweile vollends automatisieren.

Auch Änderungen an Richtfunkknoten seien nun binnen weniger Sekunden möglich. Diese könnten zentral über alle Richtfunksysteme verschiedener Hersteller hinweg ins Netz eingespielt werden – unabhängig davon, ob es sich um die Integration neuer Richtfunklinks, neue Routings für den Datenverkehr oder grundsätzliche Änderungen in den Netzkonfigurationen handle. In der Vergangenheit benötigten solche Änderungen teils bis zu 24 Stunden zur finalen Umsetzung im Netz.

In Zukunft könnten die SDN-basierten Anwendungen nahezu unverändert auch mit moderneren Richtfunksystemen oder Systemen neuer Hersteller zusammenarbeiten. Dies vereinfache bereits jetzt die Wartung und Anpassung komplexer Netzmanagement- und Netzausbau-Prozesse deutlich.

Grundlage für neue Technologien
Die neue, vereinheitlichte Schnittstelle bilde zudem die optimale Grundlage für künftige Anwendungen, die mittels künstlicher Intelligenz und Machine Learning automatisiert die Verfügbarkeit und Netzauslastung im ganzen Richtfunknetz analysieren und verbessern könnten.

Telefónica hat für die Implementierung mit seinen Partnern Ericsson, Huawei, SIAE Microelettronica, TechMahindra, Wipro und highstreet technologies/FRINX sowie mit der Open Network Foundation (ONF) zusammengearbeitet.
22.12.2021/dr

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