Fachartikel

Seite 2 - Ganzheitliches Monitoring von Strom und Umgebung im Rechenzentrum

Installation und Einrichtung
Den wohl markantesten Unterschied zu herkömmlichen Lösungen erfahren RZ-Profis bei der Implementierung des Funksystems: Nachdem die Einheiten für das Umgebungs-Monitoring platziert und aktiviert sowie die Stromkabel mit den integrierten Messmodulen angeschlossen worden sind, beginnen sich diese automatisch selbst zu konfigurieren, nehmen ihre Messtätigkeit auf und tauschen ihre Daten im Funknetzwerk aus. Der bei anderen Monitoring-Lösungen dafür übliche Verkabelungs- und Konfigurationsaufwand entfällt. Lokal werden die wichtigsten Messdaten über ein Display angezeigt, das direkt in das Gehäuse der Mess- und Sensormodule integriert ist

Zentral laufen alle Messdaten an einem Gateway zusammen, die darüber per SNMP oder Modbus TCP/IP entweder an ein dediziertes Benutzerinterface als Web- beziehungsweise Cloud-Anwendung oder an bestehendes Datacenter- oder Gebäude-Management-Applikation übertragen werden. Das systemeigene Verwaltungstool bereitet die Messdaten zu Ist- und Trendreports zur Stromnutzung auf Gebäude-, Raum-, Verteilungs-, Rack- oder Geräteebene und zu Umgebungsparametern für jeden Raum, pro Rackreihe, Rack oder auch für die unterschiedlichen Ebenen und Höhenlagen in einem einzelnen Schrank auf.

Über Dashboard-Anzeigen oder in tabellarischer Form lassen sich so etwa die Verbrauchswerte für jedes IT-Gerät, die Auslastung von Verteilungen und einzelnen Abgängen sowie Temperatur-, Druck- und Feuchtewerte an den Racks, Stromkosten und CO2-Emission ablesen. Wie die Verwaltungsplattformen von anderen Monitoring-Systemen auch gestattet es die Vordefinierung von Schwellenwerten für kritische Strom- und Umgebungswerte, sodass bei deren Überschreitung automatische Warnmeldungen per SNMP oder Email ausgelöst werden.

Erweiterungen und Kapazitäten
Stehen Erweiterungen an, wird das neue Umgebungs- oder Strommessmodul einfach am gewünschten Ort platziert beziehungsweise im Netzkabel integriert oder als Stand-Alone-Modul an eine Verteilung angeschlossen. Die restlichen Schritte laufen, wie schon geschildert, selbstkonfigurierend und nahezu vollautomatisch ab. Ein Gateway erfasst und transferiert die Daten von bis zu 300 Monitoring-Modulen. Durch die Einrichtung zusätzlicher Gateway-Instanzen lässt sich die Zahl der Sensor- und Messmodule theoretisch ohne Begrenzung erhöhen.

Redundanz und Sicherheit
Wie bei kabelbasierten Monitoring-Systemen auch werden die übertragenen Messdaten mit einem Zeitstempel versehen über ein Verwaltungstool protokolliert und gespeichert. Der Transfer der Messdaten kann beim Funksystem genauso wie bei kabel- oder IP-basierten Lösungen verschlüsselt erfolgen. Im Falle einer Netzwerkstörung oder eines Stromausfalls schützt bei der Funk-Lösung eine in die Monitoring-Module integrierte Keep-Alive-Funktion vor einem Verlust der erfassten Daten.


Bild 2: Das Zusammenspiel aller Module einer Packet Power Monitoring-Lösung für Strom und Umgebung im Überblick.

Durch die Option, neben einer primären Gateway-Instanz ebenfalls zusätzliche Backup-Gateway-Instanzen einzurichten, lässt sich eine mehrfache Redundanz herstellen. Da die Gateways ihre Datenbanken in sehr kurzen zeitlichen Zyklen miteinander synchronisieren, bleiben die Daten auch bei länger anhaltenden Betriebsstörungen vollständig erhalten.

Um sicherzustellen, dass nur autorisierte Personen Zugriff auf die Messdaten erhalten, lassen sich über das Verwaltungssystem der Funklösung abgestufte Nutzungs- und Zugriffsebenen einrichten. Neben der erhöhten Sicherheit stellt dies auch einen weiteren, ganz handfesten Nutzen für zum Beispiel für Housing- und Hosting-Anbieter dar: Sie haben so die Möglichkeit, ihren Kunden dedizierte Reports zur Stromnutzung zur Verfügung stellen zu können.

Fazit
Lösungen zum Monitoring von Strom- und Umgebungsparametern bieten dem RZ-Personal die zentrale Leitwarte, um IT-Ressourcen effizienter zu nutzen und Strom sowie CO2-Emission einsparen zu können. Als Mess- und Kontrollwerkzeug überwachen sie die Leistungsabnahmen und Auslastungen von allen Verteilungen sowie Umgebungswerte. Sie warnen bei Unregelmäßigkeiten oder Leistungsverdichtungen sowie bei kritischen Umgebungsbedingungen. Ferner fungieren Sie als Optimierungstool, das Leistungsgrenzen oder auch -reserven aufzeigt und eine bessere Lastverteilung im Rechenzentrum ermöglicht. Last but not least sind derartige Systeme auch Evaluationstools und liefern die Messwerte für eine solide und fortwährende Ermittlung der PUE (Power Usage Effectiveness) oder individuelle Leistungskennzahlen zur Beurteilung der Effizienz des Verhältnisses von Energieeinsatz und Performance in der eigenen RZ-Umgebung.

Wie gezeigt decken funkbasierte Monitoring-Lösungen das ganze Leistungsspektrum ab und stellen eine interessante Alternative zu kabelgebundenen oder IP-basierten Monitoring-Systemen dar. Punkten können die Systeme vor allem durch die einfache, schnelle und kabelfreie Installation in bestehenden Umgebungen sowie die automatisch ausgeführte Selbstkonfiguration ihrer Messmodule. Weiter dürfte für Anwender interessant sein, dass sie mit einer Minimallösung beginnen und das modular aufgesetzte System punktgenau und ohne Limitierung erweitern können. Überzeugen kann auch das Konzept für die Sicherung und den Erhalt der Daten durch die Keep-Alive-Funktionalität und die Option, über multiple Gateways eine mehrfache Redundanz herzustellen. Anwenderfreundlich und kompatibel gestaltet sich die Systemverwaltung über eine dedizierte Benutzerschnittstelle oder eine übergreifende DCIM- oder BMS-Lösung.

Kurz und gut: Verbessern lässt sich in der Tat nur, was auch zu messen ist – und dies umso besser, je besser das Werkzeug für die Messung ist.

   
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18.02.2015/ln/Jörg Poschen, Senior Marketing Manager bei der Daxten GmbH

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