Fachartikel

Anwenderbericht: Effiziente IT-Prozesse im Landmaschinenhandel

Anbieter von Landmaschinenteilen müssen ihre Kunden möglichst schnell und zuverlässig mit den entsprechenden Ersatz- und Verschleißteilen beliefern. Auch der Industriehof Scherenbostel aus Wedemark beliefert rund 5500 Kunden mit entsprechenden Gerätschaften. Aufgrund stark gestiegener Kundenzahlen genügte die Infrastruktur für den bestehenden Webshop nicht mehr. Der Anwenderbericht skizziert, wie das Unternehmen mit der Installation von zwei IBM System Power 720-Maschinen mit dem Betriebssystem i5/OS für eine skalierbare und virenresistente Architektur sorgte.
Ein Serverraum des Industriehof Scherenbostel befindet sich in einem alten Bauernhaus – von außen nur durch die Kühlung ersichtlich.
Das Unternehmen Industriehof Scherenbostel Heinrich Rodenbostel GmbH aus Wedemark / Scherenbostel ist ein führender Anbieter von Landmaschinenteilen in Europa. Die Firma beliefert seit 1975 Industrie, führende Erstausrüster und den Fachhandel mit Ersatz- und Verschleißteilen sowie Komponenten zu deren Bau. Eine große Sortimentstiefe, hohe Verfügbarkeit und schnelle Lieferung von Landmaschinenteilen sind die Zielgrößen des Unternehmens. Die technische Abteilung ist ein innovativer Partner für Hersteller und entwickelt Komponenten für den Bau neuer Landmaschinen.

Rund 50 Mitarbeiter sorgen dafür, dass die Kunden zum richtigen Zeitpunkt mit bestem Preis-/Leistungsverhältnis ihre qualitativ hochwertige Ware erhalten. "Wir sind ein familiengeführtes Unternehmen und setzen auf unsere langfristigen Beziehungen in der Branche. Daher arbeiten wir auch konsequent Neuerungen in unser Maschinensortiment ein, da die Gerätschaften auch einem kontinuierlichen Wandel unterliegen", so Sven Slowak, Projekt-Manager am Industriehof Scherenbostel.

Hohe Frequentierung des Webshops
Für die hohen Auftragsvolumina wurde für die Kunden ab dem Jahr 2001 ein Webshop programmiert, in welchem rund 10.000 Landmaschinenteile verfügbar waren. Die Artikel werden auf großen Stellflächen in den Lagerhallen aufbewahrt, die einer chaotisch-dynamischen Lagerplatz-Verwaltung unterliegen. Bis zum jetzigen Zeitpunkt wuchs das Artikelsortiment auf rund 20.000 Teile an, sodass nicht nur der Datenverkehr im Shop enorm stieg, sondern auch elektronische Steuerprüfungen sowie die gesamten Rechnungsabschlüsse das damalige System schlichtweg überforderten. Das Lager wurde aufgrund des Artikelanstiegs um 5.000 Quadratmeter erweitert.

Vom Altsystem zur IBM AS/400
Das bis zum Jahr 2004 eingesetzte Server-System des Industriehof basierte auf einer Cobol-Programmierung und war dementsprechend nicht mehr zeitgemäß. Der Support seitens des Systemhauses war bereits eingestellt. Zudem war es extrem absturzgefährdet und war mit wenig aktuellen Programmen kompatibel. Daher entschied sich das Unternehmen im Jahr 2004 auf eine i-series AS/400 (Modell 500) von IBM mit der ERP-Software International Business Systems von IBS Enterprise umzusteigen.

Doch auch dieses System kam aufgrund des hohen Datenaufkommens hardwareseitig schnell an seine Grenzen und hatte oft eine Auslastung, die 75 Prozent überstieg. "Beispielsweise bei Monatsabschlüssen haben wir bemerkt, dass wir viele Reporte nicht gleichzeitig downloaden oder ausdrucken konnten. Zudem war es möglich, dass bei einer laufenden Operation andere Anwendungen einfach nicht gestartet werden konnten, da die Ressourcen des Systems einfach überlastet waren", so Slowak.

Gesucht wurde daher eine Hardware, der neben hoher Performance auch die Anbindung von aktuellen Technologien sowie Software zulässt. Neben genügend freien Ressourcen sollte das System zudem skalierbar sein. Eine weitere wichtige Anforderung wurde aufgrund der ländlichen Lage und der damit verbundenen schwachen Netzabdeckung und sporadisch vorkommenden Stromschwankungen aufgesetzt: Das System sollte sowohl absturzsicher und im Fall von Archivierungen auch Krisensicherheit bieten.

Hinsichtlich der leistungstechnischen Daten wurde ein System gewünscht, das genug Kapazität für die Webshop-Integration als auch für die Unterstützung von E-Bilanz sowie die Grundsätze zum Datenzugriff und zur Prüfbarkeit digitaler Unterlagen (GDPdU) bietet. Zudem war dem Anwender wichtig, dass die Abwicklung von elektronischen Steuerprüfungen sowie Integration von Fax und Mail sowie mobiler Geräte möglich ist. Auch modernes Warehouse Management sollte für zukünftige Transaktionen einrichtbar sein sowie die damit verbundene Anbindung von Kunden und Logistikdienstleistern.

IBM beauftragt Netzlink
Der Industriehof wandte sich mit seiner Anfrage direkt an IBM, die für die Umrüstung ihren Premier Business Partner, das Systemhaus Netzlink aus Braunschweig, weiterempfahlen. Die Netzlink-Experten fanden sich am Industriehof ein und nahmen nach einem intensiven Brainstorming die Anforderungen auf. Nach Sichtung der Räumlichkeiten wurde folgender Entschluss gefasst: Für genügend Performance und Speicherkapazität sollte die Single-Server-Lösung zwei IBM System Power 720 Maschinen mit dem Betriebssystem i5/OS weichen.

Die IBM Power Systems Server zeichnen sich durch eine skalierbare und virenresistente Architektur aus, die sich aufgrund ihrer außergewöhnlichen Ausfallsicherheit in vielen Projekten bereits bewährt hatten. Softwareseitig sollte das Programm iTerra zum Einsatz kommen, wodurch die beiden Maschinen durch Softwarereplikation aller relevanten Anwendungen und Daten Hochverfügbarkeit garantieren. Zudem sollten diverse Netzwerkkomponenten, wie beispielsweise Switches, aus Altersgründen getauscht werden.

Ergänzt werden sollte die Lösung durch zwei IBM TS3100 Tape Librarys zu Backup- und Archivierungszwecken. "Unsere Aufgabe ist nicht nur die Lieferung von Komponenten, sondern auch die Konstruktion und die Designanpassung von Werkzeugen für beispielsweise Erstausrüster. Daher müssen wir für unsere Arbeit über entsprechend schnelle Rechner sowie Speichermedien und einem zentralen Backup verfügen. Denn wir müssen sichergehen können, dass unsere Daten bei einem Absturz nicht verloren sind", erklärt Slowak.

Auflagen von der Feuerversicherung
Eine der Vorgaben war die räumlich getrennte Installation der IBM-Power-Maschinen. Dafür musste seitens der Gebäude- und Feuerversicherung verschiedene Auflagen erfüllt werden. "Wir haben zusammen mit den Kollegen von Netzlink zwei völlig neue Räume kreiert, die modernsten Anforderungen genügen", erklärt der Projekt-Manager. Die Anforderungen beinhalteten beispielsweise eine energieeffiziente Kühlung, durch die das Ableiten der Wärmemenge nach außen und den Einzug von Frischluft nach innen möglich ist.

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14.10.2015/ln/Sven-Ove Wähling, Geschäftsführer der Netzlink Informationstechnik GmbH

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