Fachartikel

Seite 2 - Anwenderbericht: Effiziente IT-Prozesse im Landmaschinenhandel

Der erste Serverraum befindet sich heute in einem alten Bauernhaus und ist von außen nicht als solcher erkennbar. Zur Kühlung wird das sogenannte "Free Cooling"-Verfahren angewendet, das heißt, wenn die Außentemperatur niedrig genug ist, wird kalte Frischluft von außen zur Kühlung der Serverräume verwendet. Ein Kältekompressor ist optional zuschaltbar, wenn die Außentemperaturen sehr hoch liegen. Der Hauptserverraum ist von Büros umgeben und verfügt über eine moderne Kühlung, die keine Geräuschbeeinträchtigung für die Mitarbeiter mit sich bringt. Beide Räume sind zudem mit Feuerlöscheinheiten versorgt.

Reibungsloser Übergang zum neuen Power-System
Nach einer Konzeptausarbeitung von rund vier Wochen wurden die Maschinen geliefert und es begann die physische Montage. Nach rund einer Woche konnte die gesamte Hardware ohne technische Einschränkungen in Betrieb genommen werden.

Netzlink konfigurierte die Power-Maschinen in den neugeschaffenen Räumen und richtete auch die ESX-Server mit der entsprechenden VMware-Software mit entsprechenden Speichermedien und Datensicherungstools ein. "Aktuell wurde zusätzlich ein weiteres Datensicherungssystem vom Unternehmen WIM eingerichtet für Wiederherstellungszwecke. Somit sind wir in noch einer weiteren Stufe datentechnisch abgesichert", so Thomas Anderla, technischer Leiter des Industriehof Scherenbostel.

Nach Inbetriebnahme des neuen Systems waren die Vorteile bereits nach kurzer Zeit sichtbar. Das System verzeichnete keine Abstürze mehr und war auch bei erhöhter Skalierung sehr stabil. "Durch die Einrichtung von zwei unabhängig und redundanten Maschinen haben wir aktuell die höchste Verfügbarkeit von 99 Prozent", freut sich der Projekt-Manager. Dies mache sich insbesondere im Falle der Peripheriegeräte wie Drucker, Scanner, Blackberry bemerkbar. Denn die Daten der zuvor jeweils selbstständig verwalten Geräte waren im Falle eines Defekts oder Ausfalls gänzlich verloren.

Aktuell läuft sämtliche angeschlossene Hardware über die VMware über zwei Server und eine zentrale Speichereinheit, sodass die Mitarbeiter im Falle eines Ausfalles ein sicheres Backup haben. Durch die Einbindung der neuen Speichermedien ist auch die Krisensicherheit gegeben, denn die Daten sind über zehn Jahre in elektronischer Form speicherbar. "Dies bedeutet, dass die Daten steuerrechtlich gesehen auch in zehn Jahren noch von am Markt befindlichen Geräten lesbar und reproduzierbar sind", erklärt Slowak.

Enorme Ressourcen und dynamische Prozessorverwaltung
Auch die tägliche Arbeit wurde beispielsweise im Rahmen des Monatsabschlussreports optimiert. Die Maschinen bieten genug Ressourcen für die rund 250 Rechnungserstellungen und sind maximal bis zu 30 Prozent ausgelastet. "Heute drückt unsere Mitarbeitern auf einen Knopf und der Drucker fängt schon an die Rechnungen auszuwerfen. Und nebenbei läuft die Statistikerstellung unserer Buchhaltung. Das war damals schlichtweg unmöglich", so Anderla. Falls dennoch künftig der Wunsch bestehe mehr Prozessorleistung zu haben, könne dies einfach im System über Freischaltung eines weiteren Prozessors eingestellt werden. "Zudem besteht die Möglichkeit bei den Power-Maschinen den Prozessoren bestimmte Jobs zuzuweisen und kritische Prozesse mit besonders viel Leistung zu versorgen", so Slowak.

Einwahl in das Netzwerk auch von außen
Auch für die Mitarbeiter im Außendienst hat sich die Arbeit verbessert. Diese können sich nun bequem mobil in das Netzwerk vom Industriehof einwählen und beispielsweise Aufträge anlegen oder sich auch selbst Daten auf ihr mobiles Gerät herunterladen. "Dies war vorher nur über ein Extra-Modem mit geringem Datendurchsatz realisierbar ", so der Projekt-Manager.

Für die Sicherung der GDPdU wurde eine Hochverfügbarkeitslösung mit einem 1 TByte Datenspeicher eingerichtet. Diese Lösung sichert die Daten über Kreuz, was bedeutet, dass in jeder Sekunde immer eine Spiegelung der Maschine durchgeführt wird. "Falls also eine Produktionsmaschine ausfallen sollte, kann die Backup-Maschine als neue Produktionsmaschine fungieren", so Sven Slowak. Zudem sei ein weiterer Vorteil, dass nicht für beide Server eine Lizenzierung notwendig ist, denn sobald eine Maschine ausfallen sollte, wird automatisch die Lizenz auf die andere Maschine übertragen. "Diesen Vorteil hat IBM bewusst forciert und bringt uns einen enormen Kostenvorteil, denn Software-Lizenzen können sehr preisintensiv werden", erläutert Slowak.

Im Falle von technischen Problemen, die vom Industriehof nicht selbst gelöst werden können, besteht über ein Virtual Private Network auch Support von Netzlink selbst. Über Fernzugriff kann jederzeit durch einen Experten eine Wartung vorgenommen werden.

Fazit
Nach Auskunft von Slowak sollten die Maschinen auch zukünftig genügend Ressourcen zur Verfügung haben. In rund drei bis vier Jahren hält es der Projekt-Manager höchstens für möglich mehr Festplattenkapazität zu installieren. Zudem soll das Scannen und die Archivierung der Eingangsrechnungen elektronisch erfolgen.

   
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14.10.2015/ln/Sven-Ove Wähling, Geschäftsführer der Netzlink Informationstechnik GmbH

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