Fachartikel

Seite 2 - Hybride Clouds erfolgreich planen

Risiken dürfen die Zukunft der Daten nicht gefährden
Als Marty in den DeLorean einstieg, fand er sich selber in einer zeitverändernden Kettenreaktion wieder, die drohte, ihn für immer in der Vergangenheit festzuhalten. Die Zeitreise barg enorme Risiken in sich und dies ist bei neuen Technologien ähnlich.

Die IT sollte deshalb unbedingt Sicherheit und Risiken abwägen, bevor das Unternehmen ein hybrides Cloud-Modell implementiert, da ansonsten Sicherheitslücken und Verbindungsunterbrechungen drohen. Viele Unternehmen haben bezüglich der Cloud-Sicherheit Bedenken, allerding traten in den vergangenen Jahren die umfassendsten Sicherheitslücken bei privaten Rechenzentren auf – und nicht bei Public-Clouds. Dessen ungeachtet sind Unternehmen angreifbar, sobald sie Daten mittels Internetverbindungen übertragen und diese auf öffentlich zugänglichen Speicherorten ablegen. Um dies zu verhindern, setzen die meisten Anbieter von Cloud- und Migrationservices Sicherheitsmaßnahmen ein und verschlüsseln sämtliche Daten, bevor sie diese übertragen oder speichern.

Sollte der Cloud-Anbieter vom Markt verschwinden, müssen Unternehmen sicherstellen, dass ihre Continuity-Lösung auch in Cloud-Umgebungen und auf verschiedenen Plattformen funktioniert. Es gibt immer noch zahlreiche Unternehmen, die ihr Backups auf Band bereithalten. Mit einer plattformunabhängigen Lösung für Business-Continuity- und Disaster-Recovery könnten sie ihre Daten aber auch in einer beliebigen Cloud wiederherstellen. Eine effektive Continuity-Lösung sichert Daten und Arbeitsaufkommen und schützt so wertvolle Informationen. Plattformunabhängige Lösungen bieten zudem umfassenden Schutz für Unternehmen, die Ausfallsicherungen und Backups unabhängig von der Umgebung erledigen wollen und auf andere oder neu entstehende Plattformen wechseln möchten.
Generell tun Unternehmen gut daran, sich bei Daten-Management und Migration nicht nur auf einen Anbieter zu verlassen, da sich die Vorgehensweisen der Anbieter ändern können. Es gibt schlicht und einfach noch keine Institution, welche die Cloud zentral regulieren würde. Plattformunabhängige Lösungen schließen diese problematische Lücke funktionieren über verschiedene Cloud-Management-Plattformen und –Anbieter hinweg. Diese Herausforderung stellt sich beispielsweise bei Unternehmen, die ihre Rechenzentren über verschiedene geografische Regionen hinweg betreiben. Flexible Software ist hier entscheidend, weil sich hybride Clouds der jeweiligen Gesetzeslage der Region anpassen müssen.

Selbstbedienung durch die Nutzer ist eine ebenso schwerwiegende aber weit weniger offensichtliche Risikoquelle. Ein möglicher Weg, um sich davor zu schützen, sind Richtlinien, die das Verantwortungsbewusstsein der Mitarbeiter schärfen. Um derartige Selfservice-Clouds bedenkenlos einführen zu können, sind zahlreiche Prozesse und Methoden nötig. Die Umsetzung gelingt allerdings nur erfahrenen Unternehmen, die sich auf klar definierten Prozesse stützen. Ansonsten droht die Serverstruktur noch weiter zu wuchern und die Zahl nicht-unterstützter und nichtgenehmigter Anwendungen steigt weiter (die sogenannte Shadow-IT).

Wie Daten zusammenführen
Will die IT die Datenschutzrichtlinien über hybride Cloud-Umgebungen hinweg vereinheitlichen, muss sie bestimmte Herausforderungen immer im Blick behalten. Wie Marty im Film auf seinem Hoverboard schwebt, können auch Unternehmen verschiedene Ressourcen als Hoverboard für Daten nutzen, um damit Gefahren auszuweichen und sich abzusichern.

Ein gutes System-Management-Tool kann über hybride Cloud-Umgebungen hinweg Einblick verschaffen und Abläufe vereinfachen. Aus der Prozess- und Geschäftsperspektive betrachtet, kann die IT mit einem effektiven Tool verschiedene Umgebungen nahtlos überwachen. Effektive Management-Lösungen funktionieren im Hintergrund und lösen die Probleme automatisch, bevor die Geschäftsführung diese überhaupt bemerken kann. Selbst IT-Verantwortliche werden sich nur selten mit ihnen beschäftigen müssen.

Die IT sollte zudem über die hybriden Umgebungen hinweg Richtlinien festlegen. Damit ist sie in der Lage, sämtliche davon abweichende Aktivitäten zu erfassen und fehlerhafte Server zu erkennen, die eine Bedrohung darstellen können. Zur Vereinfachung dieses Prozesses sind Performance Management-Tools verfügbar, die speziell für diese Aufgabe konzipiert sind.

Schließlich muss die IT geeignete Methoden für das Kosten- und Budgetmanagement einführen, die flexibel auf ein beständig wechselndes Umfeld von Cloud-Partnern sowie auf neue Servicevereinbarungen reagieren. Die Grundlage für die erfolgreiche Budgetierung sind organisierte, stringente und gut kommunizierte Managementprozesse beziehungsweise -strategien. Es ist dafür entscheidend, den IT-Mitarbeitern die dazu nötigen Kompetenzen zu gewähren. Allerdings müssen sowohl IT als auch Geschäftsführung sicherstellen, dass all diese Prozesse richtig strukturiert sind, um auf den konstanten technologischen Wandel reagieren zu können.

Fazit
All die aufgezählten Best Practices helfen Unternehmen beim Weg in hybride Clouds. Sobald Strategie und Technologie solide orchestriert sind, setzten Unternehmen ihr Virtualisierungsprojekt. sicher um. Und obwohl sie keine Zeitmaschine haben, können Unternehmen mit Hilfe sorgfältiger Planung und dem nötigen Maß an Flexibilität einen Blick in die Zukunft zu werfen.


   
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30.12.2015/ln/Tim Laplante, Director of Product Strategy bei Vision Solutions

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