Fachartikel

Edge Computing konkret: Die optimale IT für Filialen

Von Einzelhändlern und Restaurantketten bis hin zu Gesundheitsdiensten und Behörden: In vielen Organisationen ist die örtliche Zweigstelle der wichtigste Ort für die Interaktion mit dem Kunden. Unternehmen mit vielen Zweigstellen stehen aber vor einer großen Herausforderung: Sie müssen die Standorte mit IT und Netzwerkzugang ausstatten, ohne dass IT-Experten vor Ort sind. Zudem entstehen hier wertvolle Daten für das Kundenmanagement, die in der Zentrale ausgewertet werden. Der Beitrag skizziert, wie die optimale Anbindung gelingen kann.
Mit der zunehmenden Bedeutung von Edge Computing gilt es, auch mit am Netzwerkrand entstandenen Daten besser umzugehen.
Standorte verfügen in der Regel weder über IT-Experten noch über die technischen Ressourcen der Zentrale. Um die Lücke zwischen den Orten der Entstehung und Verarbeitung der Daten zu schließen, setzen Unternehmen bislang häufig auf die Hybrid Cloud, mit einer teilweisen Datenbearbeitung in Cloud-basierten und On-Premises-Anwendungen. Durch die Cloud entstehen aber neue Herausforderungen in Sachen Performance und Reaktionsgeschwindigkeit.

Daher benötigen Filialen Anwendungen mit lokalen Verarbeitungsmöglichkeiten, um sofort und in Echtzeit auf Kundenwünsche zu reagieren. Wenn aber jede Zweigstelle ihre IT separat und persönlich konfigurieren und einsetzen muss, steigen die Kosten aber ins Unermessliche. Folglich gilt es, für das Edge Computing eine Balance zwischen Kosten, Bearbeitungszeit, Service-Installation und Kundenzufriedenheit finden.

Optimales Werkzeug ist erfolgsentscheidend
Eins passenden Werkzeugs ist hier inzwischen ein wesentlicher Faktor für den Geschäftserfolg verteilter Organisationen. Steigende IT-Kosten, immer höhere Security-Herausforderungen und sich ändernde Geschäftsmodelle führen dazu, dass Filialen eine moderne und effiziente IT benötigen. Dabei haben sie weder einen IT-Administrator noch ein Rechenzentrum vor Ort. Und die Ausstattung der Zweigstellen darf nicht zu explodierenden Kosten führen.
Aktuelle Ansätze konnten diese Herausforderung bislang nicht bewältigen. Die Einführung von Hybrid Cloud und SaaS hat zwar einige, aber nicht alle Probleme gelöst. In Bezug auf lokale Sicherung, Wiederherstellung, Cybersicherheit sowie Replikation, Archivierung, Entwicklung und Test sind die bestehenden Ansätze nicht ausreichend. Eine neue Strategie sollte die Gesamtbetriebskosten senken und für die Filiale die gleichen Fähigkeiten wie beim Kern-IT-System und dem Rechenzentrum bieten.

Neue Anforderungen erfordern neue IT-Fähigkeiten
Unternehmen mit Zweigstellen benötigen also Werkzeuge, mit denen sie die IT angemessen skalieren und an den Standorten verteilte Daten effektiver verwalten können. Gleichzeitig sollten sie die IT-Infrastruktur einfacher, sicherer und leichter administrierbar machen. Doch viele aktuelle Ansätze erfordern mehr dedizierte technische Ressourcen erfordern und erhöhen damit die Komplexität. Auch eine Erweiterung der Technologie des Rechenzentrums auf die Filialen oder die Aktualisierung der dortigen Server bringt oft keine wesentliche Verbesserung.


Bild 1: Das Wachstum des globalen Datenbestands setzt sich auch bis 2025 unverändert stark fort.

Heutzutage gibt es drei Orte, an denen Daten genutzt und gesammelt werden: der Kern (traditionelle und Cloudrechenzentren, typischerweise in großen Büros), der Rand (gehärtete Legacy-Infrastruktur in Zweigstellen und kleineren Standorten, die keinen Vor-Ort-Support gewährleisten können) und die Endpunkte (PCs, mobile Geräte sowie Internet-of-Things-Sensoren und -Geräte). IDC nennt das Kollektiv all dieser Daten die "Globale Datensphäre". Diese erlebt ein enormes Wachstum und soll um den Faktor fünf wachsen, von 33 Zettabyte (ZByte) im Jahr 2018 auf 175 ZByte im Jahr 2025.

Echtzeit ist der neue Datenstandard
Im Gegensatz zu den zentralen Büros mit IT-Support vor Ort gibt es in den Zweigstellen nur Fernwartung. Dies belastet jedoch die IT-Teams durch Verzögerungen bei der Datenübertragung oder das Einschalten von Dienstleistern bei Hardwarefehlern. Da die Anforderungen an fortschrittliche Anwendungen in den Filialen steigen, sind neue Ansätze erforderlich, um diese Belastung zu verringern. Zudem müssen sie verhindern, dass die IT zum Engpass für Innovationen in den Niederlassungen wird. IT-Systeme für eine neue Zweigstelle oder ein neues Büro einzurichten, muss heute innerhalb von Stunden, nicht von Tagen, möglich sein.

Zudem erwarten die Nutzer, dass sie unabhängig von Ort, Verbindungsart oder Gerät auf Anwendungen und Dienstleistungen zugreifen können. Sie wollen Daten in Echtzeit, unterwegs und personalisiert abrufen. Dies stellt sowohl an die Edge- als auch Kern-IT-Systeme hohe Anforderungen, um die Daten präzise und sofort bereitzustellen. Laut IDC werden 2025 fast 30 Prozent der Globalen Datensphäre in Echtzeit zur Verfügung stehen. Unternehmen müssen daher über entsprechende Infrastrukturen diese steigenden Anforderungen bewältigen. Gemäß IDC werden Edge-Speicher ein deutliches Wachstum verzeichnen, da Latenz-sensitive Dienste und Anwendungen ständig zunehmen.

20.05.2020/ln/Wolfgang Huber, Regional Director Central Europe bei Cohesity

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