Fachartikel

IT-Dokumentation mit dem freien Werkzeug Docear

Besser durchs IT-Labyrinth

Jeder IT-Verantwortliche weiß: Eine maßgeschneiderte Dokumentation ist ein Muss für den sicheren Rechenzentrumsbetrieb. Dabei ist es wichtig, dass alle wesentlichen Komponenten und durchgeführten Aktionen beschrieben sind. Das gilt natürlich insbesondere für Änderungen und Aktualisierungen. Nur so ist im Falle eines Falles auch für Dritte nachvollziehbar, wie eine Umgebung strukturiert ist. Und bei einer Auditierung gilt die erste Frage immer der Dokumentation, denn ohne entsprechende Unterlagen ist kein sicherer und kontinuierlicher Betrieb zu gewährleisten. Admins haben im Alltag allerdings wenig Vergnügen an derlei Aufgaben. Dabei lässt sich all das mit wenig Aufwand erledigen, wenn der richtige Helfer zum Einsatz kommt. Die freie Software Docear ist für das Abbilden komplexer Zusammenhänge und somit der IT-Dokumentation bestens geeignet.
Den Grundstock einer soliden Dokumentation bildet die Beschreibung des Sicherheits- und Verfügbarkeitskonzepts. Diese sollte spätestens bei der Inbetriebnahme um relevante Schemen, Zeichnungen und Funktionsbeschreibungen ergänzt werden. Unternehmen tun gut daran, ein Betriebshandbuch mit Regeln für den täglichen Betrieb, eine Zugangsregelung und ein Notfallhandbuch mit Anweisungen für Störfälle anzulegen. Diese Basisdokumentation sollte um Wartungs- und Instandhaltungshandbücher ergänzt werden – ähnlich dem Scheckheft für Autos.

Mit Docear dokumentieren

Doch wie geht der IT-Verantwortliche diese Problematik am besten an? Oftmals kommen Tabellen oder Datenbanken für die Dokumentation zum Einsatz. Andere Administratoren setzen auf Diagrammwerkzeuge wie Visio, die ihre Stärken in der Visualisierung von Strukturen haben. Inventarwerkzeuge stellen oftmals simple Dokumentationsfunktionen zur Verfügung, scheitern aber meist an der Ergänzung und Verknüpfung mit Drittdaten.

Docear [1] basiert auf dem FreeMind-Fork Freeplane und wird aktuell durch Mittel des Bundesministeriums für Wirtschaft und Technologie gefördert. Als Mindmapping-Programm ist es hervorragend geeignet, um die verschiedensten Informationen in eine sinnvolle Struktur zu bringen. Docear verwendet dabei Knoten, um eine hierarchische Struktur zu erstellen – ähnlich einem Baumdiagramm. Doch im Unterschied zu nackten Diagrammen können Sie in Docear beliebige Inhalte mit einem Knoten verknüpfen. Sie können bestehende Dokumente, Skizzen, Abbildungen et cetera mit diesen Strukturelementen verbinden. Besondere Stärken zeigt Docear bei der Verwendung von PDF-Dokumenten. Sie können in Docear sogar Ordner anlegen, die auf neue Dokumente hin überwacht werden.

Dokumentationen entstehen ja nicht zum Selbstzweck, sondern müssen durchsuchbar sein. Auch hierfür stellt Ihnen Docear umfangreiche Recherche- und Filtermöglichkeiten zur Verfügung, mit denen Sie Informationen gezielt suchen beziehungsweise die Ansicht einschränken können. Für den Einsatz von Docear spricht außerdem, dass sich aktuell eine Online-Variante in der Entwicklung befindet, die in Zukunft auch das Editieren erlauben soll. In Planung befinden sich außerdem Smartphone-Apps, die die Nutzung auf Mobilgeräten erlauben. Nicht minder interessant: Mit dem Word-Add-On Docear4Word bringen Sie die beiden Anwendungen zusammen. Da Docear auf Freeplane basiert, können Sie außerdem alle Freeplane-Add-Ons verwenden. Docear verfügt sogar über eine einfache Zeitmanagementfunktion, mit der Sie anstehende Dokumentationsaufgaben planen können. Docear unterliegt der GPL2 und ist für Linux, Mac OS X und Windows verfügbar.

Inhalt des Artikels:

    Seite 1: Mit Docear dokumentieren
    Seite 2: Erste Schritte mit Docear
    Seite 3: Daten verknüpfen
    Seite 4: Informationen filtern
    Seite 5: Sicherheit und Datenaustausch



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24.06.2015/jp/ Dr. Holger Reibold

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