Fachartikel

Anwenderbericht: Netzwerkmonitoring bei den Behindertenwerkstätten

Bei den Werkstätten für behinderte Menschen Aurich-Wittmund, einer Einrichtung zur Eingliederung behinderter Menschen in das Arbeitsleben, stand das nur zwei Mann große IT-Team vor der Herausforderung, zu jeder Zeit den vollen Überblick über die gewachsene Infrastruktur zu behalten. Dazu zählten Netzwerk, Server, virtuelle Umgebungen und diverse Applikationen. Der Anwenderbericht beschreibt, wie das Team diese Herausforderung meisterte und die komplette Umgebung professionell überwacht.
Die Werkstätten für behinderte Menschen Aurich-Wittmund sind mit mehreren Hundert Angestellten ein mittelständischer Betrieb.
Seit mehr als fünfzig Jahren ermöglicht die Werkstätten für behinderte Menschen Aurich-Wittmund GmbH (WfbM) behinderten Menschen. ein Leben zu führen, das dem eines nicht behinderten Menschen weitgehend entspricht. Um dieses Ziel zu erreichen, werden die Betreuten in verschiedenen Werkstätten und Wohnheimen sowie in einer Langzeiteinrichtung intensiv qualifiziert, gefördert und begleitet. Getragen wird die WfbM von den gemeinnützigen Vereinen Lebenshilfe Aurich und Lebenshilfe Wittmund, die einst von engagierten Eltern mit behinderten Kindern gegründet wurden.

Prämierter Mittelstand
In den verschiedenen Arbeitsbereichen wie Tischlerei, Wäscherei, Großküche oder in der Metall- und Elektronikverarbeitung samt Laser- und Stanzabteilung arbeiten Betreute entsprechend ihrer Fähigkeiten und stellen unter anderem kleine elektronische Komponenten, Kabelbäume oder Blechstücke und E-Boards für Schaltschränke her. Sogar ein Supermarkt wird seit kurzem komplett von der WfbM betrieben. Damit ist die WfbM nicht nur eine Einrichtung mit sozialem Auftrag, sondern ein mittelständischer Betrieb mit mehreren hundert Angestellten, zahlreichen Produktionsstätten und einer entsprechend vielschichtigen IT-Landschaft. Bereits im Februar 2007 erhielten WfbM die Auszeichnung "Top Job". Damit gehört die WfbM offiziell zu den 100 besten Arbeitgebern im deutschen Mittelstand.
Komplexes, gewachsenes WAN
Uwe Dirks, IT-Systemadministrator des WfbM beschreibt die vielfältigen Aufgabenbereiche seiner IT: "Neben der industriellen Fertigung und anderen handwerklichen Bereichen, in der die Mehrzahl der 700 Betreuten tätig sind, haben wir eine Verwaltung, die sich um Betreuung, Administration, Ein- und Verkauf et cetera kümmert. Alle unsere Produktionsstätten, die an fünf unterschiedlichen Orten gelegen sind, sind in einem WAN über Standleitungen mit unserem Rechenzentrum verbunden und das komplette Netzwerk ist entsprechend komplex."

Zu den physikalischen Servern im Rechenzentrum der WfbM kommen virtualisierte Server, die unter VMware und Hyper-V verwaltet werden. Für die Nutzer stehen nicht weniger als 250 Workstations, darunter Thin Clients und virtuelle Thin Clients zur Verfügung. Uwe Dirks beschreibt die Herausforderung, die eine solch umfangreiche Landschaft mit sich bringt: "Die gewachsenen, heterogenen Strukturen sind natürlich schwerer zu verwalten als von langer Hand geplante. Und da das Budget von einem gemeinnützigen Verein kommt, ist dieses natürlich nie so üppig, wie man das als IT-Administrator gern hätte."

Da das Netzwerk weit verzweigt ist, stand das nur zwei Mann große IT-Team der WfbM vor der Herausforderung, zu jeder Zeit den vollen Überblick über das gesamte Netzwerk und alle einzelnen Clients zu behalten. Dabei war nicht nur die Ferndiagnose wichtig, sondern auch die Möglichkeit sofort und automatisch über mögliche Probleme informiert zu werden und diese beheben zu können.

Benachrichtigung bei Ausfall
Dirks Erfahrung mit Netzwerkmonitoring aus seinem vorherigen Job kam Ihm zu Hilfe: "Ich hatte schon vorher mit WhatsUp Gold gearbeitet und habe die Software schon früh nach meinem Beginn bei den WfbM eingeführt, wobei uns der langjährige Partner der WfbM die LargeNet GmbH aus Hamburg unterstützt hat. Dabei ging es mir gar nicht so sehr darum zu sehen, dass alles funktioniert, was ja der Normalfall ist, sondern darum, schnell die Ursache zu finden, falls mal irgendwo der Wurm drin ist. Bisher nutzen wir nur die E-Mail-Benachrichtigung, um bei Ausfällen informiert zu werden. In den meisten Fällen reicht das aus, um den ausgefallenen Dienst wieder zum Laufen zu bringen, meist bevor die Nutzer überhaupt gemerkt haben, dass er weg war."

Auch Karen Brandt, Key Account Manager vom Partner LargeNet, einem Spezialisten für den Bereich IT-Security, findet die Lösung optimal für die WfbM: "WhatsUp Gold ist eine Lösung, die sehr umfangreich ist und sehr viele Möglichkeiten der Netzwerküberwachung bietet. Die WfbM hat eine komplexe Infrastruktur. Diese benötigt individuelle Lösungen mit einer entsprechenden Funktionstiefe. Aufgrund der vorhandenen Expertise des Anbieters konnten wir dem Kunden die Angst vor einer umständlichen und aufwändigen Implementierung nehmen".

Fazit
Das eingesetzte Monitoring-Werkzeug zeigt sich im laufenden Betrieb als integrierte und günstige Lösung für die Überwachung von Netzwerken, Servern, VoIP, Anwendungen und Wireless-Geräten über ein einheitliches Dashboard. Es ermöglicht ein umfassendes Monitoring von Netzwerken, Systemen und Anwendungen samt Ereignisprotokollierung. Mit WhatsUp Gold in der neuesten Version nutzt das IT-Team der WfbM das von IT-Leiter Uwe Dirks bevorzugte Tool, um die komplette Umgebung, ob virtualisiert oder nicht, professionell zu überwachen und Nutzern zu jeder Zeit volle Dienstbereitschaft zu melden.
20.04.2016/ln/Roland Renner, Senior Director DACH, CEE Region EMEA bei Ipswitch

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