Fachartikel

Im Test: Lakeside SysTrack 7.2

Wo hakt's, wenn Anwender über langsame Sitzungen klagen? Zur Beantwortung dieser Frage setzt SysTrack auf die statistische Auswertung und das Monitoring von Windows-Umgebungen. Dabei steht die End User Experience im Vordergrund, also die von den Anwendern wahrgenommene Performance. IT-Administrator hat sich angesehen, was SysTrack zu leisten vermag.
Die SysTrack-Ansicht "Resolve" zeigt die aktuelle Auslastung eines Systems und warnt bei kritischen Situationen.
Lakeside Software ist im Bereich der Big-Data-Analyse bereits seit fast 20 Jahren aktiv – deutlich länger also, als das Buzzword Big Data überhaupt existiert. Die Software SysTrack hilft mit der Auswertung von Systemparametern nicht nur Support-Personal. Denn neben Monitoring und Management einer bestehenden Client-Landschaft unterstützt SysTrack bei der Vorbereitung von Migrationen, etwa wenn der Wechsel auf ein neues Betriebssystem oder von physischen auf virtuelle Desktops ansteht. SysTrack ist herstellerunabhängig einsetzbar – es funktioniert in reinen Microsoft-Umgebungen ebenso wie in Verbindung mit Werkzeugen von Drittanbietern, wie etwa Citrix XenDesktop oder VMware Horizon.

Zentraler Server mit Datenbank
Zentrales Element von SysTrack ist der Master Server, der die Daten aller Endpunkte sammelt und in einer Datenbank speichert. Dafür installiert SysTrack im einfachsten Fall den Microsoft SQL Server 2014 in der kostenlosen Express-Variante gleich mit. Die Datenbank darf sich aber auch auf einem separaten Server ab der Version SQL Server 2008 aufwärts befinden. Ein eigenständiger Datenbankserver empfiehlt sich laut Lakeside für große Umgebungen mit mehr als 10.000 Endpunkten. In einem solchen Fall ist auch eine verteilte Installation mehrerer SysTrack Server möglich. Außerdem ist die Vollversion von SQL Server Pflicht, falls Pools von nicht-persistenten virtuellen Desktops ins Monitoring eingebunden werden sollen. Doch darauf kommen wir noch zurück.
Die Lizenzierung erfolgt pro zu überwachendem Endpunkt. Bei den Endpunkten kann es sich um physische Client-Computer, virtuelle Desktops, Terminalserver sowie sämtliche weitere Windows-Server handeln. Auf Letzteren erfasst SysTrack die Daten gängiger Backend-Dienste wie Domain Controller, Datei- und Druckdienste, Microsoft Exchange, SQL oder auch SharePoint Server.

Agenten mit minimalem Fußabdruck
Auf allen Endpunkten, die in SysTrack integriert werden sollen, wird der SysTrackSystems-Management-Agent installiert. Es handelt sich dabei um einen Dienst mit minimalem Fußabdruck. Die Installation selbst benötigt nicht mehr als 12 MByte Festplattenplatz und begnügt sich mit weniger als einem Prozent CPU-Last. Das reicht dem Agenten, um alle 15 Sekunden bis zu 10.000 Datenpunkte zu erfassen.

In dieser feinen Auflösung speichert der Agent die Daten für einen Zeitraum von drei Tagen auf dem Endpunkt zwischen. Dazu verwendet er eine lokale Jet-Datenbank. Die kann auf Terminalservern je nach Anzahl an Sitzungen auf bis zu 400 MByte anwachsen. Auf Clients oder anderweitigen Servern wird die Datenbank bis zu 150 MByte groß.

Fazit
Der Vergleich mit einem Eisberg, bei dem nur die obersten zehn Prozent sichtbar sind, wird oft bemüht und passt hier doch ganz besonders. Wir konnten mit unserem Test nur an der Oberfläche kratzen, doch bereits dabei konnte SysTrack vollends überzeugen. Derart detaillierte Einblicke in die Abläufe zwischen Windows-Systemen und ihre Zusammenhänge sind mit Bordmitteln allein nicht zu erlangen. SysTrack ist somit bei Planung, Migration und im laufenden Betrieb eine große Hilfe für den Windows-Admin.

Den kompletten Test finden Sie in Ausgabe 05/2016 ab Seite 28.
25.04.2016/ln/Christian Knermann

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