Fachartikel

Anwenderbericht: Monitoring am Flughafen Zürich

Als größter Airport der Schweiz trägt der Flughafen Zürich eine besondere Verantwortung dafür, dass die Abwicklung reibungslos läuft und alle elektronischen Systeme stets einwandfrei arbeiten. Damit Ausfällen effektiv vorgebeugt werden kann, stellen mehr als 4500 Messpunkte in der Infrastruktur sicher, dass Vorfälle umgehend erkannt und vom Personal gezielt gelöst werden können. Der Anwenderbericht erklärt, warum sich die Flughafen-Admins über die schnelle Implementierung und einfache Handhabung freuen konnten.
Im Netzwerk des Flughafens Zürich kommen derzeit rund 4500 Sensoren zum Einsatz – Tendenz steigend.
Auslöser für die Anschaffung eines neuen Monitoring-Systems war die Notwendigkeit, einerseits schneller auf eventuelle Störungen reagieren zu können und andererseits erbrachte Leistungen, die immer detaillierteren SLAs unterliegen, entsprechend belegen zu können. Zuvor nutzte das IT-Team eine Reihe von Monitoring-Werkzeugen wie zum Beispiel CiscoWorks, Nagios und den HP Network Node Manager. Auch selbst programmierte Tools waren im Einsatz. Allerdings eigneten sich alle bestehenden Lösungen nicht für ein Ad-hoc-Monitoring durch Betriebs- und Engineering-Personal.

Schnelle Implementierung, einfache Handhabung
Im Laufe des Auswahlprozesses entschieden sich die Verantwortlichen für Paessler beziehungsweise PRTG Network Monitor. Für die Software sprachen vor allem die schnelle Implementierung und die einfache Handhabung. Beides wird vor allem durch die sogenannten Sensoren ermöglicht, vordefinierte Messpunkte, die das schnelle und unkomplizierte Einbinden der zu überwachenden Geräte und Applikationen in das Monitoring ermöglichen.

Aktuell setzt die Flughafen Zürich AG neben der zentralen Überwachung der Netzwerk-Performance mittels der PRTG-IP-SLA-Sensoren auch diverse WMI-, SNMP- und Ping-Sensoren ein – insgesamt über 4500 Sensoren, Tendenz steigend. Die Monitoring Software läuft als physikalische Installation auf einem 19-Zoll-Server von HP (G8) mit Windows 2012. Dabei ist PRTG ins Trouble-Ticket-System des Flughafens eingebunden. So können Arbeitsabläufe im Fall von Störungen und Alarmen effizienter gestaltet werden.

Mit Hilfe der in PRTG integrierten IP-SLA-Sensoren ist die Flughafen Zürich AG jetzt in der Lage, die gesamte Netzwerk-Performance sehr genau und vor allem zeitnah zu überwachen. Laut Andreas Reimann, Senior Networking Communication Architect bei der Flughafen Zürich AG, eine wesentliche Anforderung an ihn als internen IT-Dienstleister: "Der Trend geht auf immer detailliertere SLA, welche auch nachgewiesen werden müssen. PRTG ist ein starkes Werkzeug dafür. Heute werden SLA vor allem auf Service-Support- und Reaktionszeiten definiert, nicht jedoch auf Systemverfügbarkeiten. Das wird sich ändern. Der Kunde möchte genau wissen, was die Leistungen hinter einem Service sind und ob diese auch erbracht werden."

Software-Bug aufgedeckt
Über das Monitoring der allgemeinen Netzwerk-Performance hinaus bietet PRTG der Flughafenbetreiberin aber noch weitere Vorteile: So ist Videoüberwachung ein elementarer Bestandteil des Flughafen-Sicherheitskonzepts. Mehrere Videoserver zeichnen Videodaten von über 100 IP-Kameras am Flughafen auf. Dies ist Software-, Netzwerk- und Hardwaretechnische eine Herausforderung. Im Speziellen wird es schwierig bei diffusen Fehlerbildern herauszufinden welche Komponente im entscheidenden Moment die ankommenden Daten nicht verarbeitet hat oder verarbeiten konnte.

Mittels PRTG konnte in diesem Fall durch die Messung verschiedener Parameter, wie Netzwerkauslastung, Schreibgeschwindigkeit, Zustand des entsprechenden Systemdienstes, RAM-Auslastung sowie Prozessorauslastung nachgewiesen werden, dass es sich um ein Software Problem handelt, bei dem der Dienst im Windows nach wie vor im Status "Startet" ist, jedoch seine Aufgabe nicht mehr wahrnimmt. Die Überwachung wurde nach Behebung des Bugs erweitert und läuft nun produktiv mit dem System mit und ist integraler Bestandteil einer kompletten End-to-End-Service-Überwachung.

Geschlossener Bereich als Testumgebung
Die Mandantenfähigkeit von PRTG ermöglicht der Flughafen Zürich AG, neben dem öffentlichen Bereich, den alle PRTG-Nutzer einsehen können, auch einen geschlossenen Bereich einzurichten, auf den nur freigegebene Nutzer Zugriff haben. Damit ist es möglich, den Administratoren eine Spielwiese einzurichten, auf der sie neue Geräte und Applikationen umfassend testen können, bevor sie live gehen.

Als interner Dienstleister bietet das IT-Team auf Basis von PRTG "Monitoring as a Service" für Administratoren und Support-Teams an. Für erstere besteht dabei die Möglichkeit, in einem definierten Bereich eigene Gruppen, Geräte und Sensoren anzulegen: Das IT-Team betreibt PRTG, der Admin ist selbst für sein Monitoring verantwortlich. Support-Teams benötigen einen anderen Service. Hier nutzt das IT-Team die PRTG "Libraries". Damit bekommt das jeweilige Support-Team einen Überblick über die Geräte in seinem Zuständigkeitsbereich und kann so eigene Zeitpläne und Benachrichtigungen erstellen.

Außerdem wurden Nagios sowie die diversen, selbstgeschriebenen Monitoring-Tools vollständig durch PRTG abgelöst. Dabei spielte auch der Support durch Paessler als Hersteller eine nicht unerhebliche Rolle: "Mehrere Kontakte zeigen eine gleichbleibende Servicequalität", so Reimann weiter. "Die Reaktionszeit, die Kompetenz und auch die angebotenen Lösungen waren in allen Fällen sehr gut. Für mich gibt es keine Verbesserungsmöglichkeiten. Die gute Betreuung gibt uns ein sicheres Gefühl hinsichtlich geplanter Erweiterungen."

Fazit
Die einfache Bedienbarkeit von PRTG in Verbindung mit den zahlreichen Möglichkeiten hat zu einer hohen Akzeptanz der neuen Monitoring-Lösung beim IT-Team der Flughafen Zürich AG geführt – die Grundvoraussetzung, dass das neue Tool auch entsprechend genutzt wird. So konnte neben dem Lösen konkreter Probleme auch eine umfassende Ad-Hoc-Überwachung der gesamten Netzwerk-Performance etabliert werden. Das neue Monitoring-Werkzeug hat damit die tägliche Netzwerk-Arbeit am Flughafen Zürich effektiver gemacht und die Service-Qualität verbessert.
18.05.2016/ln/Fabian Konitzko, Partner Account Manager DACH bei der Paessler AG

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