Fachartikel

Monitoring für eine bessere Automatisierung

Verbinden IT-Verantwortliche Daten aus ihrem Monitoring mit Werkzeugen der Automatisierung kann dies den Support beschleunigen, was Zeit und Budget der IT-Abteilung schont. Entsprechende Voraussetzungen und Maßnahmen untersucht dieser Artikel.
Zentrum für Problembehebung - ein gutes Monitoring macht Automatisierung erst möglich.
IT-Verantwortliche sind immer irgendwie stolz auf ihre eigene IT-Infrastruktur: Sie glauben, dass ihre Umgebung im Vergleich zu allen anderen einzigartig und besonders ist und deutliche Unterschiede zum üblichen Design von Unternehmensinfrastrukturen aufweist. Auch wenn es um Best Practices und standardisierte Techniken geht, gibt es keine Universallösung. Stattdessen müssen alle Methoden an die charakteristischen Eigenschaften der individuellen IT-Infrastruktur angepasst werden.

Monitoring kann auch einfach sein
Erfahrungsgemäß ist dieses Bild einer einzigartigen, einmaligen IT-Infrastruktur am häufigsten bei Überwachungstechnologien zu finden. IT-Abteilungen, die ihren jeweiligen Mix aus Servern, Anwendungen, Netzwerkgeräten und der gesamten Infrastruktur als exklusiv behandeln, haben oft ein benutzerdefiniertes internes Überwachungssystem aufgebaut. Die Sache hat jedoch einen Haken: Solche benutzerdefinierten Lösungen sind häufig kein logisches und gut durchdachtes Überwachungssystem, sondern erinnern eher an einen Interpretationstanz. Sie erfordern besondere Sorgfalt und Aufmerksamkeit von einem speziell geschulten Systemadministrator, der diese mysteriöse Sprache beherrscht. Ein IT-Experte mit über 30 Jahren Erfahrung im IT-Monitoring, der bereits zahlreiche Überwachungstools in jeder nur vorstellbaren Umgebung eingesetzt hat, würde jedoch sagen: "Die Überwachung ist einfach – und es ist nicht nötig, sie in eine komplexe Infrastruktur zu transformieren".
Überwachung ist nicht mehr, aber auch nicht weniger als die fortlaufende, regelmäßige Erfassung einer konsistenten Reihe an Messdaten von einer Gruppe von Zielen. Egal, ob diese nun physische Geräte, virtuelle Maschinen, cloudbasierte Anwendungen oder etwas dazwischen sind. Monitoring ist die Erfassung von Messdaten, Daten und Informationen von einer Reihe verschiedener Geräte.

Alles Weitere – Warnungen, Tickets und Automatisierung – sind ein angenehmer Nebeneffekt. Das alles dient einem höheren Ziel: Die Überwachung sollte aussagekräftige und entscheidungsrelevante Warnungen ausgeben, anstelle irrelevanter Informationen, nahtlos die Statistiken und Einsichten erfassen, die IT-Verantwortliche benötigen und automatisierte Antworten bei häufigen Problemen ausführen. Ein gutes Überwachungssystem erstmalig einzurichten, kann mühsam sein, ist jedoch den Aufwand wert.

Automatisierung als Ergebnis einer guten Überwachung
Ein großartiger Aspekt der Überwachung wird häufig übersehen, nämlich die Automatisierung. Dieser Aspekt erscheint vielen Unternehmen schwer greifbar. Viele IT-Experten glauben, die Automatisierung könne am besten für Server und Anwendungen genutzt werden und dies ginge nur über die schöne neue Welt der Software-defined Networks (SDNs). Das ist so jedoch nicht ganz richtig.

Eine gute und effektive Automatisierung kann das Ergebnis einer guten Überwachung sein. Besteht ein robustes Überwachungssystem, können beispielsweise folgende Punkte für den IT-Verantwortlichen einfacher werden:
  • Konfigurationsänderungs-Traps empfangen.
  • Konfigurationen von dem Gerät erfassen, das gerade einen Trap gesendet hat.
  • Konfigurationen vergleichen.
  • Regelmäßig die Konfigurationen von Netzwerkgeräten erfassen.
Entsprechend werden Geräte, die ohne eine ordnungsgemäße Änderungskontrolle modifiziert wurden – übrigens der häufigste Grund für Ausfallzeiten in Unternehmensnetzwerken –, zwangsweise in ihren vorherigen Zustand zurückversetzt, bis die neuen Änderungen erfasst werden können.

IT-Team erhalten ständig Warnungen zu kleineren Fehlern, sodass die Reaktion idealerweise automatisch geschehen sollte. Ohne Automatisierung summieren sich diese kleinen Maßnahmen und Problembehebungen schnell zu sehr viel verschwendeter Zeit, selbst wenn die einzelnen Handlungen nur wenige Minuten in Anspruch nehmen. Diese Zeit kann durch die Einrichtung einer effektiven Automatisierung gespart werden. Mit durchdachten Automatisierungs- und Überwachungssystemen lassen sich lästige und häufig übersehene Fehler beheben:
  • "Warnung: XYZ-Dienst ausgefallen": Automatisierte Antwort: Neustart des Geräts versuchen.
  • "Warnung: Datenträger zu über X Prozent belegt": Automatisierte Antwort: Standard-TEMP-Ordner leeren.
  • "Warnung: IP-Adresskonflikt festgestellt": Automatisierte Antwort: Port des neueren Geräts herunterfahren.
Falls eine automatisierte Antwort nicht erfolgreich ist, lösen die entsprechenden Überwachungstools eine sekundäre Aktion aus. Im schlimmsten Fall wird eine E-Mail, eine SMS oder ein Ticket um einige Minuten verzögert. Selbst dann wird der Techniker, der auf diese E-Mail, SMS oder das Ticket reagiert, darüber Bescheid wissen, dass bereits eine erste Aktion versucht wurde, die fehlgeschlagen ist. Somit ist er im normalen Fehlerbehebungsprozess bereits ein paar Schritte weiter. Egal, wie er letztendlich zur Lösung gelangt – mit Automatisierungstools geht es um einiges schneller.

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22.05.2017/jp/ln/Leon Adato, Head Geek bei SolarWinds

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