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Seite 2 - Marktübersicht Monitoring (1)

Allrounder für KMUs
Hier sind Monitoring-Lösungen gemeint, die sich nicht auf spezielle Bereiche fokussieren, sondern die dem Administrator oder dem IT-Team im mittelständischen Unternehmen ein Tool an die Hand geben, das ihm einen zentralen Überblick über seine gesamte IT liefert. Ein anderer Name für Allrounder wäre Unified Monitoring, allerdings wird dieser Begriff von einigen Lösungen aus dem Bereich der Big 4-Aspiranten besetzt, die speziell auf Großkunden zielen. Typische Vertreter, neben den nachfolgend noch detailliert untersuchten, sind Ipswitch WhatsUp Gold, AdRem NetCrunch, Mutiny und Verax NMS.

Funktional beherrschen Allrounder oder Unified Monitoring-Lösungen das Monitoring von virtuellen Umgebungen ebenso wie von Applikationen, Hardware, Bandbreiten, Traffic, VoIP et cetera. Manche bieten auch Baukastensysteme mit Zusatzfunktionen jenseits des reinen Monitorings an. In der Regel bedeutet der breite Ansatz eine Einschränkung in der Tiefe: Eine Lösung, die einen umfassenden Überblick über die gesamte IT-Infrastruktur bietet, ohne sich aber in einzelnen Bereichen wirklich ins Detail zu gehen. Oder die, sollte sie doch mit dem Anspruch antreten, alles "richtig" zu können, in punkto Komplexität und Preis den Rahmen für mittelständische Unternehmen verlassen und sich in Richtung Big 4 bewegen.
In der Tat ist das bei einigen Herstellern in dieser Kategorie zu beobachten: Sowohl SolarWinds als auch ManageEngine haben lange Zeit gezielt mit dem Anspruch geworben, Alternativen zu den Big 4 zu bieten und haben dazu ihr Portfolio um zahlreiche Features jenseits des Monitorings erweitert, wie beispielsweise Security- oder Helpdesk-Funktionen. Das macht letztlich auch die klare Einordnung für diese Lösungen schwierig: Vom Anspruch her Big-4-Aspiranten, aber aktuell (noch) im Mittelstand verhaftet. Einen Fokus auf den Mittelstand setzt PRTG Network Monitor. Das Tool verzichtet auf Features jenseits von Monitoring, legt größten Wert auf Bedienbarkeit und bewegt sich preislich im Rahmen der Möglichkeiten kleinerer und mittlerer Unternehmen.


Bild 3: Im Allrounder-Segment des Monitorings finden sich zahlreiche Klassiker wie PRTG oder hier WhatsUp Gold
mit der Darstellung einer Netzwerktopologie. Diese Werkzeuge fokussieren sich auf das Monitoring in KMU-Infrastrukturen.


Neben dem umfassenden Monitoring-Ansatz ist ein weiteres Argument der Allrounder die optimierte Usability und das günstige Preis-Leistungs-Verhältnis. Alle Lösungen in diesem Segment beanspruchen für sich, einfach bedienbar zu sein. Inwieweit sie dieses Versprechen im Detail umsetzen können, ist objektiv nur durch aufwändige Tests verifizierbar. Im Vergleich zu Big 4- oder Open-Source-Implementierungen, die einen ähnlichen Funktionsumfang bieten, dürften die Allrounder in Sachen Usability aber deutlich die Nase vorn haben.

Was das Preis-Leistungs-Verhältnis angeht, ist es schon schwieriger, eine klare Aussage zu treffen. Sicher liegen die Allrounder preislich deutlich unter den Big 4, allerdings spielen diese in Punkto Funktionsumfang dafür auch in einer anderen Liga. Noch schwieriger wird der direkte Vergleich gegenüber Open-Source-Produkten. Da entfallen die Lizenzkosten komplett, die bei einigen der Allrounder auch schon mal in gehobene fünfstellige Regionen wandern können, während im Gegenzug bei Implementierung und Wartung im Open-Source-Bereich deutlich höhere Aufwände beziehungsweise Kosten anfallen.

Seite 1: Die Big 4 und ihre unmittelbaren Konkurrenten
Seite 2: Allrounder für KMUs

Im zweiten Teil der Serie schauen wir uns an, was der Open-Source-Markt im Bereich Monitoring hergibt. Außerdem werfen wir einen Blick auf Monitoring-as-a-Service und Application Performance-Monitoring.
Im dritten Teil der Marktübersicht geht es dann um Packet Sniffing, Eventlog-Monitoring und Remote Management and Monitoring.

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2.10.2017/jp/ln/Thomas Timmermann

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