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Seite 2 - Marktübersicht Monitoring (2)

Monitoring-as-a-Service
Nicht installieren sondern mieten: In Zeiten von Cloud und SaaS setzen viele Hersteller auf Monitoring als "Hosted Service". Das Gros der Anbieter in diesem Segment liefert die wichtigste Monitoring-Funktionalität bei starkem Fokus auf einfache Implementier- und Bedienbarkeit. Die Vorteile für den Kunden bilden zum einen die Tatsache, dass er sich um Installation und Betrieb der eigentlichen Monitoring-Software nicht kümmern muss, zum anderen der Wegfall der Lizenzgebühren.

Der Nutzer einer MaaS-Lösung mietet nur das Monitoring-Volumen, das er tatsächlich benötigt und kann jederzeit ganz nach Bedarf aufstocken oder reduzieren. Aber natürlich gibt es auch hier Nachteile, die gegen die Vorteile abgewogen sein wollen: So ist eine stabile und zuverlässige Internetverbindung Grundvoraussetzung. Ist die Leitung langsam, wird das Monitoring unzuverlässig, ist die Leitung weg, ist auch mit Monitoring Schluss. Vollen Zugriff auf die zentrale Instanz der Monitoring-Software gibt es nicht. Im Fall von individuellen Erweiterungen und Anpassungen geht nur das, was sich über die lokale Installation erreichen lässt – und das ist in der Regel nicht viel.
Schließlich stellt sich noch die Frage nach den langfristigen Kosten: Zwar fällt hier keine Anfangsinvestition in Form von Lizenzgebühren oder hohen Implementierungsaufwänden an, dafür sind die langfristigen Mietkosten meist deutlich höher als eine einmalige Zahlung. Dieser Punkt macht die MaaS-Lösungen vor allem für Dienstleister interessant, da sich so der Einsatz beim Kunden von Anfang an profitabel gestalten lässt und langfristig gute Rendite verspricht.


Bild 5: Über eine Webschnittstelle steuert der Administrator SaaS-Monitoring-Werkzeuge wie hier ServerEye. Insbesondere der Wegfall hoher Anfangsinvestitionen macht diese Form des Monitorings für Unternehmen
attraktiv. Dafür müssen diese bereit ein, mit einer geringen Anpassbarkeit zu leben.


Vor allem GFI Max oder Server Eye zählen hier zu den etablierten Angeboten. Ganz anders Spiceworks: Als eine Art Zwitter aus Forum und Online-Marktplatz bietet die Plattform auch diverse kostenlose und Cloud-basierte Services, darunter Monitoring, an. Zwar beschränkt sich das Monitoring-Angebot auf einfache Basis-Funktionen, in Verbindung mit den anderen Diensten wie beispielsweise Inventory Management und IT Help Desk bietet Spiceworks aber ein kostenloses Rundumpaket, das dem Administrator einige Routinen erleichtern kann. Als weitere Beispiele sind hier Cisco Meraki, Citrix GoToManage, Bloonix und Boundary zu nennen.

Der Aufsteiger: Application Performance-Monitoring
Eine Sonderstellung bei den Cloud-basierten Monitoring-Angeboten nimmt eine Reihe relativ neuer Lösungen zum Monitoring komplexer, webbasierter Anwendungen ein, die wir im Weiteren unter der Kategorie Application Performance Monitoring listen.

In letzter Zeit sorgen Lösungen wie New Relic oder AppDynamics regelmäßig für Schlagzeilen. Cloud-basiertes Application Performance-Monitoring, das auf das Überwachen komplexer Web-Applikationen spezialisiert ist und einen starken User-Experience-Aspekt in den Vordergrund stellt. Diese Tools haben etablierte Anbieter in diesem Bereich wie CA Technologies, IBM oder BMC Software im Gartner-Quadranten für Application Performance-Monitoring von 2013 quasi aus dem Stand auf die Plätze verwiesen. Hier ist der Cloud-basierte Ansatz anscheinend ein enormer Vorteil: Die Zielgruppe solcher Werkzeuge sind nicht die klassischen Administratoren, sondern DevOps und Entwicklerteams, die an komplexen Online-Plattformen arbeiten. Diese wollen in der Regel nicht auch noch eine Monitoring-Lösung aufsetzen und pflegen, sondern lediglich ihre Applikation überwachen und entsprechend analysieren und optimieren.


Bild 6: Application Performance-Monitoring wie hier AppDynamics ist interessant
für Unternehmen, die Anwendungen selbst entwickeln und die Leistung überwachen müssen.


Application Performance-Monitoring unterscheidet sich von reinen Application-Monitoring-Lösungen im Wesentlichen durch den Anspruch, nicht nur die von äußeren Faktoren wie verfügbarem Speicher oder Bandbreiten abhängende Performance einer Applikation zu überwachen, sondern über tiefergehende Analysen systemimmanente Schwachstellen zu identifizieren, die dann von den zuständigen Teams beseitigt werden können. Naturgemäß wenden sich daher Application-Performance Monitoring-Lösungen weniger an den klassischen Mittelstand, der bei seinen webbasierten Anwendungen meist auf fertige Produkte setzt, sondern vielmehr an die Betreiber großer, selbst entwickelter Online-Plattformen und natürlich an große Unternehmen, die ihre internen Systeme selbst entwickeln und warten. Entsprechend gestalten sich hier auch die Preise: Die Lizenzgebühren für etablierte On-premise-Lösungen wie beispielsweise Riverbed Cascade oder NetIQ AppManager erreichen durchaus den gehobenen fünfstelligen Bereich und auch der Aufwand für Implementierung und Wartung ist erheblich. Vermutlich auch ein Grund für den Erfolg der neuen, Cloud-basierten Alternativen wie New Relic oder AppDynamics, die, finanziert über reichlich Venture Capital, zu vergleichsweise günstigen Einstiegskonditionen erhältlich sind.

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Seite 2: Monitoring-as-a-Service und Application Performance-Monitoring

Im ersten Teil der Serie hatten wir uns kurz
mit den "Big 4" des Monitorings und deren Konkurrenten beschäftigt, um uns dann Allrounder für KMUs anzusehen. Im dritten Teil geht es dann um Packet Sniffing, Eventlog-Monitoring und Remote Management and Monitoring.

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9.10.2017/jp/ln/Thomas Timmermann

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