Fachartikel

Seite 2 - Einführung in das Monitoring mit Nagios (2)

In Form von OMD steht ein Paket zur Verfügung, das den initialen Installationsaufwand zu einer Sache von Minuten werden lässt. Die Bündelung der wichtigsten "Cores" mit den beliebtesten und besten Plug-ins und Add-ons sowie das intelligentes Site-Konzept bieten dem Anwender einen erheblichen Mehrwert. OMD ist als einzelnes Pakets mit wenigen Abhängigkeiten konzipiert, das sich auch relativ einfach an eigene Anforderungen anpassen und erweitern lässt. Dienstleister wie ConSol können Ihnen hier zur Seite stehen, oder Sie wagen sich selbst an den Paketbau – OMD ist schließlich als Open-Source-Software frei verfügbar.

Alternativ zu Nagios bietet Icinga2 einige vielversprechende Neuerungen. So eröffnet Ihnen die neue Konfigurationssyntax die Möglichkeit, auch komplexe Szenarien einfach abzubilden [8]. Es bietet Ihnen darüber hinaus die Möglichkeit, mit Bordmitteln vom einfachen verteilten Monitoring bis zum HA-Cluster verschiedenste Topologien zu realisieren. Auch das benutzerfreundliche An- und Abschalten verschiedener Funktionsmodule ist erwähnenswert. Icinga2 ist bereits für zahlreiche Distributionen in Repositories verfügbar. Darüber hinaus ist es auch in der Labs-Edition von OMD enthalten. So lässt sich sofort mit einer großen Anzahl an Erweiterungen und Plug-ins loslegen.
Hilfreiche Zusatzwerkzeuge
Im täglichen Betrieb von OMD mögen sich bei Ihnen einige Wünsche ergeben, wie etwa die Anbindung an einen zentralen Logserver und noch flexiblere Speicherung von Performance-Daten. Auch die Anbindung an eine inzwischen etablierte CMDB steht ganz oben auf der Wunschliste.

Das ebenfalls quelloffen erhältliche coshsh [9] bietet einen Werkzeugkasten, mit dem Sie aus den CMDB-Daten beliebiger Komplexität Monitoring-Konfigurationen automatisiert erzeugen. Im allereinfachsten Fall könnten Sie sich aus einem Excel-Sheet eine Konfiguration generieren lassen, oder Sie verbinden coshsh mit Softwareverteilungs- und -inventarisierungstools wie Chef, Puppet, Ansible oder SaltStack.

Die Speicherung von Performance-Daten mit PNP4Nagios ist einfach und effizient. Bei der Etablierung eines Kapazitätsmanagements stößt der IT-Verantwortliche jedoch schnell an die Grenzen des zugrunde liegenden RRD-Datenformats. So ist etwa die Abfrage, wie sich der Plattenplatz aller VMware-Server über das letzte Jahr entwickelt hat, mit den RRD-Daten recht aufwändig.

Für diese Anwendungsfälle haben sich in den letzten Jahren spezialisierte Tools, die sogenannten time-series-Datenbanken entwickelt. Prominentester Vertreter ist hier Graphite [10], aber auch InfluxDB [11] ist ein Werkzeug, das verspricht, gute Performance mit Clustering-Funktionen zu verbinden. Zur Auswertung bietet sich Grafana [12] an, das sich sowohl mit Graphite als auch mit InfluxDB verbinden lässt und zusammen mit den Abfragesprachen der zugrunde liegenden Tools sehr komplexe Abfragen und Dashboards möglich macht.

Die zentrale Speicherung von Log-Dateien könnte aus mehreren Gründen ebenfalls ganz oben auf Ihrer Wunschliste stehen: Auch hier ist eine effiziente Fehleranalyse in Zeiten von komplexen IT-Services über Systemgrenzen hinweg mit den traditionellen Werkzeugen nur noch schwer zu leisten. Zum anderen können Sie zentral gesammelte Log-Dateien gezielter nach Revisions- oder Compliance-Anforderungen archivieren. Im Open-Source-Bereich haben sich auch hier in den letzten Jahren sehr beachtliche Werkzeuge entwickelt: Das bekanntere Gespann ist auf jeden Fall Logstash und Kibana (ELK-Stack), das unter dem Dach von Elasticsearch entwickelt wird [13]. Features für den Unternehmenseinsatz wie etwa LDAP-Authentifizierung oder Alerting kosten hier extra. Sehr beachtlich entwickelt hat sich zuletzt auch Graylog [14], das neben diesen Features auch Clustering von Haus aus unterstützt.

Fazit
In Zeiten von automatisiert orchestrierten Umgebungen und Microservices wird es spannend zu beobachten sein, wie sich das Ökosystem Nagios an die daraus resultierenden Herausforderungen anpassen wird. Vielversprechende Ansätze existieren. Es wird sich zeigen, welche Wege die Community beschreiten wird.

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12.02.2018/jp/ln/Gerhard Laußer und Michael Kraus

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