Fachartikel

Überwachung von vSphere mit vCenter (3)

Neben der Möglichkeit, die vSphere-Umgebung an professionelle Überwachungssysteme wie das System Center anzubinden, können Sie die einzelnen Objekte, Hosts und VMs auch direkt im vCenter verwalten und im Auge behalten. Das Einsehen der Betriebsdaten ist einfach und Alarme weisen Sie im Notfall auf Missstände hin, die den Betrieb der VMs beeinträchtigen können. So wissen Sie, ob Ihren VMs das Wasser bis zum Hals steht oder alles planmäßig läuft. Im dritten Teil des Workshops zeigen wir, wie Sie für vSphere 6.0 geplante Aufgaben im vCenter verwalten und wie die Überwachung mit dem vSphere Management Assistant funktioniert.
Bei der Überwachung mit vCenter erhalten Sie eine Wasserstandsmeldung Ihrer vSphere-Umgebung.
Geplante Aufgaben im vCenter verwalten
Markieren Sie ein Objekt im vCenter und wechseln auf die Registerkarte "Verwalten", finden Sie die Schaltfläche "Geplante Aufgaben". Hierüber können Sie benutzerdefinierte Aufgaben hinterlegen, die zu einer bestimmten Zeit ausgeführt werden sollen. Die Aufgaben hängen natürlich davon ab, welches Objekt Sie markiert haben. Sie können zum Beispiel beim Markieren einer VM alle Aufgaben ausführen, die Sie generell bei einer VM durchführen können.

Damit können Sie eine VM zu einem bestimmten Zeitpunkt einschalten, ausschalten, anhalten oder das Gastbetriebssystem herunterfahren. Außerdem lassen sich VMs auf diesem Weg zurücksetzen oder auf einen anderen Host migrieren. Das Klonen einer VM ist als geplante Aufgabe ebenso möglich wie das Bearbeiten der Ressourceneinstellungen. Natürlich lassen sich auch Snapshots über geplante Aufgaben erstellen. In dem zugehörigen Menü sehen Sie alle bereits geplanten Aufgaben. Sie haben an dieser Stelle aber keine Möglichkeit, benutzerdefinierte Aufgaben zu erstellen.
Überwachung mit dem vSphere Management Assistant
VMware bietet im Downloadbereich eine virtuelle Linux-Appliance an, mit der Sie den Host zentral verwalten und überwachen. Laden Sie sich die Appliance aus dem Downloadbereich über ihr VMware-Konto herunter und binden Sie die Appliance genauso an wie etwa die vCenter-Appliance oder VMware Data Protection. Anschließend verbinden sich am besten über einen SSH-Client wie Putty mit der Appliance und nehmen danach über die Eingabeaufforderung die Einstellungen vor. Sie können über die Appliance dabei nicht nur Überwachungsaufgaben durchführen, sondern die Umgebung auch verwalten. Hierfür dienen beispielsweise die beiden Tools "esxcfg" und "esxcli". VMware stellt eine ausführliche Dokumentation als PDF-Datei für die Einrichtung und Verwendung unter [1] zur Verfügung.

Nachdem Sie die Appliance eingerichtet haben, konfigurieren Sie als Erstes die Authentifizierung und binden die einzelnen Hosts im Netzwerk an. Danach haben Sie die Möglichkeit, über den SSH-Client und die Konsole auf alle Hosts zuzugreifen. Server binden Sie zum Beispiel mit
vifp addserver Servername
an. Mit vifp list servers zeigt die Konsole alle angebundenen Hosts an. Nachdem Sie sich über Putty an der Appliance angemeldet haben, erhalten Sie zum Beispiel mit
resxtop --server Hostname
die Auslastungsdaten eines Hosts. Dazu müssen Sie sich am entsprechenden Host anmelden.

Fazit
vCenter bietet vielfältige Möglichkeiten, um die virtuelle Umgebung umfassend zu überwachen. Dabei bietet sich vor allem der Web-Client an, da Sie dort mehr Informationen erhalten als im vSphere-Client. Besonders interessant sind die Optionen, Alarme zu konfigurieren, samt dadurch ausgelösten Aktionen und E-Mail-Benachrichtigungen. Auch eine eigene Appliance, der vSphere Management Assistant, hilft bei der Administration und Überwachung Ihrer vSphere-Umgebung.

Im ersten Teil der Workshopserie beschrieben wir den allgemeinen Umgang mit dem Web-Client und wie Sie damit Systemprotokolle anzeigen und exportieren. Im zweiten Teil der Serie erklärten wir unter anderem, wie Sie vSphere-Cluster überwachen und wie Sie Alarme im vCenter definieren.
17.09.2018/dr/ln//Thomas Joos

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