Fachartikel

ERP-Bremsen auf der Spur

Störfälle im ERP-System haben direkten Einfluss auf den Geschäftsbetrieb. Doch entstehen Beeinträchtigungen in der Praxis nicht nur bei einem kompletten Stillstand der ERP-Systeme. Auch Performanceprobleme können sich sehr negativ auf die Produktivität der Mitarbeiter auswirken. Die IT ist also gefordert, zu jeder Zeit den reibungslosen Betrieb zu gewährleisten. Der Fachartikel beschreibt am Beispiel des weit verbreiteten Microsoft Dynamics AX 2012, welche Metriken bei ERP-Systemen für Betrieb und Optimierung wichtig sind.
Um Bremsen in ERP-Systemen aus dem Spiel zu nehmen, ist Performancemonitoring gefragt.
Die Aufgaben des IT-Systemmanagements haben sich in den vergangenen Jahren spürbar verändert. War es früher ausreichend, den Betrieb der Systeme und der Infrastruktur sicherzustellen, stehen heute auch in der IT die Geschäftsmodelle und -prozesse des Unternehmens im Mittelpunkt. Die IT-Abteilung muss Services und Produkte bereitstellen, die die Geschäftsstrategie des Unternehmens unterstützen.

Auch wenn die mediale Aufmerksamkeit vor allem neuen Ansätzen wie IoT oder Edge Computing gehört: Im Zentrum der meisten Unternehmen steht nach wie vor ein ERP-System (Enterprise Resource Planning). Diese Systeme sind für den Geschäftsbetrieb kritisch und müssen drei Grundanforderungen erfüllen: Verfügbarkeit, Stabilität und Performance. Schon kleinere Störungen, die zu höheren Latenzen führen, schränken die Produktivität der Mitarbeiter in den Fachbereichen ein. Entsprechend zurückhaltend sind viele Unternehmen auch bei der Modernisierung ihrer ERP-Systeme. Ein verbreitetes Produkt ist in diesem Bereich Microsoft Dynamics AX, häufig in der älteren Version 2012.

Agiles Performancemonitoring
Für den langfristigen und zuverlässigen Betrieb einer ERP-Lösung ist das Performancemanagement von Bedeutung. Beim Performancemanagement werden verschiedene Metriken aus dem Monitoring erfasst, um die Leistung des Systems möglichst optimal an den unternehmerischen Bedarf anzupassen. Dabei handelt es sich um einen fortlaufenden, idealerweise agilen Prozess der Optimierung in kleinen Schritten. Dazu stehen zwei Arten von Metriken im Fokus: Zum einen die üblicherweise im Monitoring erfassten Leistungsdaten der Server, Anwendungen und Netze, zum anderen die Wahrnehmung der Performance beim Endanwender. Die Erfahrung zeigt, dass beide Metrikgruppen in der Praxis erheblich voneinander abweichen können.


Bild 1: Das Performancemanagement sollte agil ablaufen und die fortlaufende Verbesserung der Systemperformance
in kleinen Schritten zum Ziel haben.

Das Performancemanagement bei einem ERP-System wie Dynamics AX ist nicht trivial. Denn hierbei spielen viele sehr unterschiedliche Komponenten zusammen: Die Basis bilden Datenbanken, im Falle von Dynamics AX kommt in der Regel ein SQL-Server von Microsoft zum Einsatz. Darauf aufbauend arbeitet die Anwendungsschicht, die sich bei Dynamics AX mit dem Application Object Server (AOS) abgebildet ist. Je nach Größe der Installation lassen sich die beiden Instanzen auf einem gemeinsamen Server oder verteilt auf mehrere Maschinen betreiben. Als dritte Schicht verfügt Dynamics AX wie jedes ERP über einen Präsentations-Layer, der mittels des AOS den Zugang zu den Daten und Funktionen herstellt. Weitere Komponenten wie Virtualisierungslösungen bringen zusätzliche Komplexität in das Gesamtsystem.
10.04.2019/ln/Georg Kostner, Business Unit Manager System Integration bei Würth Phoenix

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