Fachartikel

Im Test: SQL Sentry von SolarWinds

"SQL Sentry" von SolarWinds ist ein Überwachungswerkzeug für Datenbanken auf Basis von Microsoft SQL Server. Das Tool liefert den Administratoren Leistungsdaten des Servers und der überwachten Datenbankinstanzen in einem einzigen Dashboard. Abgesehen davon bringt es auch noch einige weitere nützliche Funktionen mit. Wir haben uns im Testlabor angesehen, wie sich die Lösung in Betrieb nehmen lässt und wie die tägliche Arbeit mit ihr abläuft.
Neben dem bereits angesprochenen Dashboard ermöglicht ein leistungsfähiges Alarm- und Response-System beim Eintritt bestimmter Zustände automatische Reaktionen durch SQL Sentry. Das Tool kann sowohl Befehle ausführen als auch Benachrichtigungen verschicken. Frei definierbare Konditionen ermöglichen es in diesem Zusammenhang, genau auf bestimmte Zustände zu reagieren. Darauf gehen wir später noch genauer ein.

Abgesehen davon gehören auch noch Abfrage- und Indexanalysen, Speicherprognosen und ein Ereigniskalender zum Leistungsumfang von SQL Sentry. Eine Reporting-Funktion hilft dabei, Downtimes zu verhindern.

Einbinden der zu überwachenden Datenbankinstanz
Nachdem wir SQL Sentry in unserer Testumgebung installiert hatten, verwendeten wir die Option "Add target" und gaben den Namen der zu überwachenden Datenbankinstanz an. Daraufhin verband sich die Software mit unserer Testdatenbank und wir hatten Zugriff auf die Überwachungsfunktionen.

Bild 1: Das Hinzufügen eines Targets zu SQL Sentry.

Nach dem Aufruf des Softwareclients landeten wir auf einem Dashboard, das im Workspace in der Mitte Aufschluss über den "Health Score" der gerade überwachten Instanz mit den aktuellen Events gab. Dieser Health Score kann irgendwo zwischen eins und 100 liegen – je höher die Zahl ist, desto besser. Er errechnet sich aus den in der letzten Zeit aufgetretenen Events, gibt einen schnellen Überblick über den Status des Systems und ermöglicht proaktives Troubleshooting.

Daneben finden sich Einträge, die Aufschluss darüber geben, welche Ereignisse als "Critical", "High", "Medium" oder "Low" eingestuft worden sind. Alternativ existiert auch eine Übersicht nach Tags wie "Network", "CPU" oder auch "Memory". Klickt der Nutzer auf einen dieser Einträge, so blendet die Software eine Liste ein, die die Events der jeweiligen Kategorie umfasst, sodass sofort erkennbar ist, was passiert. Bei einem Klick auf die Kondition, die zu dem Ereignis gehört, erscheint eine Detailübersicht, die die Nutzer darüber informiert, wann die Kondition auftrat und was der dazugehörige Wert war (beispielsweise ein hoher I/O-Count).
Performanceanalysen in einem Dashboard
Beim Wechsel auf die linke Seite des Arbeitsfensters nach "All Targets / Default Site / <Name des Datenbank-Servers>", lässt sich dort auf die Performanceanalyse des betroffenen System zugreifen. Das hier angezeigte Dashboard (das wir in der Einleitung bereits kurz angesprochen hatten) bietet in grafischer Form Aufschluss über die wesentlichsten Leistungsparameter des Systems. Dazu gehören der Netzwerkverkehr, die Prozessorlast, die Speicherauslastung und der Disk-I/O auf Server-Ebene sowie die Aktivität des SQL-Servers, die SQL-Server-Waits, die Speichernutzung des SQL-Servers und der Datenbank-I/O.

Die genannten Werte umfassen also – wie gesagt - sowohl Leistungsdaten des Servers als auch des Datenbanksystems. Die zuständigen Mitarbeiter können hier also auch sehen, wenn irgendwelche anderen Dienste dem SQL-Server Kapazitäten wegnehmen.

Bild 2: Die Startseite mit dem Health Score.

Die Start– und Enddaten der Performanceanalyse lassen sich jederzeit ändern und so die Länge des Zeitraums und den Zeitpunkt genau bestimmen. Abgesehen davon sind die IT-Verantwortlichen dazu in der Lage, in diese grafischen Darstellungen hineinzuzoomen und bestimmte Bereiche zu markieren. Stellen sie zum Beispiel fest, dass zu einem bestimmten Zeitraum die Zahl der SQL-Server-Waits besonders hoch war und markieren diesen Zeitraum, so hebt das System den gleichen Zeitraum auch in allen anderen Graphen hervor. Auf diese Art und Weise können die Datenbank-Admin sofort sehen, ob es zur gleichen Zeit besonders viele SQL-Server-Writes oder eine hohe CPU-Last gab.

Abgesehen davon gibt es auch die Möglichkeit, eine Baseline über die aktuellen Messwerte zu legen. Aktiviert ein Administrator zum Beispiel die Baseline des vorherigen Tages oder der vorherigen Woche, so kann er anhand der eingeblendeten Linie sehen, wie sich das System im Durchschnitt während des gewählten Zeitpunkts verhalten hat (beispielsweise könnte die CPU-Last durchschnittlich bei 28 Prozent gelegen haben) und so Unterschiede zum aktuellen Zustand sichtbar machen.

Darüber hinaus besteht unter anderem auch die Option, zu den Prozessen, dem Event-Kalender, dem Disk-Space oder auch den Indexen zu springen. Auf diese Art und Weise lassen sich schnell Informationen sammeln und Zusammenhänge herstellen, zum Beispiel, dass eine Festplatte des Servers zu dem genannten Zeitpunkt überlastet war und deshalb die Datenbank ausbremste. Das ganze System ist also extrem mächtig.

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   Seite 2: Weitergehende Informationen sammeln


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23.05.2022/Dr. Götz Güttich, IT-Testlab Dr. Güttich

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