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Microsoft befürwortet Münchens und Hamburgs Open-Source-Umstieg

Die rot-grünen Gewinner der Stadtrats- beziehungsweise Senatswahlen in München und Hamburg haben sich auf einen weitgehenden Umstieg auf quelloffene Software in ihren Verwaltungen verständigt. Microsoft unterstütze diese Pläne, verlautbart Redmond.
Microsoft sagt ja zu Münchens und Hamburgs Umstieg auf quelloffene Software in ihren Verwaltungen.
Als München 2009 unter dem Schlagwort LiMUX erstmals den Umstieg der Mehrzahl der städtischen Verwaltungsrechner von proprietärer auf quelloffene Software vollzog, versuchte Microsoft noch tatkräftig das Projekt und die damit einhergehende Ablösung seiner Software zu torpedieren [1]. Doch längst äußern die Redmonder eine bedeutend positivere Haltung zu Linux und Open-Source-Software [2], die Microsoft nun einmal mehr mit seiner Einschätzung zum geplanten (Wieder-)Umstieg auf Open-Source-Software der frisch gewählten Regierungskoalitionen in München und Hamburg belegt.

So werden Open-Source-Lösungen, wie Redmond kommuniziert, ohne Frage einen wichtigen Beitrag zur digitalen Transformation der öffentlichen Hand leisten. Auch Ulrich Homann, Corporate Vice President bei der Microsoft Corporation [3], führte kürzlich bei einem Besuch in Berlin positive Effekte quelloffener Software an: "Open-Source-Software erlaubt es uns und der öffentlichen Hand, Additionen zu einer betrieblichen Software zu machen." In diesem Zusammenhang betont der IT-Kozern darüber hinaus, dass er sich als aktuell weltgrößter Contributor für Open-Source-Technologie sehe und als Eigentümer von GitHub gemeinsam mit der Open-Source-Community wertvolle Synergien entwickle.

Der neu gewählte rot-grüne Stadtrat in München hatte, nachdem die Stadt 2017 begonnen hatte, zu proprietärer Software für die städtische Verwaltung zurückzukehren, in seinem neuen Koalitionsvertrag einen Wiederumstieg zu Open Source beschlossen [4]. Im Regierungsprogramm hat sich Rot-Grün dazu verpflichtet, dass die Stadt, "wo immer technisch und finanziell möglich auf offene Standards und freie Open-Source-lizenzierte Software setzt und damit absehbare Herstellerabhängigkeiten vermeidet."

Weiter gelte in der bayerischen Landeshauptstadt, sofern personenbezogene oder vertrauliche Daten nicht dagegensprechen, das von der Free Software Foundation Europe formulierte und promotete "Public Money? Public Code"-Prinzip [5]. Dieses sieht vor, mit öffentlichen Geldern für öffentliche Verwaltungen entwickelte Software unter einer Freie-Software- und Open-Source-Lizenz verfügbar zu machen.

Auch das frisch gewählte, ebenfalls rot-grüne Regierungsbündnis Hamburgs will laut neuem Koalitionsvertrag "künftig verstärkt auf den Einsatz von Open-Source-Produkten setzen" [6], vor allem auch, um nicht "in eine unverhältnismäßige Abhängigkeit von externen Beratern und Dienstleistern zu geraten." Weiter bekennt sich der neue Senat zur Transparenz eingesetzter Technologien, deren wesentlicher Faktor der Einblick in den Code einer Software sei.
26.06.2020/Markus Heinemann

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