Fachartikel

Anwenderbericht: Deduplizierung für Linux- und Novell-Server

Was passiert, wenn das Backup aufgrund des Datenvolumens nicht aufbewahrt werden kann? EMIS Electrics, ein global agierendes mittelständisches Unternehmen mit vielfältigen Geschäftsfeldern, stand vor eben dieser Herausforderung und testete unterschiedliche Lösungen, um ein passendes Produkt für die Linux- und Novell-basierte Umgebung zu finden. Der Anwenderbericht beschreibt, wie das neue System das Backup-Fenster um 30 Prozent reduziert hat und dabei Deduplizierungs-Raten von bis zu 9:1 erreicht.
Das mittelständische Unternehmen EMIS Electrics ist unter in den Bereichen Anlagen- und Tagebau tätig.
Hinter dem mittelständischen Unternehmen EMIS Electrics verbirgt sich eine geradezu klassische Innovationsgeschichte des deutschen Mittelstands: Die kleine Firma aus Lübbenau mit 27 Mitarbeitern ist über die vergangenen 20 Jahre zu einer global agierenden Firma mit über 460 Mitarbeitern an acht Standorten in Deutschland herangewachsen. In dieser Zeit hat das Unternehmen, das als Ausgliederung aus dem Kraftwerk Vetschau/ Lübbenau entstand, viele weitere Märkte erschlossen und ist nun in den Bereichen Service, Automatisierung, Anlagenbau, E-Maschinen und Tagebau/Netze tätig.

Das Unternehmen löst anspruchsvolle Aufgaben von der Wartung tonnenschwerer Generatoren über die Rekonstruktion von Tagebaugeräten bis hin zur Automatisierung von Fahrgeschäften in Freizeitparks. Eine unkomplizierte und vor allem funktionierende Datensicherung ist für ein global agierendes Unternehmen eine Grundvoraussetzung. Ein nicht zu unterschätzendes Unterfangen, wenn die Unternehmensdaten über mehrere Standorte verteilt sind. Um den Geschäftsbetrieb nicht zu gefährden, war ein standortübergreifendes Sicherungskonzept notwendig.
Schwierige Suche nach der passenden Deduplizierungsappliance
EMIS Electrics führte schon früh die Servervirtualisierung ein, sodass mittlerweile die komplette Serverumgebung bis auf die Monitoring- und Backup-Server virtualisiert ist. Am Hauptstandort Lübbenau halten ESX-Hosts insgesamt 75 virtuellen Maschinen. Hinzu kommen pro weiterem Standort durchschnittlich fünf VMs – insgesamt werden die Daten von 135 VMs in den Backup-Prozess mit einbezogen. Eine Besonderheit stellt das Betriebssystem dar: Anstatt eines klassischen File-Servers unter Windows sind bei EMIS Electrics sowohl am Hauptstandort als auch an den deutschlandweiten Niederlassungen primär Novell und Linux im Einsatz. Auch für die E-Mails wird nicht Exchange, sondern eine Novell-Lösung verwendet.

Die Suche nach einer passenden Deduplizierungsappliance für die Linux- und Novell-basierte Serverumgebung erwies sich als knifflig: "Wir haben mehrere Lösungen von unterschiedlichen Anbietern getestet – keine brachte im Bereich Deduplizierung und Kompression den gewünschten Erfolg. Wir standen unter starkem Druck, denn wir konnten unsere Mindestaufbewahrungszeiten von 90 Tagen nicht mehr abdecken", fasst Karsten Hollop, IT-Leiter bei EMIS Electrics die Situation zusammen.

Doppelte Absicherung durch Testing und Try&Buy-Verfahren
Die Wende brachte ein Gespräch des IT-Leiters mit einem Techniker des Systemhauses Bechtle auf dem Bechtle Competence Day in Dresden. Hollop schilderte dem Techniker die Herausforderung, woraufhin dieser eine Teststellung mit der kostenlosen Testversion DXi V1000 von Quantum empfahl. Die virtuelle Appliance eignet sich insbesondere für dezentrale Standorte und bietet leistungsstarke Deduplizierung sowohl für virtuelle als auch physische Server. Bei der DXi V1000 arbeiten die Benutzer mit lokalen Kopien der Daten. Gleichzeitig können Backup-Kopien in der Cloud vorgehalten werden, wodurch sich der Speicherbedarf sowohl auf dem lokalen Rechner als auch in der Cloud drastisch reduziert.

Hollop implementierte die kostenfreie DXi als VM auf einem ESX-Server und verband sie per NFS mit dem Backup-Server. "Ich befand mich in der Situation, dass ich das Backup nicht mehr aufbewahren konnte – das ist natürlich eine Katastrophe! Aber die Teststellung mit der DXi hat sich gelohnt. Die vorherige Lösung konnte nicht mit variablen Blocklängen umgehen, sodass keine Deduplizierung möglich war. Durch die DXi hingegen erreichten wir innerhalb kürzester Zeit Reduktionsraten von 7:1, ohne dass wir Änderungen im Backup-Plan vornehmen mussten", berichtet Hollop.

Nach diesem ersten Erfolgserlebnis entschied sich Hollop für die Implementierung einer DXi 4701 mit 11 TByte im Try&Buy-Verfahren. "Wir hatten bereits schlechte Erfahrungen mit anderen Lösungen gemacht. Deshalb wollten wir zuerst testen, ob die neue DXi zu unserer Umgebung passt und sie erst dann kaufen, wenn wir uns sicher sein konnten, dass sie die erforderlichen Leistungen im Bereich Deduplizierung und Kompression erbringen würde", erklärt Hollop.

Auch diese Probephase verlief erfolgreich, sodass anschließend nicht nur die DXi fest implementiert wurde, sondern zusätzlich noch eine Quantum Scalar i40 Tape Library für umfassenden DisasterRecovery-Schutz.

Durchgängige und unkomplizierte Datensicherungsstrategie
Von Montag bis Donnerstag erfolgen nun am Hauptstandort Lübbenau täglich inkrementelle Backups auf ein NFS Share der DXi4701, die um 21 Uhr von SEP sesam gestartet werden und zirka 6,5 Stunden dauern. Eine Beeinträchtigung des Produktionsbetriebs ist bei der kurzen Sicherungsdauer ausgeschlossen. Freitags erfolgt zusätzlich ein Vollbackup, das derzeit 11,3 TByte umfasst. Vollbackups werden bei EMIS 90 Tage lang aufbewahrt und parallel auf der Scalar i40 Tape Library gesichert. Nach 90 Tagen wird das Vollbackup auf der Tape Library mit dem nächsten Backup überschrieben. In Kürze werden die Tapes nach Ablauf der 90-Tage-Frist ausgelagert und in einem Banktresor aufbewahrt.

Auch in den deutschlandweiten Niederlassungen wird ein Novell-Backupserver verwendet. Über den Linux-Prozess rsync wird das Repository nach Lübbenau übertragen, wo die Änderungsdaten in den Backup-Prozess einfließen.

Derzeit weist die DXi eine Deduplizierungsrate von 9:1 auf. Für die Zukunft ist eine Verlängerung der Aufbewahrungszeiten geplant, was zu einer Erhöhung der Deduplizierungsrate führen wird. Ein weiterer Vorteil, der in direktem Zusammenhang mit der Integration der Deduplizierungsappliances besteht, sind die Reduzierung des Backup-Zeitfensters um 30 Prozent sowie die Wirtschaftlichkeit der Lösung. "Ohne die Reduktionsrate durch die DXi wären 41,36 TByte notwendig, um die Backup-Kapazitäten abzubilden. Ich hingegen nutze momentan lediglich 5,2TByte des Plattenspeichers. Das ist doch ein erheblicher Unterschied!", meint Hollop.

Fazit
Hollop zieht ein durchweg positives Fazit: "SEP sesam ist für mich ein Tool, das alle Wünsche erfüllt und im Gegensatz zu anderen Backup-Produkten sehr gut mit Novell und Linux harmoniert. Mit SEP sesam haben wir bei unserem verwendeten Backupserver das Betriebssystem von Windows aus Linux migriert – durch diesen Schritt konnten wir die Performance um fast 30 Prozent steigern. Die Quantum-Lösungen passen perfekt in dieses Umfeld: das Network File System wird sauber bis an den Backup-Server genutzt und ich erhalte durch Channel-Bonding eine Bandbreite von 20 GBit/s. Das stellt bereits mein LAN mit 4 GBit pro Sekunde vor Herausforderungen. Ein entscheidender Vorteil gegenüber anderen Herstellern besteht auch in der Nutzung von Deduplizierung mit variablen Blocklängen."
8.06.2016/ln/Stéphane Estevez, Senior Product Marketing Manager EMEA/APAC bei Quantum

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