Fachartikel

Lizenzmodelle von Windows 10 und Windows Server 2016 (1)

Die größte Neuerung in der Windows-Lizenzierung ist "Windows-as-a-Service". Damit ist vor allem gemeint, dass es in Zukunft keine neue Hauptversion von Windows geben wird, sondern Windows 10 das letzte neue Windows sein wird. Doch das Betriebssystem steht – genau wie Windows Server 2016 – wie gewohnt in verschiedenen Ausprägungen und Leistungsumfängen bereit. Es lohnt sich daher, genau zu recherchieren, welche Edition in welcher Lizenzvariante eingesetzt werden soll. Im ersten Teil der Serie geht es um Volumenlizenzen und wie Sie Windows 10 Home im Business einsetzen.
Schau genau! Bei der Lizenzierung von Windows 10 und Windows Server 2016 gilt es, Kostenfallen zu vermeiden.
In Sachen Lizenzierung geht Microsoft mit seinen neuen Betriebssystemen teilweise neue Wege, um die Verbreitung zu verbessern. Windows 10 Enterprise, die Windows-Version mit den meisten Funktionen, kann auch von kleineren Unternehmen günstig abonniert werden. Die Preise variieren natürlich und hängen vom eingesetzten Lizenztyp und Anzahl der lizenzierten Systeme ab – die genauen Daten bringen Sie bei Microsoft oder einem Lizenzierungspartner in Erfahrung. Microsoft strebt dauerhaft eine Bündelung mit Diensten wie Office 365, Microsoft Azure und Dynamics an. Abonnieren Unternehmen also Windows 10 Enterprise, erhalten sie auch gleich zukünftige Updates dazu. Das Update wird in Zukunft direkt in die Betriebssystem-Installationsdateien integriert. Wer also früh Windows 10 lizenzierte, erhielt etwa automatisch das Anniversary Update.

Parallel zum Abonnement von Windows 10 Enterprise will Microsoft die Surface Tablets/Notebooks zur Miete anbieten. Zusammen mit den neuesten Updates und der Mietoption von Windows 10 Enterprise können also auch kleinere Firmen auf moderne Hardware und die neuste Version von Windows 10 Enterprise setzen. Windows 10 Enterprise bietet einige Funktionen, die Windows 10 Home und Pro fehlen. Beispiele dafür sind DirectAccess, BranchCache oder AppLocker sowie die Unterstützung für App-V und UE-V ab dem Anniversary Update. Es lohnt sich also auch für kleinere Unternehmen, auf die größeren Editionen von Windows 10 zurückzugreifen.

Microsoft bietet für Unternehmenskunden mit Volumenlizenzierung die Möglichkeit, Produktschlüssel zu erhalten [1] sowie weitere Informationen zur Lizenzierung. Gibt es Probleme bei der Aktivierung von Windows 10, kann das Activation Center [2] weiterhelfen. Vor allem bei einem Umstieg von Windows 8/8.1 zu Windows 10 kann es teilweise zu Problemen bei der Aktivierung kommen.
Volumenlizenzierung für Windows 10 Enterprise
Windows 10 Enterprise wird vor allem über die Volumenlizenzierung vertrieben. Diese Art der Lizenzierung richtet sich an Kunden, die zahlreiche Produkte von Microsoft für viele Anwender erwerben. Beziehen Unternehmen ein Produkt unter dieser Lizenz, dürfen sie dieses Produkt im Unternehmen in der Anzahl einsetzen, wie sie Lizenzen gekauft haben.

Bei dieser Art der Lizenzierung benötigen Sie keine Vorversion von Windows 10, da es sich immer um eine Vollversion handelt. Die nächste Stufe dieser Lizenzierung ist das Software Assurance Package. Da Unternehmen bei diesem Paket regelmäßig Zahlungen vornehmen, erhalten sie das Recht, immer die aktuellste Version des Produkts einzusetzen, das im Vertrag enthalten ist. Auf diesem Weg lässt sich zum Beispiel Windows 10 Enterprise nutzen. Microsoft bietet verschiedene Stufen der Software Assurance an. Meistens handelt es sich dabei um Zusatzleistungen zu den erworbenen Produkten.

Sie können für Windows 10 und andere Produkte auch Open License einsetzen. Die Vertragslaufzeit beträgt dabei normalerweise einige Jahre und Unternehmen müssen die Lizenz sofort auf einmal bezahlen. Die Preise sind dabei meistens deutlich niedriger als bei anderen Lizenzformen. Ein Angebot einzuholen lohnt also auch für kleine Unternehmen.

Vor allem mittelständische Unternehmen haben oft hohe Lizenzkosten, die sich mit Open Value als Ratenzahlung abfedern lassen. Neben dem Kauf, erlaubt Microsoft auch Mietmodelle unter Open Value. Dieses Programm trägt die Bezeichnung "Open Value Subscription". Microsoft bietet hier verschiedene Preisstufen an und die Software Assurance ist immer dabei. Das bedeutet, dass Unternehmen auch hier immer die neueste Version des lizenzierten Produkts einsetzen dürfen.

Um Windows 10 und Office 2016 optimal zu lizenzieren, bestehen weiterhin ähnliche Wege wie bei den Vorgängerversionen. Für Unternehmen stellt sich hier auch oft die Frage, ob sie Office 2016 in der herkömmlichen Version oder im Abo-Modell bei Office 365 [3] betreiben sollen. In vielen Fällen, vor allem bei Office 2016, sind die Abo-Modelle günstiger. Dazu kommen Zusatzfeatures wie mehr Cloudspeicher sowie ein vollwertiges Exchange-Postfach. Die Lizenzen für die Installation von Office 2016 erlauben teilweise die Installation auf bis zu fünf Computern. Im Gegensatz zur einmaligen Zahlung der Lizenz ist hier ein monatlicher Betrag fällig. Hier sollten Sie genau prüfen, welche Variante am besten geeignet ist.

Beim Einsatz mehrerer Rechner bieten sich häufig die Volumenlizenzprogramme Open, Select Plus und EA (Enterprise Agreement) an. Allerdings gibt es diese im Fall von Windows 10 oft nur als Upgrade-Lizenz. Das heißt, Unternehmen müssen ein Betriebssystem für jeden Rechner vorweisen, das eine Aktualisierung zu Windows 10 erlaubt. Das sind Windows 7 und Windows 8.

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5.11.2018/jp/ln//Thomas Joos

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