Fachartikel

Windows Server 2016: Snapshots von VMs erstellen (2)

Snapshots, in Windows Server 2016 auch Prüfpunkte genannt, helfen dabei, den Zustand von virtuellen Servern vor Konfigurationsänderungen oder zur Sicherung zu speichern. Im Idealfall können Sie den virtuellen Server damit bei Problemen in wenigen Sekunden auf den ursprünglichen Zustand zurücksetzen. Wir gehen genau auf diese Art von Absicherung ein und zeigen Ihnen, wie Sie optimal mit Prüfpunkten arbeiten. Im zweiten Teil der Workshopserie erfahren Sie, wie Sie bei der Arbeit mit Snapshots Leistungseinbrüche vermeiden und wie genau Sie Prüfpunkte anlegen.
Bitte recht freundlich! Snapshots helfen dabei, den Zustand von virtuellen Servern zu speichern.
Leistungseinbrüche vermeiden
So praktisch Snapshots auch sind, Sie kommen mit einem Dilemma: Erstellen Sie einen Prüfpunkt, sperrt Hyper-V die VHD(X)-Datei des virtuellen Servers vor zukünftigen Änderungen und speichert alle zukünftigen Daten in eine neue differenzierende Festplatte (AVHD). Erstellen Sie auf Basis dieses Prüfpunkte einen weiteren Prüfpunkt, verwendet auch dieser eine neue AVHD(X)-Datei, die wiederum auf die vorangegangene AVHD-Datei verweist. Je mehr Prüfpunkte Sie also schaffen, desto mehr AVHD-Dateien werden angelegt, was die Leistung des Servers beeinträchtigt.

Nach dem Setzen eines Prüfpunkts finden Sie im entsprechenden Ordner mehrere Dateien. Standardmäßig besteht ein virtueller Server aus einer VHD(X)-Datei (seiner virtuellen Festplatte), einer XML-Datei (alte Version bis Windows Server 2012 R2), die die Einstellungen des Servers enthält sowie den Statusdateien mit den Endungen BIN und VSV bis Windows Server 2012 R2. Verwenden Sie die neue Version 7.x für VMs in Windows Server 2016, bestehen die Konfigurations-Dateien für virtuelle Server aus Binärdateien mit den Endungen VMCX und VMRS.


Bild 4: Zu viele Prüfpunkte verkomplizieren die Verwaltung der Systemdateien
und der virtuellen Festplatten von VMs deutlich.

Erstellen Sie einen Prüfpunkt, legt der Server zunächst eine neue virtuelle Platte (AVHD) an. Diese Datei verwendet als Basis das VHD-File. Der Prüfpunkt schreibt zukünftige Änderungen des Servers in die AVHD-Datei. Ab jetzt verweist die Konfigurationsdatei des virtuellen Servers auf die AVHD-Datei, die die Änderungen seit dem Prüfpunkt enthält. Diese verwendet wiederum die VHD-Datei als Grundlage.
Ist nun eine Leseanforderung in der VM notwendig, muss Hyper-V prüfen, ob die differenzierende Festplatte die notwendigen Daten speichert. Wenn die zu lesenden Daten nicht auf der differenzierenden Festplatte gespeichert sind, muss der Host die Daten aus der übergeordneten virtuellen Festplatte lesen. Diese Vorgänge bremsen die Leseleistung deutlich aus. Tritt wiederum eine Schreibanforderung auf, schreibt Hyper-V die Änderung in die AVHD-Datei, denn die VHD-Datei ist durch den Prüfpunkt vor Änderungen geschützt. Jedes Mal, wenn Datenänderungen auf dem Server auftreten, führt die AVHD-Datei die Speicherung durch. Erstellen Sie mehrere Prüfpunkte, bauen die AVHD-Dateien aufeinander auf und verwenden als Basis die originale VHD-Datei. Das Schreiben und Lesen der Daten wird noch weiter verzögert.

Jeder Prüfpunkt in Hyper-V nutzt eine eigene AVHD-Datei. Jede Datei speichert die Änderungen von dem Zeitpunkt an, an dem der Prüfpunkt mit seiner AVHD-Datei erstellt wurde. Das wird solange fortgeführt, bis Sie den Prüfpunkt löschen oder einen neuen Prüfpunkt erstellen. Dadurch markiert Hyper-V die vorhergehende AVHD-Datei als lesende und die neue AVHD-Datei als schreibende Datei. Wenn also Prüfpunkt 2 erstellt ist, nutzt Hyper-V den Prüfpunkt 1 nur lesend. Sobald Prüfpunkt 3 erstellt ist, konfiguriert Hyper-V Prüfpunkt 2 als lesend. Prüfpunkt 1 bleibt lesend, genau wie die originale VHD.

Die Verwendung von virtuellen Festplatten kann schnell unübersichtlich werden, je mehr Prüfpunkte Sie einsetzen. Dieser Vorgang verschlechtert natürlich deutlich die Leistung von virtuellen Servern und verkompliziert auch deren Verwaltung und Konfiguration. Obwohl die VM generell nicht mehr Daten nutzt, wird teilweise bis zu 50 Prozent mehr Platz benötigt, um zum Beispiel drei Prüfpunkte zu verwenden. Eine Prüfpunkt-Datei kann in einem solchen Szenario durchaus größer werden als die zugrunde liegende originale VHD/VHDX-Datei.

Setzen Sie den Server zum Stand eines Prüfpunkts zurück, verwendet Hyper-V nicht mehr die AVHD-Datei, sondern wieder die originale VHD-Datei. Sie sehen den Verweis zu der AVHD-Datei auch in der XML-Konfigurationsdatei des Servers, wenn Sie die alte Version 5 verwenden. In der neuen Version ist das Verzeichnis nicht mehr aus den Konfigurationsdateien auszulesen. Ein Prüfpunkt eines virtuellen Servers besteht aus der BIN- und der VSV-Datei mit der Konfiguration des Servers zum Zeitpunkt des Prüfpunkte.

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11.02.2019/ln/Thomas Joos

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