Fachartikel

Datenbankverfügbarkeitsgruppen in Exchange 2016 (2)

Datenbankverfügbarkeitsgruppen – DAGs – halten Exchange-Datenbanken zwischen verschiedenen Servern synchron. Diese Absicherung ist bereits ab zwei Exchange-Servern sinnvoll und erhöht die Verfügbarkeit deutlich, ohne, dass ein teurer Cluster zum Einsatz kommen muss. Wir zeigen, wie sich DAGs über die Exchange Management Shell schnell einrichten lassen und wie die Steuerung der Replikation klappt. In der zweiten Folge des Workshops geht es um das Einrichten und Verwalten von Postfachdatenbankkopien.
DAGs halten Exchange-Datenbanken zwischen verschiedenen Servern synchron.
Postfachdatenbankkopien einrichten
Eine DAG ist zunächst nur ein leeres Gerüst. Erst wenn Sie Server als Mitglieder aufnehmen und die Datenbanken dieser Postfachserver replizieren lassen, aktivieren Sie diese Funktion. Postfachdatenbankkopien sind Replikate der Postfachdatenbanken auf den verschiedenen Mitgliedern der DAG. Datenbankkopien können Sie nur auf Postfachservern erstellen, die nicht als Host der aktiven Kopie einer Datenbank dienen. Sie können keine zwei Kopien derselben Datenbank auf demselben Server erstellen. Alle Kopien einer Datenbank verwenden auf allen Servern denselben Pfad. Die Pfade dürfen nicht in Konflikt mit anderen Datenbankpfaden stehen.

Datenbankkopien lassen sich an unterschiedlichen Active-Directory-Standorten und Netzwerksubnetzen erstellen. Sie können eine Datenbank weder außerhalb einer DAG noch eine Exchange2016-Postfachdatenbank auf einen Server mit Exchange 2010/2013 oder früher replizieren.

Datenbankkopien schaffen Sie im Exchange Admin Center oder mit dem Cmdlet AddMailboxDatabaseCopy in der Exchange Management Shell. Die Aktivierungseinstellungsnummer dient als Entscheidungsgrundlage bei der Datenbankaktivierung. Erkennt Exchange im Fehlerfall, dass mehrere Datenbankkopien dieselben Aktivierungskriterien erfüllen, verwendet Exchange die Kopie mit der niedrigsten Aktivierungseinstellungsnummer.

Um eine Kopie zu erstellen, öffnen Sie das Exchange Admin Center und navigieren zu "Server / Datenbanken". Markieren Sie die Datenbank, klicken Sie auf "Weitere" (die drei Punkte) und dann auf "Datenbankkopie hinzufügen". Die Option ist aber nur auf dem Server verfügbar, auf dem die aktive Datenbank gespeichert ist.

Sobald Sie die Konfiguration mit "Speichern" abschließen, beginnt Exchange mit dem Seeding. Dabei werden die Daten von der Quelldatenbank auf die Datenbankkopie übertragen. Nach der erfolgreichen Erstellung der Kopie sehen Sie deren Status im Bereich "Server / Datenbanken" auf der rechten Seite, wenn Sie die Datenbank anklicken.

Mit dem Cmdlet Get-MailboxDatabaseCopyStatus erfahren Sie mehr über den Status der Replikation für die Datenbankkopie. Auch das Cmdlet Test-ReplicationHealth zeigt den Status der Datenbankverfügbarkeitsgruppe und der Replikation an. Wechseln Sie in der Exchange Management Shell in den Scripts-Ordner von Exchange 2016 (standardmäßig "C:\Program Files\Microsoft\Exchange Server\V15\ Scripts"), können Sie durch Eingabe von .\CheckDatabaseRedundancy.ps1 ebenfalls einen Test der Replikation durchführen. Das Verzeichnis öffnen Sie in der Management Shell am schnellsten mit cd $exscripts.

Sie können auch Verzögerungen konfigurieren, mit denen die Daten der produktiven Datenbanken in die Postfachdatenbankkopien geschrieben werden. Dazu stehen die Eigenschaften der Datenbankkopie im Exchange Admin Center zur Verfügung oder Sie verwenden das Cmdlet Add-MailboxDatabaseCopy und die beiden Optionen "ReplayLagTime" und "TruncationLagTime":

  • ReplayLagTime legt fest, wie lange Exchange nach dem Kopieren der Transaktionsprotokolle auf dem Server mit der Postfachdatenbankkopie warten soll, bis die Transaktionsprotokolle in die Postfachdatenbankkopie übernommen werden.
  • TruncationLagTime bestimmt, wann Exchange die Transaktionsprotokolle löschen soll, die in die Datenbankkopie geschrieben sind.
Seite 2: Verwalten von Postfachdatenbankkopien


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8.06.2020/ln/Thomas Joos

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