Fachartikel

Seite 2 - So gelingt der Cloud-Exit

Kostenstruktur durchschauen
Der IT-Verantwortliche kann im Idealfall im Detail nachvollziehen, welche virtuellen Maschinen einem Workload tatsächlich welchen physischen Speicher im Netz zuweisen. So kann er sicherstellen, dass er bei einer Migration das gesamte Applikations-Stack mit Speicher migriert und keine VM vergessen oder kein Speicherbereich übersehen wird. Dieser Gesamtblick auf die Workloads wird immer wichtiger, da Firmen vermehrt auf Container-basierende Anwendungen setzen. Hierbei werden in extrem kurzer Zeit völlig neue Instanzen ausgerollt. Wer in eine solch dynamische Umgebung migrieren möchte, muss den Überblick behalten.

Ein weiterer Vorteil: IT-Verantwortliche haben die Möglichkeit, ihre Kostenstruktur gegenüber dem Management wesentlich effizienter und genauer zu dokumentieren. Damit können sie wirtschaftlich argumentieren, warum die Migration der Daten notwendig wird. Dabei helfen Prognosefunktionen den Einkauf eines Speichers wesentlich besser zu steuern: Wer bei einem Speicheranbieter von Zeit zu Zeit kleinere Tranchen an Storage ordert, ist schließlich in einer schlechteren Verhandlungsposition als derjenige, der über eine genaue Bedarfsprognose für die kommenden zwei Jahren verfügt.

Damit sich all diese Analysen leichter mit konkreten Kosten verbinden lassen, gibt es außerdem die Möglichkeit, entsprechende Einträge für die verschiedenen Speicheranbieter vorzunehmen. So lassen sich beispielsweise die Verrechnungsdaten von AWS Glacier hinterlegen. Die Software erkennt anschließend sofort, welche Daten immer wieder kostspielig aus dem Speicher gezogen werden und deshalb auf einer preiswerteren und leichter verfügbaren Alternative untergebracht wären. Aber auch global liefert die Lösung über ein Dashboard sofort Einblicke darüber, welche Teile der IT-Infrastruktur aus Backupsicht immer wieder für Probleme sorgen.
Die hohe Schule der Migration
Bisher haben Firmen ihren Datenbestand exakt erfasst und wissen so genau, welche Daten sie behalten, welche sie löschen und welche sie migrieren wollen. Bewegt wurde aber noch kein einziges Bit. Um die Daten zu migrieren, braucht es eine zentrale Instanz, die nicht nur mit den Data Movern aller gängiger Cloudprovider spricht. Diese Instanz muss zudem alle möglichen lokalen und hybriden Speicher ankoppeln und Files klug über schmale WAN-Trassen transferieren können, damit die Migration möglichst schnell funktioniert. Außerdem sollte der aktuelle Betrieb der wichtigen Anwendung nicht gestört werden, die Migration muss während des Betriebs geschehen.

Veritas hat daher sein zentrales Tool "Veritas Resiliency Platform" (VRP) in sein Backupwerkzeug "NetBackup" integriert, damit ein Unternehmen seine Daten flexibel ohne Ausfallrisiko migrieren kann. Dazu erkennt VRP die Struktur komplexer mehrstufiger Applikationsarchitekturen, sowie die Abhängigkeiten der Assets und erlaubt es einer Firma, den gesamten Migrationsprozess per simplem Drag & Drop einzurichten. Ein in die grafische Oberfläche integriertes webbasiertes Dashboard liefert in Echtzeit Messergebnisse dazu, ob die Geschäftsanwendungen die festgelegten Service-Ziele einhalten. Die Kunden finden dort unter anderem auch statistische Daten darüber, wie lange die Wiederherstellung während der Tests gedauert hat und das in einer eigenen Sandbox, die die Produktion nicht beeinflusst.

Fünf wichtige Schritte für die Exit-Strategie aus der Cloud

  • Sorgfältige Planung: Der Wechsel zurück zu einem On-Premises-System ist ein langfristiger Prozess. Deshalb müssen IT-Verantwortliche einen gründlichen Schritt-für-Schritt-Plan aufstellen und auf viele Herausforderungen gefasst sein.
  • Auf den Einsatz vorbereiten: Automatisieren Sie die Bereitstellung der Daten und führen Sie einen vollständigen Test durch, damit Sie sicher sein können, dass sic Ihre Anwendung schnell und zuverlässig einsetzen lässt.
  • Datentransfer sicherstellen: Jede Migration bedeutet, dass es einige Zeit dauern wird, bis Daten sowohl in der Cloud als auch vor Ort vorhanden sind. Eine solche Situation verursacht in der Regel einige unnötige Verzögerungen bei der Zusammenschaltung. Die Anwendung sollte in der Lage sein, diese zu bewältigen.
  • Verantwortung übernehmen: Ein Unternehmen muss sich mit alldem befassen, was bisher in der Verantwortung eines Cloudanbieters lag, wie Infrastruktur und Sicherheit.
  • Daten sichern: Der Backupplan sollte aktualisiert werden und der Schutz von Daten vor kleinen, aber schwerwiegenden Unfällen – wie einem Stromausfall – muss gewährleistet sein. Ein Hybrid-Computing-Modell könnte hier helfen.

Workloads lassen sich aus der Cloud in alle Richtungen verschieben, zum Beispiel innerhalb von Azure Stack, oder zwischen verschiedenen Azure-Regionen. Eine Notfallwiederherstellung ist auf Knopfdruck unter vollständiger Einbindung der VRP steuerbar. Daten und Workloads lassen sich so nahtlos in Hybrid- und Multicloud-Umgebungen portieren.

Auf dieser Grundlage sind ebenfalls Disaster-Recovery-as-a-Service-Konzepte möglich. Sollte, wie in Frankreich geschehen, das Rechenzentrum eines Providers komplett ausfallen, ließe sich über VRP ein Failover auf den DRaaS-Provider aktivieren. Umschaltzeiten, das Verhalten der Applikation und der gesamte Failover-Prozess lassen sich vorher testen und praxisnah simulieren, ohne dass die kritischen Applikationen in der Produktion davon beeinträchtigt werden. Auf diese Weise wird auch die Migration komplexer großer Anwendungen in hybriden Cloudinfrastrukturen beherrsch- sowie mess- und vor allem kontrollierbar.

Fazit
Es gibt unterschiedliche Gründe, warum ein Unternehmen eine Applikation aus der Public Cloud wieder in die eigene Infrastruktur zurück migrieren möchte. Dabei gilt: Je komplexer die Infrastruktur, je mehr Ebenen eine Applikation besitzt und je mehr die externe Cloudressourcen miteinander koppelt, desto aufwendiger ist eine Migration der Workloads und Daten. Deswegen ist es wichtig, diese in die ein oder andere Richtung zu planen und dafür zu sorgen, dass die Dienste und Anwendungen trotz des Umzugs störungsfrei weiterarbeiten. Aber wie bei allen Phasen der Cloudadaption ist es relevant, die Daten vorher aufzuräumen. Das hält den Prozess so schlank und effizient wie möglich.


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7.04.2021/ln/Patrick Englisch, Regional Sales Engineer Leader bei Veritas Technologies

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