Fachartikel

Seite 2 - Vorausschauendes Systemmanagement

Integrationen sparen Zeit
In der Regel stellen die Hersteller von Infrastruktursystemen ihren Produkten vielseitige Managementtools zur Seite, die optimal auf die jeweiligen Systeme abgestimmt und daher einfach zu nutzen sind. Diese Werkzeuge bringen eigentlich alles mit, was Unternehmen für ein umfassendes Systemmanagement benötigen, unterstützen allerdings nur die Systeme des jeweiligen Anbieters. Um in heterogenen IT-Umgebungen nicht regelmäßig zwischen verschiedenen Tools hin und her wechseln zu müssen, benötigen Unternehmen ergänzende Ansätze. Früher waren das oft mächtige, aber auch sehr komplexe Management-Frameworks, heute kommen eher individuelle Toolsets zum Einsatz, die einfacher zu handhaben sind und sich besser auf die eigenen Anforderungen zuschneiden lassen. In vielen Unternehmen hat sich beispielsweise Nagios für das Monitoring bewährt, während Ansible bei Deployment und Konfiguration sowie der Orchestrierung der Systeme beliebt ist.

Die Tools der Serveranbieter arbeiten mit diesen Produkten dank offener Standards und Schnittstellen ebenso reibungslos zusammen wie mit VMware vCenter und Microsoft Windows Admin Center. Die Integration in die Managementsoftware von VMware und Microsoft spart Administratoren viel Zeit, weil sie hardwarenahe IT-Verwaltungsaufgaben sowie das Management von Betriebssystemen und virtuellen Umgebungen über eine zentrale Oberfläche erledigen können. Auch der parallele Rollout von Firmware- und Betriebssystem-Updates ist möglich, und das sogar in Clustern, ohne dass Anwendungen oder Services offline gehen. Schließlich werden alle Knoten nacheinander aktualisiert und virtuelle Maschinen automatisch auf verfügbare Knoten verschoben.

Optimal ist es, wenn sich die herstellereigenen Tools durch Plug-ins erweitern lassen und sich in weiterführende Plattformen wie ein IT-Service-Management einklinken. So kann bei Problemen automatisch ein Ticket generiert und etwa der Austausch einer ausfallbedrohten Komponente initiiert werden. Solche dokumentierten und automatisierten Abläufe sind insbesondere für die IT-Verfügbarkeit in Außenstellen und Niederlassungen ohne dediziertes IT-Personal wichtig.
Profis schwören auf Skripte
So flexibel und vielseitig die verschiedenen Tools auch sein mögen, lassen sich viele Aufgaben doch am schnellsten per Skript erledigen – insbesondere, wenn es um Routinetätigkeiten wie das Ändern von Kennwörtern oder die Aktualisierung von Profilen auf mehreren Systemen geht. Sind alle benötigten Befehlszeilenkommandos in einem Skript gespeichert, lassen sie sich bei Bedarf schnell starten und werden dann abgearbeitet, ohne dass ein Administrator den Vorgang überwachen und eingreifen muss. Das ist gerade bei länger dauernden Abläufen wie der Installation eines Betriebssystems ungemein praktisch.

Allerdings setzen Skripte viel Know-how und Erfahrung voraus und sollten vor dem Einsatz auf Produktivsystemen unbedingt getestet werden. Anders als bei grafischen Oberflächen gibt es keine Sicherheitsabfragen und die hinterlegten Befehle werden auf jeden Fall ausgeführt.

Welche Managementoptionen ein Unternehmen nutzt, hängt letztlich von den Vorlieben der Administratoren und den internen Abläufen ab. Grundsätzlich hilfreich ist es, wenn Server-BMC und Managementtool des Serverherstellers offen und integrationsfreudig sind, damit Admins flexibel zwischen der GUI des Controllers, den Herstellertools, Angeboten von Drittanbietern und aus der Open-Source-Community sowie Skripten wechseln und das Werkzeug wählen können, das am besten zur jeweiligen Aufgabe passt. Schließlich ist vor allem wichtig, das Systemmanagement kontinuierlich durchzuführen, da es die Infrastruktur schützt und betriebsbereit hält. Mit den richtigen Werkzeugen gelingt das, ohne IT-Abteilungen zu überlasten.

Fazit
Systemmanagement war in der Vergangenheit ein stiefmütterlich behandeltes Thema – trotz der damit verbundenen Risiken. Dank moderner Tools und Methoden wird die Aufgabe jedoch einfach und bindet nicht mehr viel Zeit und Ressourcen. Richtig durchgeführt, verbessert Systemmanagement die Stabilität der IT-Umgebung deutlich, steigert die Effizienz, verbessert den Schutz vor Cyberangriffen und entlastet das Personal bei Routineaufgaben.

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2.11.2022/ln/Peter Dümig, Senior Product Manager Server bei Dell Technologies Deutschland

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