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Cloud: Viel genutzt, wenig gesichert

Unternehmen haben mit der rasanten Expansion der Cloud zu kämpfen. Dies geht aus dem neuen Cloud Security Threat Report (CSTR) von Symantec hervor. Dabei geben 53 Prozent der Organisationen in Deutschland an, dass ihre Cloudsicherheit nicht ausgereift genug ist, um mit der rasanten Expansion von Cloudanwendungen Schritt zu halten.
Für den Symantec-Bericht [1] wurden 1250 Security-Entscheider weltweit befragt. Die Ergebnisse unterstreichen, dass sich die Sicherheitslandschaft in der Cloud wandelt. Eine Erkenntnis: Unternehmen haben einen Wendepunkt erreicht, denn mehr als die Hälfte (53 Prozent) aller Workloads sind bereits in die Cloud migriert. Gleichzeitig geben 53 Prozent der Organisationen in Deutschland an, dass ihre Cloudsicherheit nicht ausgereift genug ist, um mit der rasanten Expansion von Cloudanwendungen Schritt zu halten.

"Die Einführung neuer Technologien führte in der Vergangenheit fast immer zu Sicherheitslücken. Wir haben festgestellt, dass die durch Cloud Computing entstandenen Lücken angesichts der Vielzahl geschäftskritischer Daten, die in der Cloud gespeichert werden, ein größeres Risiko darstellen als zuvor angenommen. Unsere Untersuchungen zeigen, dass 69 Prozent der Unternehmen weltweit (71 Prozent in Deutschland) der Meinung sind, dass ihre Daten bereits im Dark Web zum Verkauf stehen. Sie befürchten auch ein erhöhtes Risiko von Datenschutzverletzungen aufgrund ihrer Cloudmigration", erklärt Nico Popp, Senior Vice President Cloud & Information Protection, bei Symantec.

"Datenschutzverletzungen können das Geschäftsergebnis signifikant beeinträchtigen. Sicherheitsteams bemühen sich daher, dies zu verhindern. Unser CSTR 2019 zeigt, dass es nicht die zugrundeliegende Cloudtechnologie ist, die das Problem der Datenschutzverletzung verschärft – es sind vielmehr unzureichende Sicherheitspraktiken, überlastete IT-Mitarbeiter und das riskante Nutzerverhalten im Zusammenhang mit der Einführung der Cloud."

Sicherheitsmodernisierungen können nicht schritthalten

Unternehmen haben Schwierigkeiten, ihre Sicherheitsmaßnahmen zeitgleich zur Einführung der Cloud zu modernisieren – 71 Prozent der deutschen Unternehmen erlebten einen Sicherheitsvorfall aufgrund unzureichender Sicherheitsmaßnahmen. Mangelnde Transparenz über Cloud-Workloads ist hier die Hauptursache – die überwältigende Mehrheit der Befragten (93 Prozent) berichte von Problemen bei der Kontrolle der Cloud-Workloads. So ergab die Symantec Studie, dass deutsche Unternehmen zwar im Durchschnitt 436 Cloud-Apps verwenden, die tatsächliche Zahl liegt jedoch fast viermal höher – und zwar werden insgesamt 1807 Apps genutzt.

Infolge dieser unausgereiften Praktiken, zu denen auch eine schlechte Konfiguration, fehlende Verschlüsselung oder Multi-Faktor-Authentifizierung (MFA) gehören, sind Unternehmen einem erhöhten Risiko von Insider-Bedrohungen ausgesetzt. Diese stuften die Befragten immerhin als drittgrößte Bedrohung für die Cloudinfrastruktur ein. Die Ergebnisse des CSTR zeigen, dass 65 Prozent der Firmen MFA in IaaS-Konfigurationen nicht implementieren, 80 Prozent verwenden keinerlei Verschlüsselung.

Komplexität fordert ihren Tribut

Die Einführung der Cloud führt zu einer höheren Komplexität, wie die IT unter anderem in der Public Cloud, Private Cloud, Hybrid oder on-premises bereitgestellt wird und wo die Daten gespeichert sind. IT-Teams sind damit schlicht überfordert. Es ist daher nicht verwunderlich, dass laut dem CSTR von Symantec 27 Prozent der Cloud-Sicherheitswarnungen in deutschen Firmen keine Beachtung finden. Ein Großteil (64 Prozent) der Security-Vorfälle weltweit tritt auf Cloudebene auf. Mehr als die Hälfte der Befragten gab zu, dass sie mit der Zahl der Vorfälle nicht Schritt halten können. Die Zukunft sieht entsprechend "neblig" aus – 83 Prozent sind überzeugt, dass sie keine Prozesse etabliert haben, um bei Cloud-Sicherheitsvorfällen effektiv zu handeln.

Gefährliche Verhaltensweisen sorgen für Herausforderungen bei IT-Teams

Eine der größten Herausforderungen für Sicherheitsteams ist das wachsende riskante Nutzerverhalten. Die weltweiten Studienteilnehmer geben an, dass fast jeder dritte Mitarbeiter ein riskantes Verhalten in der Cloud aufweist. Gleichzeitig zeigen die Umfrageergebnisse, dass 85 Prozent der Befragten keine optimalen Sicherheitsverfahren anwenden. Infolge dieses risikoreichen Verhaltens werden sensible Daten häufig unsachgemäß in der Cloud gespeichert. Unternehmen sind damit anfälliger für Datenschutzverletzungen; 93 Prozent der Befragten geben an, dass übermäßiges Teilen von Daten und Inhalten, sogenanntes "Oversharing", ein Problem ist.

Sie schätzen, dass ein Drittel der Dateien nicht in der Cloud abgelegt werden sollten. In Deutschland gehen die Befragten davon aus, dass sogar 40 Prozent der Dokumente nicht in die Cloud gehören. Wie auch bereits bei früheren Technologien ist die Cloud nicht immun gegen unsicheres Anwenderverhalten. Zu den gängigen riskanten Verhaltensweisen zählen Nutzer mit schwachen Passwörtern (40 Prozent), schlechter Passwortverwaltung (35 Prozent), unbefugte Nutzung von Cloud-Anwendungen (34 Prozent) und unsichere Verbindungen zu persönlichen Endgeräten (33 Prozent).

Automatisierung und KI

Dank der Cloud sind Unternehmen effizienter als jemals zuvor und verfügen über neue Fähigkeiten. Der Cloud Security Threat Report von Symantec zeigt allerdings deutlich, dass sich viele Firmen nicht mit den Sicherheitsrisiken auseinandersetzen, die die Einführung der Cloud mit sich bringt. Dazu gehört beispielsweise ein höheres Risiko von Datenschutzverletzungen. Investitionen in Cloud-fähige Cyber-Sicherheitsplattformen, die Automatisierungsprozesse und künstliche Intelligenz nutzen haben eine Reihe von Vorteilen.

Sie sorgen unter anderem für höhere Transparenz und entlasten damit die Security- und IT-Teams. Sie sind außerdem eine gute Möglichkeit, um die Verteidigung zu automatisieren und Data Governance-Grundsätze durchzusetzen. Da sich Cybersecurity jedoch zunehmend auf den Geschäftserfolg auswirkt, ist es auch an der Zeit, die bisherige Handhabung neu zu kalibrieren und Sicherheits-Best-Practices auch auf Mitarbeiter-Ebene anzuwenden.
11.09.2019/dr

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