Meldung

Gefährliche Malware zum Schleuderpreis

Cyberkriminelle greifen mit gefälschten Rechnungen vermehrt Unternehmen des produzierenden Gewerbes in Deutschland an. Das hat der US-amerikanische Cybersecurity-Spezialist Proofpoint herausgefunden. Die Angreifer versenden dabei gefälschte Rechnungen, die als Köder verwendet werden oder aber die E-Mail beinhaltet einen Link zu einer Website, auf der das gefälschte Dokument zum Download zur Verfügung steht.
Die Dokumente sind mit dem Remote Access Trojaner NanoCore infiziert. Laut Proofpoint [1] enthalten Anhänge eine komprimierte ausführbare Datei (mit der Erweiterung ".Z"), während bösartige Links den Empfänger veranlassen, die auf "onedrive.live.com" gehostete Malware herunterzuladen.

Sobald der Benutzer entweder auf den Link klickt und die ausführbare Datei herunterlädt oder den Anhang ausführt, wird NanoCore auf seinem System installiert. Damit erhalten die Kriminellen volle Kontrolle über diesen PC und können andere Schadsoftware nachladen, beispielsweise Spionage-Software oder Ransomware, um Rechner zu verschlüsseln und erst gegen Lösegeld wieder zu entschlüsseln.

Schadsoftware für 20 Dollar

In negativer Weise bemerkenswert ist dabei, dass mehr oder weniger jeder, der kriminell tätig werden möchte, nahezu kein Expertenwissen mehr benötigt. Auf dem digitalen Schwarzmarkt ist NanoCore heute schon für 19,99 US-Dollar zu haben. Darüber hinaus ist NanoCore sehr einfach zu bedienen. Dieser niedrige Preis in Kombination mit einem auf hohe Benutzerfreundlichkeit ausgerichteten Design bedeutet, dass Angreifer mit NanoCore einen kostengünstigen Einstieg in Malware-Kampagnen erhalten. Dies trägt seit vielen Jahren zur Prävalenz von NanoCore bei zahlreichen Bedrohungsakteuren bei.

Mitarbeiter in der deutschen Fertigungsindustrie sollten unbedingt größte Vorsicht walten lassen, wenn sie Dokumente unbekannter Herkunft öffnen – beispielsweise, wenn der Geschäftskontakt des Lieferanten plötzlich „ausnahmsweise“ von seinem angeblichen privaten E-Mail-Account eine Rechnung sendet. Die Wahrscheinlichkeit, dass es sich dabei um eine Täuschung handelt, ist sehr groß.

Am besten ist dann, diesen Geschäftskontakt über einen anderen Weg zu kontaktieren, am besten direkt unter seiner bekannten Nummer anzurufen, um zu klären, ob diese Rechnung wirklich von ihm stammt. Ist das nicht der Fall, sollte man die Mail sofort löschen. Anwender dürfen auf keinen Fall ohne Prüfung die Dokumente öffnen oder enthaltene Links anklicken.
19.12.2019/dr

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