Meldung

Jede zweite Firmenwebseite mit Sicherheitsrisiken

Viele Webseiten mittelständischer Unternehmen werden ungewollt zum Einfallstor für Cyberkriminelle. Der Verband der Internetwirtschaft eco hat 1406 Webseiten mit dem Sicherheitsscanner SIWECOS untersucht und festgestellt: 39 Prozent der untersuchten Webseiten nutzen kein HTTPS. Auch Sicherheitslücken finden sich offenbar reichlich.
Aktuelle Internetbrowser wie der Google Chrome kennzeichnen inzwischen Internetseiten ohne HTTPS als "nicht sicher". Rund 14 Prozent der geprüften Webseiten setzen Zertifikate ein, die bei der ausstellenden Zertifizierungsstelle abgelaufen sind oder fehlerhaft implementiert wurden. Auch kritische Sicherheitslücken sind noch weit verbreitet, zeigt der SIWECOS-Scan. Bei rund acht Prozent der untersuchten Webseiten ist der Server durch eine POODLE-Schwachstelle verwundbar, die es einem Angreifer erlauben könnte, die Kommunikation zu entschlüsseln. 5,6 Prozent der Webseiten sind potenziell mittels Padding Oracle Angriff angreifbar.

Bei rund 25 Prozent der überprüften Webseiten lässt sich die Version des Content Management Systems (CMS) oder der verwendeten Plugins auslesen. Ein Drittel dieser Seiten arbeitet mit einer Version mit bekannten Schwachstellen. Jedes Unternehmen sollte den Sicherheitsstatus des eigenen CMS regelmäßig überprüfen, beispielsweise mit den kostenfreien Scannern von SIWECOS, empfiehlt die Projektleiterin von SIWECOS, Cornelia Schildt: "Die Verantwortlichen in vielen Unternehmen wissen oftmals nicht, dass ihr CMS Schwachstellen hat und gefährden so Unternehmens-IT und Kundendaten."

Kostenfreier Website-Check

Nachholbedarf haben klein- und mittelständische Unternehmen in NRW zudem beim Schutz vor Phishing-Attacken: 33 Prozent aller geprüften KMU-Webseiten haben maschinell auslesbare E-Mail-Adressen, 14 Prozent auslesbare Telefonnummern. "Wir empfehlen, diese Kontaktdaten nicht maschinell auslesbar zu hinterlegen, denn Cyberkriminelle oder Spammer greifen diese Information gerne automatisiert von Unternehmenswebseiten ab. Das führt zu einem erhöhten Spam-Aufkommen und bildet eine Grundlage für mögliche Spear-Phishing Attacken", so Schildt.

Wer solche Sicherheitslücken findet und verschließt, der verhindert, dass Cyberkriminelle darüber eindringen um unbemerkt Kundendaten zu stehlen oder sogar Viren an die Besucher der Webseite verbreiten. Das kann teuer werden: Haben Firmen ihre Online-Sicherheit nachweislich vernachlässigt und Cyberkriminelle personenbezogene Daten ausgelesen, dann können Datenschutz-Behörden hohe Bußgelder verhängen.

Der Sicherheitsstatus einer Website lässt sich mit dem kostenlosen Website-Check von SIWECOS [1] binnen Sekunden überprüfen. Der Name steht für "Sichere Webseiten und Content Management Systeme". Nachdem eine Webseiten-Adresse auf www.siwecos.de eingegeben wurde, geben die Scanner nach einigen Sekunden in den Farben grün, gelb und rot sofort Ergebnisse zu Sicherheitsaspekten und erläutern diese.
20.12.2019/dr

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