Meldung

Blick auf 20 Jahre Cyberbedrohungen

Der Jahreswechsel ist ein guter Zeitpunkt, um die aktuelle Bedrohungslandschaft zu betrachten und Prognosen zu wagen, wohin sie sich entwickeln könnte. Der Report "Cyberthreats: A 20-Year Retrospective" von Sophos hingegen gibt einen Überblick über die Cyberbedrohungen und Ereignisse, die in den vergangenen 20 Jahren den größten Einfluss auf die Sicherheitslandschaft hatten.
Internet-Würmer dominierten die Bedrohungslandschaft Anfang der 2000er.
Sophos gibt einen umfassenden Rückblick [1] auf Cyberbedrohungen und Ereignisse der vergangen zwei Jahrzehnte und zeigt die verschiedenen Epochen auf, in denen Würmer, Stuxnet oder Ransomware dominierten:

2000 bis 2004­: Angriff der Würmer
In den ersten Jahren des Jahrtausends wurde ein Wurm nach dem anderen auf die Welt losgelassen. Sie wüteten im Internet mit Infektionsraten, die sich in weniger als zehn Sekunden verdoppeln konnten. Etwa zehn Prozent aller mit dem Internet verbundenen Hosts waren betroffen und irgendwann waren Würmer für 25 Prozent aller Spam-Mails verantwortlich. Viele missbrauchten Schwachstellen, für die bereits Patches zur Verfügung standen. Mindestens einer zeigte eine konstante Entwicklung hin zur Überlistung der Sicherheitserkennung. Diese Würmer verursachten insgesamt rund 100 Milliarden Dollar an Kosten zur Schadensbegrenzung. Sie ebneten den Weg für Botnets, die massiv Spam verbreiten und rücksichtslos zur Monetarisierung eingesetzt werden.

2005 bis 2012: Spam und Scam
Dies ist die Epoche, in der Cyberkriminalität zu einem Geschäft wurde. Gut organisierte Spammer zielten mit Pharma-Scams und Malvertising auf die Anwender ab. Die Landschaft wurde durch Exploit-Kits und staatlich gesponserte Bedrohungen und ihre fortschrittlichen, teuren Tools für immer verändert. Das Storm-Botnet, das den Spitznamen "der größte Supercomputer der Welt" trägt, hat schätzungsweise zwischen einer und zehn Millionen Geräte kompromittiert. Im Jahr 2009/2010 zeigte Stuxnet der Welt, wie Cyberwaffen gegen physische Systeme eingesetzt werden können. Zudem ermöglichte der Aufstieg der Kryptowährungen Angreifern eine neue Möglichkeit, Geld zu verdienen – und zwar Lösegeld.

2012 bis heute:  Ransomware und staatliche Hacker
In den letzten Jahren hatte keine Cyberbedrohung einen schädlicheren Einfluss gehabt als Ransomware. Bis heute belaufen sich die Schäden und die Auswirkungen der Lösegeldforderung auf Billionen von Dollar. Darüber hinaus gab und gibt es in dieser Ära die transformatorischen Angriffe von Wannacry und NotPetya sowie die Weiterentwicklung und Fortsetzung der Botnets. Zudem kennzeichnen noch mehr Würmer, Spam und das Aufkommen von staatlich gesponserten Cyberwaffen die aktuelle Entwicklung.

Heute sind Diebstahl bei Online-Zahlungen, immer raffinierteres Phishing sowie der Rückgang der Online-Privatsphäre ebenfalls Teil der ständig wachsenden, immer komplexeren Bedrohungslandschaft. Zudem stehen alle Tools heute als "Everything-as-a-Service" (XaaS) zur Verfügung. So sind Cyberattacken selbst für Cyberkriminelle möglich, die nicht über technisches und intellektuelles Know-how verfügen.
5.01.2021/dr

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