Fachartikel

Seite 2 - In der Cloud mit sensiblen Daten arbeiten

Jede Entscheidung mit Konsens und Dokumentation
Um die Akzeptanz der Entscheidungen zu ermöglichen, erfolgten Beschlüsse in Form von Abstimmungen zu jedem Themengebiet des Zielzustands des AWS-Frameworks. Nicht nur Logmanagement, Benutzerrechte und Verschlüsselung waren daher Gegenstand der Diskussionen. Auch deren Konzept, Implementierung und Dokumentation sowie die gemeinschaftliche Entscheidung zur Architektur waren wichtig. Erst die gemeinsame Bewertung und der Austausch der Argumente führte zu einer technischen Implementierung, die von allen Beteiligten abgenommen wurde und die Anforderungen vollkommen erfüllt. Wichtig war, dass sich die Verantwortlichen mit dieser Implementierung identifizieren und sie wertschätzen.

Die Installation des AWS-Frameworks auf der technischen Basis einer AWS-Landing-Zone erfolgte schließlich mit Infrastructure-as-Code; Konfigurationen wurden in Pipelines hinterlegt. Neue AWS-Accounts lassen sich seitdem vollautomatisiert anlegen, was Skalierbarkeit, Wachstum und Sicherheit gewährleistet – denn manuelle Fehler sind damit ausgeschlossen.

Zudem wurde das Zusammenspiel von Cloudumgebung (AWS-Framework) und Servicemanagement-Plattformen (Incident-, Change- und Problemprozesse) orchestriert. Technische Maßnahmen wie Dashboards, Überwachung, Erkennen von und Reagieren auf Abweichungen und vorhandene Erfahrungswerte minimieren Risiken weiter. Dazu gehört, dass je nach Region, Service und Daten bewusste Begrenzungen beim Start neuer Anwendungsentwicklungen bereits bestehen.
Gemeinsamer Kenntnisstand zur Nutzung der Cloud
Die Zusammenarbeit mit dem Dienstleister hat es der Haufe Group ermöglicht, einen gemeinsamen Kenntnisstand und ein gemeinsames Verständnis zur breiteren Nutzung der Cloud zu schaffen. Intern können Entwicklerteams, regulatorische Rollen, Architektinnen und Architekten sowie Betriebsverantwortliche eng am gleichen vereinbarten Ziel zusammenarbeiten. Die gemeinsam abgestimmte Roadmap zeigt dabei den Weg zum Onboarding der Kolleginnen und Kollegen, zum Skill-Aufbau im Haus und zur Nutzung der AWS-Dienste, die die spezifischen Unternehmensanforderungen und die geplante Skalierung abbilden.

In der AWS Landing Zone können die Produktteams nun mit klaren Regeln und Verantwortlichkeiten sensible Daten verarbeiten. Dabei kam das Shared Responsibility Model von AWS zum Einsatz, bei dem AWS die Infrastruktur und die genutzten Services bereitstellt und die Haufe Group für Sicherheit und Datenschutz der darauf basierenden Anwendungen verantwortlich ist. Darüber hinaus teilen nun die internen AWS-Framework-Verantwortlichen der Haufe Group die ihnen zugewiesene Shared Responsibility des "Customers" mit den Entwicklerteams.

Aufbau eines Cloud Competence Centers
Im Haufe-Group-Cloud-Team selbst werden nicht nur Fachkenntnisse benötigt, sondern auch ein Enterprise-Verständnis, um das Gesamtbild besser zu verstehen. Die direkt gruppe unterstützt die Haufe Group daher im nächsten Schritt beim Aufbau eines Cloud Competence Centers. Das Competence Center fungiert als fachliche und methodische Begleitung der künftigen Cloudprojekte, wie zum Beispiel zur weiteren Vereinfachung der Governance.

Für die AWS-Accounts, die bereits vor dem AWS-Framework bestanden, erfolgt eine Migration in die neue AWS-Landing-Zone und damit eine Anpassung an die neuen gemeinsam definierten Spielregeln innerhalb dieser Struktur. Ziel ist die kontinuierliche Weiterentwicklung des AWS-Frameworks. Mit den Erfahrungen aus diesem Projekt gewinnt die Haufe Group zudem einen weiteren Vorteil: In einem weiteren Cloudprojekt kann die Haufe Group nun entsprechende Prozesse und technische Umsetzungen mit geringerem Zeitaufwand einführen.

"Gerade der Wissenstransfer von der direkt gruppe befähigt uns zu dieser Weiterentwicklung. Wir haben jetzt klarere Antworten und sind besser aufgestellt als zu Beginn, um die Cloud Governance zu steuern", bilanziert Andreas Plaul, Head of ICT-Services. Der Dienstleister wird die Haufe Group außerdem einem Health Check unterziehen, um neue Bedürfnisse und Weiterentwicklungsbedarfe festzustellen und auf diese zu reagieren.

Fazit
In Zusammenarbeit mit einem Dienstleister hat die Haufe Group ihre Fragen bei der Cloud-Nutzung beantworten können. Ein Framework und individuelle Best Practices geben einen gesicherten Rahmen für künftige Projekte vor. Darüber hinaus verfügt das Unternehmen nun über die Expertise und das Prozessverständnis, um standardisiert und mit reduziertem Zeitaufwand weitere Produkte und Services – bestehende aus dem Hosting-Umfeld oder Innovationen – in die Cloud zu bringen.

15.04.2020/ln/Adrian Wnek, Senior Cloud Consultant bei der direkt gruppe

Nachrichten

Fünf Mythen zu Ransomware [27.10.2020]

Angriffe mit Ransomware sind weltweit auf dem Vormarsch und werden auch künftig nicht nachlassen. Einem Bericht zufolge ist die Zahl der Lösegeld-Angriffe weltweit im Vergleich zum Vorjahreszeitraum um 50 Prozent gestiegen. Immer noch halten sich jedoch Mythen, die Unternehmen bei Lösegeldforderungen falsche Entscheidungen treffen lassen. [mehr]

Hochentwickelte Malware in der Mache [26.10.2020]

Avira hat eine neue Variante des Mirai-Botnets identifiziert – die neue Version wurde nach dem japanischen Schwert Katana benannt. Obwohl sich das Katana-Botnet derzeit noch in Entwicklung befindet, verfügt es bereits über Module wie Layer 7-DDoS, unterschiedliche Verschlüsselungen je nach Ursprungsort, schnelle Selbstreplikation und eine gesicherte Verbindung zum Command-and-Control-Server. [mehr]

Tipps & Tools

Vorschau November 2020: Server- und Storage-Virtualisierung [26.10.2020]

Virtualisierung ist aus der IT nicht mehr wegzudenken. In der November-Ausgabe des IT-Administrator dreht sich der Schwerpunkt um das Thema "Server- und Storage-Virtualisierung". Darin erfahren Sie, wie sich die Virtualisierungstechnologie entwickelt hat, welche Varianten es im Bereich Server und Speicher gibt und wie es in Zukunft weitergehen könnte. Dabei beleuchten wir auch die Unterschiede zu Containern und befassen uns mit Software-defined Storage und hyperkonvergenten Systemen. In den Tests werfen wir unter anderem einen Blick auf das Private-Cloud-Angebot von IONOS. [mehr]

VMworld 2020: VMware kündigt neue Partnerschaften an [6.10.2020]

Auf der VMworld 2020 im Oktober stellte VMware neue Produkte vor und kündigte Partnerschaften mit NVIDIA und GitLab an. Die Zusammenarbeit mit NVIDIA umfasst unter anderem eine neue Architektur für Rechenzentren, Cloud und Edge, die auf NVIDIA Data Processing Units setzt. VMware gab außerdem Updates des Tanzu-Supports für VMware Cloud on AWS, Azure VMware Solution und Oracle Cloud VMware Solution bekannt. [mehr]

Buchbesprechung

Windows 10 Pannenhilfe

von Wolfram Gieseke

Anzeigen