Grundlagen

ARP-Angriffe

Im Intranet basiert die Adressierung, anders als im Internet, nicht auf Layer 3 (IP), sondern auf Layer 2 (Ethernet). Ein Paket findet sein Ziel über die MAC-Adresse. Damit die Auflösung zwischen IPv4- und MAC-Adressen reibungslos funktioniert, kommt ARP (Address Resolution Protocol) beziehungsweise sein Pendant RARP (Reverse ARP) zum Einsatz. Darauf baut eine der häufigsten Angriffe aus dem Internet auf: ARP-Spoofing.
Der einfachste Angriff auf ARP-Ebene basiert darauf, dass der Angreifer kontinuierlich ARP-Reply-Pakete an Computer A schickt und so seine eigene MAC-Adresse für die IP-Adresse von Computer B setzt. Sendet er nun noch ein ARP-Reply an Computer B, in dem seine MAC-Adresse für die von Computer A eingetragen ist, verfügt er über eine bidirektionale Man-in-the-Middle- Verbindung. Dieser Angriff wird auch Network Hijacking genannt. Nun ist der Angreifer in der Lage, sämtlichen Traffic zwischen den beiden Computern zu lesen und zu manipulieren.

Man-in-the-Middle-Angriffe über ARP sind am einfachsten auf dem Client zu erkennen, aber auch Netzwerkgeräte wie Switche können dies, wenn der Traffic des Angriffs über sie läuft. Wie wir schon gesehen haben, wird innerhalb eines internen Netzes ein ARP-Request verschickt, um die zu einer IPv4-Adresse zugehörige MAC-Adresse zu finden. Der Angriff beruht darauf, den Reply auf einen ARP-Request zu fälschen, sodass der Client anstatt der richtigen IP-Adresse die des Angreifers in seinen ARP-Cache einträgt. Die einfachste Art, diesen Angriff zu verhindern, ist es, überhaupt kein ARP-Protokoll zu nutzen, um MAC-Adressen zu verbreiten. Stattdessen werden die MAC-Adressen in allen Geräten des Netzwerks statisch eingetragen.

Viele Netzwerkgeräte bieten heutzutage die Möglichkeit, statisch oder dynamisch MAC-Adressen zu lernen und zu prüfen. Relevante Techniken sind hierbei etwa Port Security, DHCP Snooping, Private VLANs, AID und die Implementierung des 802.1x-Standards.

Es ist nicht sehr schwer, sich vor den beschriebenen Angriffen zu schützen. Entweder setzt der Administrator auf eine Kombination von statischem ARP und Konfigurationsmanagement-Tool oder auf Features seiner Switche. Das Address Resolution Protokoll wurde 1982 standardisiert, als ein Netzwerk noch ausschließlich aus freundlich gesinnten Computern zu bestehen schien. Jeder, der ARP einsetzt, sollte sich darüber im Klaren sein, dass es sich hierbei um kein sicheres Protokoll handelt, und entsprechende Vorsichtsmaßnahmen treffen.
27.03.2015/Lucy Pelzer und Bastian Ballmann/jp/ln

Nachrichten

Schutzschild für die Cloud [22.02.2021]

Die neueste Version von Tufin SecureCloud unterstützt nun auch die Google Cloud-Plattform und bietet den Kunden so die Möglichkeit, Compliance-Richtlinien zu definieren und zu überwachen. Mit Amazon Web Services, Microsoft Azure sowie der Cloud-Plattform von Google unterstützt Tufin fortan die drei führenden Cloudanbieter, was vor allem Unternehmen mit Multi-Cloud-Strategie nützt. [mehr]

Kostenfreier Passwort-Manager von Avira [19.02.2021]

Nutzer, die ihre Passwörter kostenlos und geräteübergreifend verwalten möchten, können dies mit dem "Avira Password Manager" tun. Damit lassen sich sichere Passwörter generieren, speichern, verwalten und synchronisieren. Der Password Manager meldet Nutzer automatisch bei allen Online-Konten an – egal ob unter Windows, Mac, iPhone oder Android. [mehr]

Tipps & Tools

Im Test: Veeam Availability Suite 11 [28.01.2021]

Die Datensicherungssoftware Veeam Backup & Replication als Hauptbestandteil der Availability Suite ist seit Jahren bei KMU weit verbreitet. Zusätzliche Anforderungen wie der Betrieb in der Cloud und der Einsatz auf verschiedenen Virtualisierungsplattformen verlangen immer wieder Funktionserweiterungen. Sehr interessant für Multiplattform- und Cloudumgebungen sind die Möglichkeiten zur VM-Migration und -Konvertierung. Gut gefallen in Version 11 hat uns außerdem die CDP-Funktion, um bei einem Ausfall einen Failover mit nur minimalem Datenverlust zu realisieren. [mehr]

Vorschau Februar 2021: Sichere Virtualisierung [18.01.2021]

Virtualisierung sorgt für deutlich mehr Flexibilität in der IT. Doch wollen auch virtuelle Umgebungen richtig abgesichert sein. Im Februar beleuchtet IT-Administrator den Themenschwerpunkt "Sichere Virtualisierung". Darin erfahren Sie, auf welchen Wegen Sie Ihre Hyper-V-Umgebung schützen und Backups ihrer virtuellen Umgebungen erstellen. Außerdem lesen Sie im Februar, was die Cybersicherheitsagentur ENISA in Sachen sichere Virtualisierung vorgibt und wie Sie Befehle in Kubernetes mit StatusBay analysieren, bevor diese zur Anwendung kommen. In den Tests werfen wir unter anderem einen Blick auf die Veeam Availability Suite. [mehr]

Ein frohes Neues! [1.01.2021]

Buchbesprechung

Computernetze und Internet of Things

von Patrick-Benjamin Bök, Andreas Noack, Marcel Müller

Anzeigen