Fachartikel

Anwenderbericht: Datensicherung an verteilten Standorten

Eine durchdachte Datensicherungs-Lösung mit doppeltem Boden ist für ein mittelständisches Versandhaus wie Walz existentiell. In der Vergangenheit war das Unternehmen bei einem Serverausfall viel stärker auf die Service Levels seiner Hardware-Lieferanten angewiesen. Mit Hilfe von VMware und Veeam hat das Unternehmen die zentrale Verwaltung seiner Standorte in Deutschland und Frankreich vereinfacht und einheitliche Desaster Recovery-Maßnahmen eingeführt. Der Fachartikel zeigt, wie eine Wiederherstellung nun in Minuten anstatt in Stunden klappt.
In der Zentrale von Walz in Bad Waldsee laufen die Backups aus anderen Niederlassungen ein.
Seit über 60 Jahren erleichtert das Versandhaus Walz Müttern die mühselige Suche nach Baby-Artikeln, seit 1952 mit dem von Anfang an beliebten Katalog, seit 2000 mit seinen erfolgreichen Online-Shops, die rund um die Uhr für die Kunden zur Verfügung stehen. Seit der Eröffnung der ersten Filiale im baden-württembergischen Bad Waldsee im Jahr 1969 befindet sich dort auch der Hauptsitz des Versandhauses. Die über 1500 Mitarbeiter sind nicht nur in Süddeutschland, sondern auch an weiteren Standorten in Frankreich, Österreich und in der Schweiz beschäftigt. Und alle sind angewiesen auf eine zuverlässige IT-Infrastruktur und eine hochverfügbare Datensicherung.

Klar definierte Wiederherstellungszeiten durch Vereinheitlichung
Für eine neue Sicherheitslösung für den Standort in Schiltigheim bei Straßburg entwarf die systemzwo group als Partner von Walz rund um das Thema Virtualisierung ein ganzheitliches Konzept und schlug vor, die Sicherung der Daten vom Standort Schiltigheim zusätzlich nach Bad Waldsee auszulagern und die dort bestehende VMware-Infrastruktur anzubinden und über einen gemeinsamen zentralen Veeam-Server zu verwalten. Von dort aus wollte man die virtuellen Maschinen des Außenstandorts Frankreich im Blick haben: Sicherung und Monitoring von der 200 Kilometer entfernten Unternehmenszentrale aus. Walz wünschte sich außerdem die Virtualisierung seiner kompletten Serverlandschaft.

Der Dienstleister setzte für die Umsetzung auf die zwei Hauptprodukte der Veeam-Suite. Zum einen ermöglicht Veeam Backup & Replication eine WAN-optimierte Sicherung, die auf Basis eines Reversed Incremental Backup arbeitet. Dabei wird zu Beginn ein Full-Backup erstellt, bei jedem weiteren Sicherungslauf werden lediglich die Änderungen in ein neues Full Backup eingerechnet. Die erste Sicherung fertigte systemzwo lokal in Frankreich an und transportierte die Datenträger im Anschluss nach Bad Waldsee. Alle weiteren Sicherungen erfolgen nun über die WAN-Leitung, da lediglich die kleineren inkrementellen Zwischenbackups übertragen werden müssen. Der Vorteil: Auch bei einem VM-Ausfall am Standort in Frankreich steht die virtuelle Maschine in Bad Waldsee tagesaktuell zur Verfügung.

Der zweite Bestandteil der Veeam-Suite ist das Monitoring-Tool Veeam One, das beide VMware-Infrastrukturen überwacht, analysiert und regelmäßig Empfehlungen an die Administratoren weitergibt. Es überprüft die Ressourcenplanung, wofür es CPU, RAM und Festplatte auf eine optimale Konfiguration hin testet und überwacht die virtuellen Maschinen sowie die eingesetzte Hardware.

Die jetzt an beiden Standorten vereinheitlichte Ansicht der virtuellen Umgebung ermöglicht das Definieren von genauen Wiederherstellungszeiten. So kann die IT-Abteilung aus Bad Waldsee im Ernstfall die französischen Kollegen unterstützen und sogar auf das Backup in Baden-Württemberg zurückgreifen.

Mehr Planungssicherheit für die IT-Abteilung
Mit Hilfe von VMware und Veeam hat systemzwo in der IT-Struktur von Walz die zentrale Verwaltung vereinfacht und einheitliche Desaster-Recovery-Maßnahmen im Unternehmen eingeführt. Für die IT-Abteilung in Bad Waldsee fällt die Unterstützung der Kollegen in Frankreich auf diese Weise leichter und IT-Ressourcen lassen sich an beiden Standorten je nach Bedarf einsetzen, ohne dass ein Kollege dazu vor Ort sein muss.

In der Vergangenheit war Walz bei einem Serverausfall viel stärker auf die Service-Levels ihrer Hardwarelieferanten angewiesen. Jetzt kann eine Wiederherstellung in Minuten anstatt in Stunden durchgeführt werden. Durch die verbindlichen RTO-Werte bekommt die IT-Abteilung von Walz mehr Planungssicherheit und die radikale Vereinfachung der Hochverfügbarkeit spart dem Unternehmen Zeit und Geld.

Zusätzlich zum Monitoring hilft eine Trendanalyse von Veeam One, die Kapazitätsplanung beispielsweise auf Basis des Vorjahres in Bezug auf das Datenwachstum und die Auslastung von Storage, RAM und CPU zu berechnen und Empfehlungen auszugeben, wann welche Bausteine in welchem Umfang erweitert werden sollten. So kann man mit einem Blick feststellen, bis zu welchem Zeitpunkt man mit dem aktuellen Aufkommen ohne Einschränkungen weiterarbeiten kann und wie lange mit den vorhandenen Ressourcen noch ein verlässliches Backup ausgeführt werden kann.

Das Reporting mit allen erfassten Daten wird automatisiert und angepasst an den jeweiligen Benutzerkreis gesendet. So geht der Backupreport ausschließlich an Administratoren, der Verfügbarkeitsreport der Server an die Fachabteilungen et cetera.

Fazit
Durch den kombinierten Einsatz von der Backup- und Replikationssoftware Veeam kann das Versandhaus Walz sein Verfügbarkeitskonzept in Zukunft beliebig erweitern. So schaffte das neue Hochverfügbarkeits-Setup ideale Voraussetzungen für den kurz darauf erfolgten Umzug der kompletten Redaktionssoftware und der Daten für die Warenkataloge von einer externen Marketingagentur zurück in die Zentrale nach Bad Waldsee in zwei redundante Blade-Center.

Walz ist dadurch nicht mehr angewiesen auf Hosting-Angebote externer Anbieter, einzig der Betrieb des Online-Shops ist noch bei einem Dienstleister ausgelagert. Ressourcen und Know-how bleiben im Unternehmen und können durch die Einführung von zentraler Serververwaltung und Monitoring von nun an auch den anderen Standorten zur Verfügung gestellt werden.
29.07.2015/ln/Jörg Utesch, Sales Manager bei systemzwo group

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