Fachartikel

IAIT-Test: Tintri VMstore T880

Im November 2014 testete IT-Administrator den Tintri VMstore T620. Dabei handelt es sich um eine schnelle Speicherlösung für diverse Hypervisor-Umgebungen. Damals war die Tintri OS-Version 3.0 aktuell. Da sich im letzten Jahr bei Tintri viel getan hat, stellen wir hier die aktuellen Neuerungen vor.
Tintri hat sein T880-System um viele sinnvolle Funktionen ergänzt, die die Arbeit mit der VMstore-Umgebung einfacher machen.
Die Speicherappliances von Tintri wurden speziell auf den Betrieb in virtualisierten Umgebungen zugeschnitten. Das Speichersystem führt typische Storage-Operationen wie Cloning, Snapshots und Replizierung direkt durch, ohne den betroffenen Virtualisierungshost zu belasten. Ein Flash-Caching, bei dem das Tintri-eigene Flashfirst-Design dafür sorgt, dass 99 Prozent aller Lese- und Schreiboptionen im Flash-Speicher ablaufen, sorgt darüber hinaus für hohe Leistung.

So erstellt das System beispielsweise Snapshots im Flash und lagert sie nur dann auf die Festplatten aus, wenn der Flash-Speicher anderweitig benötigt wird. Eine asynchrone Replizierungsfunktion realisiert parallel dazu eine umfassende Datensicherheit. Das sind nur einige der Highlights des Systems, wer sich über den allgemeinen Funktionsumfang der Tintri Produkte genauer informieren möchte, sei nochmals auf den letztjährigen Test verwiesen. Dieser Artikel befasst sich ausschließlich mit den aktuellen Neuerungen.

Umgebung
Für unseren Test integrierten wir eine Tintri VMstore Appliance vom Typ T880 in unser Netz und verbanden sie mit unserer Vmware VSphere 6-Umgebung. Diese arbeitete mit drei ESXi-Hypervisoren, die alle unter Version 6.0 Update 1 liefen. Anschließend nutzten wir das System als Speicher für unsere VMs unter Linux und Windows und nahmen in diesem Zusammenhang den Funktionsumfang der Lösung unter die Lupe. Im Test arbeiteten wir zunächst mit Tintri OS 3.1 und führten dann Upgrades auf 3.2 und 4.0 aus. In unserer Testumgebung befand sich übrigens auch ein Hyper-V-Hypervisor, den wir ebenfalls mit der Tintri-Appliance verbanden.

Die Neuerungen seit dem letzten Test
Wenden wir uns nun aber den Neuerungen zu. Zunächst einmal wurde mit dem Release 3.1 die Tintri VMstore T800-Serie vorgestellt, die im Rahmen dieses Tests auch wie angesprochen zum Einsatz kam. Dabei handelt es sich um High-End-Produkte für hochvirtualisierte Umgebungen und Private Cloud-Installationen. Mit ihnen lassen sich tausende von virtuellen Maschinen betreiben. Die Speicherkapazität der T800-Serie liegt bei bis zu 100 TByte in vier Höheneinheiten.

Mit der Tintri OS-Version 3.1 gab es aber nicht nur neue Hardware, sondern auch eine große Zahl an neuen Funktionen. Laut Tintri sorgen Komprimierungstechniken zusätzlich zu den vorher bereits vorhandenen Deduplizierungsfunktionen jetzt für eine zwei- bis zweieinhalbfache Verringerung des Kapazitätsbedarfs beim Clonen von virtuellen Maschinen. In unserer Testumgebung mit vielen Clones meldete uns das System zum Beispiel, dass wir gegenüber einem nicht optimierten Speicher von einer Ersparnis von 92 Prozent profitieren konnten. Dabei kamen 86 Prozent durch Deduplizierung (was bei vielen Clones logisch erscheint) und sechs Prozent durch Kompression zustande. Tintri OS ist zusätzlich auch dazu in der Lage, den Speicherverbrauch von virtuellen Maschinen drastisch zu reduzieren, die mit einem "Thick Provisioned"-Speicher konfiguriert wurden.

Thick Provisioned bedeutet, dass der Festplattenplatz direkt zugewiesen wird und der jeweiligen Maschine exklusiv zur Verfügung steht. Tintri OS identifiziert den Speicherverbrauch dieser VMs genau und minimiert ihn automatisch durch ihre Konvertierung in Thin Provisioned-VMs, die immer nur den Festplattenbereich belegen, den sie auch tatsächlich nutzen. Es besteht sogar die Option, das System so zu konfigurieren, dass es alle Thick Provision-Anfragen komplett ignoriert. Im Test funktionierte das auf Anhieb und das System gab an, es habe den Speicherverbrauch der Thick-Provisioned VMs um das 69,4-fache reduziert.


Bild 1: Das Dashboard zeigt bei Bedarf auf der rechten Seite an, wieviel Speicher das System
mit Deduplizierung, Kompression und Thin Provisioning einsparen konnte.


Außerdem wurde der VMware Site Recovery Manager (SRM) integriert, was das Management deutlich vereinfacht. Über die so genannten Service Groups für SRM lassen sich VMs jetzt in Gruppen einteilen, die über den SRM repliziert werden. Failovers und Failbacks finden ebenfalls auf Ebene der Service Groups statt. Gleichzeitig kamen auch APIs auf REST-Basis hinzu, die dabei helfen, Workflows auf VM-Ebene in Kundenumgebungen zu automatisieren.

Darüber hinaus reduziert die Replikationsfunktion "ReplicateVM" das über WAN-Strecken zu übertragene Datenvolumen mit Techniken wie Komprimierung und Deduplizierung um bis zu 95 Prozent. Die Deduplizierung spielt dabei auch in globalen Replikationsszenarien ihre Stärken aus. Befinden sich zum Beispiel in einem Rechenzentrum in Deutschland und in einem anderen Rechenzentrum des Unternehmens, beispielsweise in Indien, VMs unter Windows Server 2012 R2 und soll die VM aus Deutschland nach Indien repliziert werden, so überträgt das System nur die Unterschiede zwischen den beiden VMs und keine Betriebssystem-Files. Das vereinfacht Failovers, Migrationen und Tests deutlich.

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16.11.2015/Dr. Götz Güttich, Institut zur Analyse von IT-Komponenten (IAIT)

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