Fachartikel

Evolution des Storage-Administrators

Die Rolle des klassischen Storage-Administrators wird sich aufgrund der sich ändernden IT-Landschaften wandeln: Immer neue Cloud-Ressourcen sind in bestehende IT-Infrastrukturen zu integrieren, sodass hybride Cloud-Infrastrukturen immer stärker im Kommen sind. Der Storage-Administrator hat damit gute Chancen, zum Hybrid-Cloud-Datenmanager mit strategischer Verantwortung aufzusteigen. Wie dessen Arbeitsprofil aussehen könnte, erörtert  dieser Beitrag.
Festplatten reinschrauben war einmal: Durch Cloud-Anbindung und Software-defined Storage entwickelt sich der Storage-Admin immer mehr zum Datenmanager.
Bislang galten technisch versierte IT-Administratoren als eine Art Wunderwaffe gegen störrische Computersysteme. Mit Fachverstand, Erfahrung und einem antrainierten Instinkt für potenzielle Fehlerquellen retten sie so manche festgefahrene Situation, bei denen die Kollegen schon verzweifelt aufgegeben haben.

Viele Hersteller fordern es aber auch geradezu heraus: Kryptische Funktionsbeschreibungen, in verschachtelten Menüs versteckte Optionen und mitunter fehlerhafte Installationsroutinen sorgen dafür, dass die Arbeitsplätze in der IT-Administration und dem technischen Support noch lange erhalten bleiben. Darüber hinaus erfordert auch der laufende IT-Betrieb von den Mitarbeitern tiefgehende Kenntnisse ganz unterschiedlicher Technologiebereiche: Von Netzwerken über Storage-Systeme bis zu Datenbanken und Anwendungen müssen sich die IT-Profis möglichst überall auskennen, um einen ausfallsicheren Betrieb zu ermöglichen.

Software-Tools unterschiedlicher Hersteller unterstützen dabei, die verschiedenen Plattformen und Technologien zu beherrschen. Aber auch hier heißt es zunächst einmal, sich mühevoll in die Software einzuarbeiten, um dann irgendwann einmal den ganzen Technologie-Zoo tatsächlich im Griff zu haben.
Mehr SDS, mehr Konvergenz
Nach Einschätzung von NetApp könnte das Jahr 2016 für den Administrator einige Erleichterungen mit sich bringen, insbesondere für die Storage-Admins. Viele Hersteller haben damit begonnen, ihre Produkte weiter zu vereinfachen, zum Beispiel durch rasch erlernbare Benutzeroberflächen und intuitive Bedienkonzepte. So ist es für den Administrator eine große Arbeitserleichterung, wenn sich der gesamte Storage-Pool mit nur noch einer Management-Software und wenigen Mausklicks steuern lässt. Dies umfasst Aufgaben wie das Einrichten neuer Flash-Systeme ebenso wie die sichere Integration externer Cloud-Ressourcen in die On-Premise-betriebene Speicherlandschaft.

Insbesondere Storage-Systeme müssen heute per Plug&Play installierbar sein und sich nahtlos in bestehende Speicherlandschaften integrieren lassen. Eine zentrale Voraussetzung hierfür ist die Unterstützung von Konzepten für Software-defined Storage (SDS). Hier wird über eine Virtualisierungsebene die Hardware von den Funktionen zur Speicherverwaltung getrennt und einzelne Storage-Arrays fügen sich nahtlos in den Gesamtpool ein. Durch SDS wird das Storage-Management ganz erheblich vereinfacht und auch die Integration von Flash- und Cloud-Speicher wird erleichtert.

Anbieter reagieren damit auf Forderungen der CIOs nach schneller zu implementierenden Produkten, die möglichst ohne großen Trainingsaufwand sofort einsetzbar sind. Gleichzeitig wird es damit ermöglicht, die laufenden IT-Betriebskosten zu senken. Bei ihrer Umfrage "Voice of the Enterprise: Converged Infrastructure" hat 451 Research festgestellt, dass 40 Prozent der befragten Anwender im Jahr 2015 mehr Geld für konvergente Infrastrukturen ausgeben wollten. Dies ist ein deutliches Anzeichen dafür, dass das Thema Konvergenz an Bedeutung gewinnt. Die Nachfrage ergibt sich aus der Notwendigkeit, Systeme einfacher zu betreiben, die Geschwindigkeit zu steigern und Kosten zu reduzieren.

Verhältnis von Storage pro Administrator nimmt zu
Um die laufenden Kosten für den Systembetrieb zu optimieren, benötigen IT-Manager jedoch zunächst relevante Kennzahlen zu ihrer Storage-Landschaft. Hier liefert das Verhältnis von administrierter Speicherkapazität pro IT-Mitarbeiter, die TB/FTE-Ratio (TByte per Full-Time Employee), eine mögliche Kenngröße, um die Effizienz der IT-Organisation zu ermitteln.

Eine Analyse von Gartner (Gartner IT Metrics 2015) zeigt, wie sich die TB/FTE-Ratio in den vergangenen Jahren verändert hat: Im Jahr 2010 betreute ein Storage-Administrator im Schnitt noch 81 TByte, im Jahr 2014 bereits 299 TByte. Es ist davon auszugehen, dass dieser Wert weiterhin ansteigt und somit die Verantwortung der Admins weiter zunehmen wird.

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13.04.2016/ln/Peter Wüst, Director Cloud & Alliances EMEA bei NetApp

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