Fachartikel

Anwenderbericht: Modernisierung der Storage-Umgebung

Die Management Services Helwig Schmitt GmbH unterstützt ihre Kunden mit präzisen und anschaulich aufbereiteten Analysedaten dabei, sich ein genaues Bild von den für sie relevanten Märkten zu machen. Grundlage für die Verarbeitung derart komplexer Datenmengen ist eine extrem leistungsfähige IT-Infrastruktur. Das Auslaufen der bestehenden Wartungsverträge machte die Modernisierung der IT ebenso erforderlich wie die nicht mehr ausreichende Leistung der SAN-Umgebung. Unser Anwenderbericht schildert, wie die Modernisierung ablief.
Bei der Entwicklung von Markt- und Wettbewerbsanalysen baut die Management Services Helwig Schmitt GmbH auf einer extrem leistungsfähigen IT-Infrastruktur auf.
Auf der Basis langjähriger Zusammenarbeit beschloss die Management Services Helwig Schmitt GmbH, Netzlink Informationstechnik mit den Modernisierungsarbeiten zu betrauen. Diese wurden 2015 erfolgreich durchgeführt.

Ziel war es, eine signifikant höhere Leistung des Speichersystems bei gleichzeitig möglichst niedrigem Energieverbrauch zu erreichen. Die Speicherkapazität sollte dabei im Zuge der Ablösung von Komponenten mit ausgelaufenem Wartungsvertrag deutlich erhöht werden. Gleichzeitig sollte das Gesamtsystem flexibel und skalierbar bleiben. Darüber hinaus galt es, höchster Verfügbarkeit und minimalem Administrationsaufwand gerecht zu werden.
Einsatz von Flash-Speicher
Um die gesteckten Ziele zu erreichen, galt es, die ursprüngliche SAN-Speicherumgebung, bestehend aus IBM SAN Volume Controller (SVC) vom Typ 2145-CG8 und zwei IBM Storwize V5000, umfassend zu überarbeiten. Die vorhandenen IBM-V5000-Systeme wurden dafür erweitert und zwei IBM FlashSystem 840 implementiert. Mit dem Upgrade auf die neuen SVC-Modelle 2145-DH8 mit integrierter Real-time Compression ermöglichen die FlashSystem-Produkte die Steigerung der Leistungsfähigkeit auf das gewünschte Level.

Mit Easy Tier und Compression kommen dabei zwei interessante Funktionen des SVC zum Einsatz: Easy Tier ermöglichte bei der Implementierung die Erweiterung des bestehenden Storage Tiering auf einen dritten Tier (Flash). Mit Compression wiederum lassen sich drei bis fünf Mal mehr Daten auf dem vergleichsweise teuren Flash-Speicher (Tier 0) unterbringen. So wird dieser optimal ausgenutzt. Da die Compression-Funktion Daten bereits während des Schreibens (in-flight) komprimiert, müssen diese später nicht noch extra nachbehandelt werden. Durch die optimale Ausnutzung des vorhandenen Speicherplatzes senkt Compression vor allem in Zusammenarbeit mit Flash so den Energieverbrauch des ganzen Systems bei gleicher oder höherer Leistung mit deutlich weniger Festplatten.

Migration ohne Probleme
Die Migration der Daten von den abgelösten IBM DS 3524 auf die IBM-V5000-Einheiten ging dank der Virtualisierung durch den IBM SAN Volume Controller ohne Betriebs- und Redundanzunterbrechung problemlos vonstatten. Selbst die Migration der IBM-SVC-Knoten vom Typ CG8 auf DH8 einen Monat zuvor fand ohne Betriebsunterbrechung statt. Das war auch dringend nötig, da 80 Prozent der physikalischen Server direkt aus dem SAN booten und alle virtualisierten Server ihr virtualisiertes Bootlaufwerk ebenfalls aus dem SAN beziehen. Die Antwortzeiten der Storage-Einheiten gingen schon nach dem ersten Migrationsschritt um zirka 40 Prozent nach unten und die Ausreißer in den Latenten nahmen deutlich in Anzahl und Höhe ab. Das war so erwartet, da sowohl die V5000-Systeme als auch die neuen DH8-Knoten ein deutliches Plus an Arbeits- und Cachespeicher zur Verfügung haben.

Zudem hat sich die Zahl der Spindeln um 16 Prozent erhöht und es gab Verbesserungen bei SAS-Lanes/-Geschwindigkeit. Im zweiten Schritt wurden dann rund 10 Prozent der Gesamtdatenmenge mit Systemen vom Typ IBM FlashSystems 840 als Flash-Tier in den SVC integriert. Nach einer Lern- und Einschwingzeit, in der die Hotspots automatisch erkannt und auf den 15 Mal schnelleren Flash-Tier verschoben wurden, hat sich die mittlere Lese-Latenz für die Serversysteme nochmals verringert und liegt im Mittel zwischen 1 und 5,5 ms in den letzten neun Monaten. Die mittlere Schreib-Latenz hat sich im selben Zeitraum prozentual weit deutlicher auf Werte zwischen 1 und 8 ms verbessert.

Fazit
Die modernisierte IT-Infrastruktur erfüllt die derzeitigen und zukünftigen Bedürfnisse der Management Services Helwig Schmitt GmbH in Sachen Leistung und Effizienz. Mit Hilfe des IBM SAN Volume Controller ist die umgesetzte Lösung hochverfügbar, bis in den PByte-Bereich skalierbar und durch die Flash-Nutzung sowie den Einsatz der Funktionen Easy Tier und Compression extrem leistungsfähig. So ist sichergestellt, dass die Kunden des Unternehmens sich auch zukünftig auf deren schnellen Service mit präzisen Daten verlassen und ihre Märkte genau im Blick behalten können.
10.08.2016/ln/Sven-Ove Wähling, Geschäftsführer der Netzlink Informationstechnik GmbH

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