Fachartikel

Performance-Schub für Erotikkataloge

Um Anwendungen und Daten schneller bereitzustellen, setzt der Orion Versand für seine Grafikabteilung und Office-IT seit Ende 2015 auf ein hybrides Storage-Array, das Flash-Speicher mit drehenden Platten kombiniert und eine Performance von bis zu 30.000 IOPS erreicht. Willkommener Nebeneffekt: Während die Snapshot-basierte Datensicherung der virtuellen Maschinen vor dem Umstieg bis zu fünf Minuten dauerte, waren es mit dem neuen System nur noch 30 Sekunden. Der Anwenderbericht schildert Implementierung und technische Rahmenbedingungen.
Gerade bei der grafischen Produktion des gedruckten Katalogs kam es Orion auf eine gute Storage-Performance an.
Online-Shopping ist attraktiv, weil es anonym und außerdem bequemer ist – so der allgemeine Tenor. Die ORION Versand GmbH & Co. KG setzt trotz eines professionellen Internetauftritts zudem noch immer auf einen gedruckten Katalog – für alle Vertriebsschienen des Unternehmens. Deshalb leistet sich das Unternehmen aus Flensburg eine eigene Grafikabteilung mit insgesamt 50 Apple-Mac-Rechnern. Hier müssen in kurzer Zeit große Datenmengen verarbeitet werden, denn die Kataloge empfehlen sich durch hochaufgelöste Bilder. Die Bearbeitung dieser Bild- und Grafikdateien ist aufwendig und die IT-Systeme sind entsprechend gefordert, wenn die Kataloge produziert werden. Die Kataloge werden teilweise in mehreren Sprachen herausgegeben und weltweit versendet.

Grafikabteilung mit hohem Ressourcenbedarf
Als 2013 das bislang eingesetzte Storage-System aufgrund der produzierten Datenmengen an seine Grenzen stieß, entschied sich Rainer Schöpp aus der IT-Abteilung von Orion dazu, die angebotene Verlängerung des Supports durch einen Drittanbieter über 2015 hinaus auszuschlagen. Stattdessen suchte er mit seinen Kollegen nach einem neuen System, dass die gestiegenen Anforderungen an Kapazität aber vor allem auch an Performance bewältigen konnte und das Unternehmen für die Zukunft investitionssicher aufstellt. Aus diesem Grund nahm Schöpp den Anbietermarkt genauer unter die Lupe: "Wir hatten eine ganze Reihe von Kriterien zusammengestellt, die das Nachfolgesystem erfüllen musste, darunter war unter anderem, dass unsere Infrastruktur-Umgebung mit Fibre-Channel verkabelt ist und wir außerdem mehr und mehr auf virtuelle Maschinen umstellen. Darüber hinaus nutzen wir unser SAN für die Office-Anwendungen, die Collaboration-Software Groupwise und das Novell/MircoFocus-Netzwerk, die entsprechende Anforderungen mit sich bringen."

Lange Suche mit postivem Ende
Bereits 2013 wurden erste Gespräche mit den damals neu auf dem deutschen Markt gestarteten Mitarbeitern von Nimble Storage geführt. Den Kontakt stellte Jan Moldenhauer, Vertriebsleiter bei der BoSch Data GmbH her, der die ORION seit vielen Jahren in IT-Fragen betreut und an einer der ersten Veranstaltungen des Storage-Herstellers teilgenommen hatte. "Ich wollte mich auch über die neuen Anbieter informieren und hatte mir deshalb vorgenommen, die Veranstaltung zu besuchen. Die geringen Latenzen waren schon beeindruckend. Was ich dort weiter gehört habe, fand ich so interessant, dass ich sofort an Herrn Schöpp von der ORION gedacht und ihn noch auf der Veranstaltung angerufen habe."
Der schnelle Austausch sollte sich für alle Beteiligten schon bald bezahlt machen. Denn nach der Evaluation anderer möglicher Anbieter war klar, dass deren Lösungsvorschläge nicht den Anforderungen und Wünschen von Rainer Schöpp und seinem Team entsprachen. "Wettbewerber wollten uns mehr Festplatten verkaufen, für die wir keinen Platz mehr hatten. Wir hätten hier ein weiteres Rack anschaffen müssen und das wäre finanziell schnell aus dem Ruder gelaufen, von den Folgekosten mal ganz abgesehen. Einige Angebote hätten uns im Jahr zwischen 2000 und 5000 Euro mehr, nur wegen des zusätzlichen Stromverbrauchs, beschert." Aus diesem Grund entschied sich Schöpp dazu, das Gespräch mit Nimble Storage zu intensivieren und einen Proof of Concept (PoC) zu vereinbaren.

Schnelle Installation und laufender Betrieb ohne langes Testen

Nach der Teststellung, die überzeugend lief und den Mitarbeitern der IT-Abteilung vor Augen führte, was die "kleine Kiste" so alles kann, nämlich bis zu 30.000 IOPS, traf Schöpp die Entscheidung die Investition zu tätigen und das alte SAN in den Ruhestand zu versetzen. "Wir haben unser CS 300 Array Ende 2015 bekommen und ich habe es innerhalb weniger Minuten angeschlossen und dann ein paar Tests gefahren. Nach rund zwei Wochen waren wir im produktiv Modus und noch im Januar habe ich die letzten virtuellen Maschinen auf die Nimble geschoben." Die Ergebnisse blieben auch in der Folge überzeugend. "Unsere Snapshot-basierte Datensicherung der VMware-VMs dauerte zuvor bis zu fünf Minuten, nun ließ sich der Vorgang auf 30 Sekunden reduzieren. Auch VMotion ist nun deutlich schneller als vorher", so Schöpp.


Der Vorher-Nachher-Vergleich: Nicht nur beim Platzbedarf im Rack wussten die neuen Storage-Systeme zu überzeugen.

Fehlersuche vereinfacht
Doch die Gewährleistung des laufenden Betriebes und die Erstellung von Backups ist nicht das einzige, was sich seit der Einführung des Storage-Systems geändert hat. Die Lagerhaltung betreibt der Versandhandel auf Oracle-Servern. Schöpp tauschte jedoch nicht nur einfach das Storage-System aus, sondern entschloss sich auch zur Nutzung der Big-Data-Analyse-Software InfoSight. Mit diesem Tool gelang es ihm, die wahre Fehlerquelle zu finden, die nicht in der physischen Welt, sondern auf den Servern zu finden war.

"Die Antwortzeiten der Server waren extrem langsam, nachdem das Oracle-System auf Windows 2012 umgestellt wurde. Deshalb haben wir uns gefragt, wo der Fehler liegt. Ich habe dann InfoSight genutzt, um ein Hardware-Problem auszuschließen und dies gelang mir, sodass wir uns sicher sein konnten, dass es sich um ein Problem mit der neuen Oracle-Version handeln musste. Ich wusste, dass ich über InfoSight Warnungen bekomme, wenn in meinem Storage-Array etwas nicht stimmt. Doch, dass ich mit der Software sogar Fehlerquellen in anderen IT-Systemen herleiten kann, überraschte mich." In einer neuen Oracle-Datenbank fehlten Indices, dadurch verlängerten sich Anfragen an den Server weshalb die Anwendungen nicht so schnell verfügbar waren wie noch zuvor.

Fazit
Seit diesem Vorfall wissen Schöpp und seine Mitarbeiter um den Vorteil der Analyse-Software, die darüber hinaus auch vorausschauende Auswertungen fährt und aufzeigt, wo in Zukunft Engpässe bei Kapazität oder Performance entstehen könnten. "InfoSight ist für uns ein Alleinstellungsmerkmal von Nimble gegenüber dem Wettbewerb, zusammen mit dem schnellen und sofort verfügbaren Third-Level-Support fühlen wir uns richtig gut betreut und können uns darauf verlassen, dass alles so funktioniert, wie wir es uns gewünscht haben. In den nächsten Jahren wollen wir eine Spiegelung der Daten mit einer zweiten CS 300 in die Tat umsetzen" schließt Schöpp.
5.04.2017/ln/Klaus Kupfer, Manager Systems Engineering bei Nimble Storage

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