Fachartikel

Seite 2 - All-Flash-Lösungen und moderne Software-Entwicklung

Entwickler können mit Performance-Management ihren Code optimieren
Die eben beschriebene garantierte Leistung lässt sich noch auf eine weitere Weise nutzen: Entwickler können die Quality of Service auch gezielt herunter drosseln, um ihren Code gegen schwierige Bedingungen zu testen. So finden sie heraus, wie sich eine Applikation verhält, wenn zum Beispiel sehr viele Anwender gleichzeitig darauf zugreifen. Anschließend können sie ihren Code gezielt darauf hin optimieren.

Kopien ermöglicht produktionsnahe Testumgebungen
Um sicherzustellen, dass eine Software im späteren Regelbetrieb fehlerfrei funktioniert, müssen Entwickler möglichst produktionsnah testen. Eine Test-Datenbank aufzubauen, kann jedoch sehr aufwändig sein. In der Praxis erstellen viele IT-Verantwortliche daher nur eine Minimal-Umgebung mit wenigen Einträgen. Das entspricht jedoch nicht den realen Bedingungen. Mit modernen All-Flash-Speichersystemen können Entwickler ihre Produktionsdatenbank klonen.

Dadurch erhalten sie ein Eins-zu-Eins-Duplikat, mit dem sie prüfen können, ob die neue Software auch mit den echten Produktionsdaten funktioniert. Das Klonen erfolgt automatisiert über die REST-API, mit der DevOps-Teams ohnehin schon aufgrund der Continuous-Integration- und Continuous-Delivery-Prozesse vertraut sind. Eine solche produktionsnahe Testumgebung kann auch hilfreich sein, um zum Beispiel ein Datenbank-Update zu testen, bevor es auf die Produktionsumgebung aufspielt wird.
Automatisiertes Storage-Management spart Zeit und Ressourcen
Entwickler haben meist keine Lust, sich mit dem Thema Storage auseinanderzusetzen. Für den reibungslosen Betrieb ist es jedoch wichtig, dass jede Applikation genügend Ressourcen zur Verfügung hat. Für neue Projekte müssen Verantwortliche daher erst einmal Storage bei den zuständigen Administratoren beantragen, die sich dann um die entsprechende Bereitstellung kümmern. Das ist aufwändig und kostet Zeit.

Moderne Speichersysteme sind dagegen so weit automatisiert, dass die Entwicklungs-Abteilung selbstständig agieren kann. Admins legen einmalig anhand von Policies fest, welches Volume welche Performance-Werte bekommen soll. Möchte ein Entwickler nun eine virtuelle Maschine für ein Projekt aufsetzen, kann er dies auf Knopfdruck tun und die Bereitstellung erfolgt automatisch. Ist die Speicherlösung zudem in die Container- oder Cloud-Orchestrierungsschicht integriert, lässt sie sich aus OpenShift, Docker, Kubernetes oder OpenStack heraus managen, ohne dass dafür überhaupt Storage-Kenntnisse erforderlich sind.

Horizontale Skalierbarkeit bringt Flexibilität
Plattformen wie Kubernetes oder OpenShift sind nicht zuletzt deshalb so beliebt, weil sie sehr gut skalieren. Je nachdem, wie viele Applikationen ein Unternehmen darauf entwickeln will, kann es Ressourcen dazu buchen oder wieder entfernen. Passend dazu sollte sich auch das Speichersystem skalieren lassen. Bisher waren Performance und Kapazität aneinander gekoppelt: Um die Geschwindigkeit zu steigern, musste der Storage-Verantwortliche neue Festplatten hinzufügen und anschließend konfigurieren, oftmals mussten auch noch Daten neu verteilt werden. Diese vertikale Skalierung ist jedoch aufwändig und führt oft dazu, dass aus Performance-Gründen unnötige Festplattenkapazitäten bereitgestellt werden musste.

Ein modernes All-Flash-System skaliert dagegen horizontal: Die Performance lässt sich unabhängig von der Kapazität managen. Die Ressourcen aller Nodes stehen gesammelt in einem Performance-Pool und einem Kapazitäts-Pool zur Verfügung, auf die die Applikationen ganz nach Bedarf zugreifen. Wenn die Pools knapp werden, fügen IT-Verantwortliche einen neuen Knoten in das Rack ein und er wird automatisch in den Cluster integriert. Dafür müssen sie keine Daten umkopieren und nichts konfigurieren. Genauso einfach lässt sich eine Node auch wieder aus dem Cluster entfernen, falls der Bedarf einmal sinkt. So können Unternehmen ihr Speichersystem jederzeit schnell und einfach an die aktuellen Anforderungen anpassen.

Fazit
Agilität und Flexibilität sind heute für die Software-Entwicklung ein Muss. Doch DevOps, Container und OpenStack bringen wenig, wenn das Speichersystem im Hintergrund die neuen Methoden und Technologien ausbremst. Moderne All-Flash-Lösungen können die Software-Entwicklung dagegen beschleunigen und ermöglichen effiziente Testverfahren. Sie unterstützen gemeinsam genutzte Plattform-Modelle und lassen sich unkompliziert aus OpenStack oder OpenShift heraus managen. Durch ihren hohen Automatisierungsgrad ermöglichen sie durchgängige DevOps-Prozesse.

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26.04.2017/ln/Georg Mey, Principal Technologist bei NetApp

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