Fachartikel

Einkaufsführer SATA-SSDs (1)

SSDs haben sich schon längst vom Luxusartikel zum Commodity-Produkt gewandelt. Mit SATA-Anschluss sind die Festwertspeicher je nach Kapazität und Ausprägung mittlerweile ab 50 Euro zu haben. Wie praktisch, dass sich Server mit wenigen Handgriffen um die flotten Speichermedien im 2,5-Zoll-Format erweitern lassen. Am Markt tummelt sich eine Vielzahl von Anbietern, die sich mit ihren Produkten in Größen zwischen 120 MByte bis mittlerweile 4 TByte sowohl an Privatnutzer als auch an Unternehmen richten. Wir haben uns für diesen Einkaufsführer angesehen, ob es für den Einsatz im Unternehmen wirklich der vergleichsweise teuren Enterprise-SSDs bedarf oder ob Sie mit günstigen Consumer-Produkten nicht ähnlich gut fahren. Im ersten Teil des Einkaufsführers beschäftigen wir uns mit dem Aufbau und den verschiedenen Arten von SSDs.
SATA-3.0-SSDs sind mittlerweile zum kostengünstigen Standard avanciert.
Bei den großen Storage-Appliances für den Unternehmenseinsatz tobt derzeit ein nicht unerheblicher Glaubenskrieg: Stellen Hybrid-Arrays mit (vielen) magnetischen Festplatten und (wenigen) SSDs die beste Lösung dar oder sollten Käufer – eine entsprechend große Geldbörse vorausgesetzt – nicht gleich zu All-Flash-Geräten greifen?

Während sich diese Frage wie so oft in der IT nicht pauschal beantworten lässt und die Sinnhaftigkeit von All-Flash-Produkten stark vom Anwendungsfall abhängt, ist die Lage zumindest für kleine und mittlere Unternehmen im Bereich x86/x64-Server recht eindeutig: Schaden kann eine SSD im Host nie, sei es als zusätzliche Platte oder als alleiniges Speichermedium. Und da die Steckplätze in einem Server von der Stange ohnehin begrenzt sind, fallen auch die Ausgaben selbst bei Verwendung höherwertiger SSDs nicht allzu stark ins Gewicht.

Beim Nachrüsten eines Rechners mit einer SSD stellt sich jedoch schnell die Frage: Welches Schweinderl hätten's denn gern? Am Markt tummelt sich eine Vielzahl von Anbietern, die sich mit ihren Produkten in Kapazitäten zwischen 120 bis mittlerweile 4 TByte sowohl an Privatnutzer als auch an Unternehmen richten. Da die technische Schnittstelle bei beiden Zielgruppen die gleiche ist, bietet sich natürlich die Überlegung an, in einen Unternehmens-Server einfach eine günstige Consumer-SSD zu stecken und sich so ein paar hundert Euro zu sparen. Nicht ganz zu Unrecht lautet ein möglicher Einwand, dass Enterprise-SSDs doch eine Reihe von speziellen Vorteilen für den Unternehmenseinsatz bieten und sich der Aufpreis auf jeden Fall lohnt. Wir wollen die Unterschiede in diesem Einkaufsführer herausarbeiten und Ihnen dabei helfen, die passende SSD für Ihren Server auszuwählen.
SATA 3.0 als kostengünstiger Standard
Da wir uns auf den Einsatz im KMU-Bereich und hier speziell auf x86/x64-Server beschränken wollen und uns weiterhin eine preisliche Obergrenze von 1000 Euro pro SSD gesetzt haben, behandeln wir in diesem Einkaufsführer nur 2,5 Zoll-Festwertspeicher mit SATA 3.0-Schnittstelle.

Hier stellen derzeit Geschwindigkeiten von etwa 550 MByte/s beim sequenziellen Lesen beziehungsweise 100.000 IOPS (Input/Output Operations Per Second) beim Random Read die Obergrenze dar. Wer es rasanter mag, sollte einen Blick auf den Kasten "Noch schneller: SAS und PCIe-Flash" werfen.

Auch wenn dieser Einkaufsführer eher strategischer Natur ist, wollten wir den Praxiseinsatz nicht ganz außen vor lassen und haben uns insgesamt vier SATA-SSDs verschiedener Kategorien vom jeweiligen Hersteller als Sample zukommen lassen: Eine günstige, relativ kleine Consumer-SSD, eine mittelgroße, immer noch recht preiswerte SSD für gehobene Consumer-Ansprüche und zwei große Enterprise-SSDs für den leseintensiven Einsatz.

Im weiteren Verlauf dieses Einkaufsführers werden wir immer wieder auf unsere Messergebnisse und den Umgang mit den vier Festwertspeichern eingehen. Trotzdem weisen wir darauf hin, dass es sich hierbei um keinen Vergleichstest handelt. Wir haben in einigen Testdurchläufen lediglich versucht, die Herstellerangaben zur Lese- und Schreibperformance auf deren ungefähre Richtigkeit hin zu überprüfen – was in den meisten Fällen bis auf wenige Ausreißer auch gelungen ist.

Seite 1: SATA 3.0 als kostengünstiger Standard
Seite 2: Aufbau und Arten von SSDs


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1.05.2017/Lars Nitsch

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