Fachartikel

Seite 2 - Hyperkonvergent und trotzdem einfach

Den Ressourcenhunger bändigen
Störungen und Performance-Einbußen im IT-Betrieb verhindert eine garantierte Quality of Service (QoS), indem IT-Verantwortliche jeder Applikation einen Minimalwert, einen Maximalwert und einen Burst-Wert an IOPS zuweisen. Im Netzwerk wird die Technologie schon seit vielen Jahren angewendet, um beispielsweise VoIP-Pakete zu priorisieren und verschiedene Klassen anzubieten. Beim Storage, der die Basis für performante Applikationen stellt, ist QoS hingegen weniger verbreitet. Gerade bei latenzkritischen Anwendungen hat dies dazu geführt, dass Workloads in Silos landen. Datenbanken, VDI oder Applikationen werden genauso isoliert wie Entwicklungs- und Testumgebung.

Unternehmen vermeiden die Silobildung, wenn sie eine neue HCI-Lösung einsetzen, in deren Speichersysteme QoS integriert ist. Auf so einer HCI kann eine Firma viele unterschiedliche Applikationen parallel betreiben, ohne das ein Leistungsabfall eintritt. So ist nun der stabile Betrieb einer VDI mit der Produktionsdatenbank auf einem System möglich. Die Frage, welche Anwendung beansprucht genau wie viel Bandbreite, lässt sich nicht pauschal beantworten. Selbst innerhalb einer Applikation kann es unterschiedliche Anforderungen geben. Reportings sind ein probates Mittel, um überhaupt zu erfahren, was ein Applikation benötigt. Wenn sich die QoS direkt in VMware, OpenStack oder CloudStack integrieren lässt, hat ein Unternehmen die Option, das Lastverhalten über Policies zu realisieren. Es muss in dem Fall nicht jede einzelne VM administrieren. Ist die Trennung pro VM hingegen gewünscht, empfiehlt sich eine vVOL-Integration, um jede VM separat zu administrieren.
Doppelte Datenblöcke sichern ab
Moderne HCI-Systeme haben zudem die Anforderungen an eine hohe Ausfallsicherheit und ein einfaches Datenmanagement zu erfüllen. Ein intelligentes Speicherbetriebssystem verleiht einer HCI gewissermaßen Selbstheilungskräfte. Es legt Datenblöcke doppelt im System ab und speichert auf jedem Knoten Metadaten, die angeben, wo sich welcher Block befindet und zu welcher Applikation oder welchem Volume er gehört. Fällt einmal eine SSD aus, werden die fehlenden Daten einfach neu in den Cluster hineinkopiert. Das läuft automatisiert ab und dauert nur wenige Minuten.

Wichtig für das Datenmanagement ist die Fähigkeit, Daten schnell von einem Ort an einen anderen zu verschieben – ob zwischen verschiedenen Produktionsstandorten oder Clouds. Damit Informationen zügig dort zur Verfügung stehen, wo sie beispielsweise analysiert werden sollen, benötigen Unternehmen ein einheitliches Datenformat und eine einheitliche Datenübertragung. Das gelingt über eine zentrale Datenmanagementplattform wie der NetApp Data Fabric. Wird eine HCI in solch einer Oberfläche integriert, unterstützt die Komplettlösung moderne Hybrid-Cloud- und Multi-Cloud-Umgebungen.

Mit der Box in die Cloud
Von einer Cloud-Strategie erhoffen sich vor allem mitteständische Unternehmen sowohl weniger Kosten als eine höhere Qualität. In der Vergangenheit war bei ihnen jedoch die Integration der IT schwierig. Das kann ein Mittelständler, der mehrere Produktionsstandorte unterhält, jetzt besser angehen – mit einer HCI Plattform. Sie versetzt die IT in die Lage, schnelle und passende Standards für Standorte mit eigener IT zu etablieren. Der Aufbau der Infrastruktur dauert nicht mehr Wochen oder Monate sondern ist in wenigen Stunden oder Tagen abgeschlossen. Die Systeme verfügen sofort über interne Redundanz und können standortübergreifende Replikationen bereitstellen. Die komplette Administration aus einem Interface hilft besonders IT-Generalisten, schnellstmöglich und ohne teure externe Hilfe die IT zum Laufen zu bekommen.

Teile der Infrastruktur lassen sich mit einer HCI-Lösung als Private Cloud betreiben, beispielsweise in einer Colocation. Dort spielen die hochintegrierten Systeme einen weiteren Vorteil aus: Sie benötigen wenig Platz. Die modulare Bauweise einer HCI-Lösung schafft die Basis, Standorte für eine Cloud-Migration vorzubereiten. So startet ein Standort beispielsweise mit acht mal Storage und sechs mal Compute, um Knoten für Knoten im eigenen Haus aus- und im Cloud-Rechenzentrum aufgebaut zu werden.

Fazit
Die neuen hyperkonvergenten Systeme sind universell einsetzbar, denn sie bieten ein flexibles und unabhängiges Skalieren von Compute und Storage sowie eine garantierte Performance über eine integrierte QoS-Funktionalität. Die Alles-in-einer-Box-Lösung eignet sich für dedizierte Workloads wie VDI oder große SQL- und NoSQL-Datenbanken. Oder sie versetzen DevOps-Administratoren in die Lage, Storage und Server über ein gemeinsames Web-Frontend zu orchestrieren. Sie können so Repositorys einfacher und schneller anpassen als in einer getrennten Server- und Storage-Infrastruktur.

Ihre Vorteile spielen HCIs dann aus, wenn eine Anwendung einen performanten und hoch automatisierten Betrieb verlangt. Auf das Konsolidieren von IT-Prozessen auf einer sehr generischen Plattform kann kein Unternehmen verzichten. Gerade in Zeiten, in denen agiles Umsetzen von digitalen Ideen wettbewerbsfähig macht, nimmt die IT-Infrastruktur eine zentrale Rolle ein. Diese erfüllt sie, wenn auf Knopfdruck und kostengünstig IT-Ressourcen bereitstehen. Diese Fähigkeit bringt eine HCI-Lösung ins Rechenzentrum.

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31.01.2018/ln/Johannes Wagmüller, Director Solutions Engineering bei NetApp

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