Fachartikel

Seite 2 - Sichere Plattformen zum Datenmanagement

Fokus auf Sicherheit
Sicherheitsbedenken gab es lange nicht, keiner konnte sich vorstellen, dass die neuen Datenbanken und Elemente jemals durch die falschen Leute gefunden werden könnten. Dies hat umfangreiche Cyberattacken ermöglicht und führt noch heute zu zahlreichen, kritischen Schwachstellen bei einigen gängigen Datenbanken. Denn Kriminelle sind sich der Entwicklung durchaus bewusst und suchen gezielt nach Schwachpunkten. Die sogenannte "Security through Obscurity" ist daher kein passendes Sicherheitskonzept.

Neben den zusätzliche Anforderungen an die Entwicklung steigen die  Sicherheitsverantwortung der Entwickler, Programmierer und Administratoren. Allerdings gibt es hier ein Defizit zwischen dem technologischen Fortschritt und der tatsächlichen Anwendung von Sicherheitsmechanismen. Durch die zunehmende Offenheit von Systemen und immer mehr Out-of-the-Box-Lösungen entstehen neue Angriffsmuster. Häufig werden Schutzmechanismen erst später implementiert oder sind gar nicht verfügbar.

Gleichzeitig steigt die öffentliche Nachfrage nach besserem Datenschutz, oder wird durch neue Vorgaben wie der Datenschutz-Grundverordnung (DSGVO) oder dem IT-Sicherheitsgesetz zur Pflicht. Diese schreiben Security-by-Default und Security-by-Design zwar vor, allerdings liegt es an den IT-Fachkräften, diese alltagstauglich in die Software zu implementieren.
NoSQL für mehr Datenschutz und Digitalisierung
Das bringt uns zum Begriff DevOps – allerdings ist ein Wort eben keine Lösung für die praktische Umsetzung des geeigneten Managements von digitalisierter Information. IT-Abteilungen sollten daher über die Implementierung einer entsprechenden Datenmanagement-Plattform nachdenken. Dabei spielen nicht-strukturierte Datenbanken eine immer größere Rolle. Sie bringen in vielen Bereichen wichtige Innovationen, die mit relationale Ansätzen allein nicht umsetzbar wären.

Ein Großteil der Innovation kommt aus der Entwicklungsleistung der Open-Source-Community, die über Jahre NoSQL-Ansätze immer weiterentwickelt hat. Einerseits können auch sehr große Datenmengen im NoSQL-Format ohne Performanceverluste angelegt werden. Durch passende Hierarchien und Query-Languages lassen sich sehr gute Durchsatzwerte erreichen. Andererseits ist es möglich, Legacy-Datensätze zu übernehmen, auch wenn diese nur im relationalem Format vorliegen.

Speziell beim Thema Sicherheit und Praxistauglichkeit gab es in den letzten Jahren wichtige Schritte, um NoSQL-Ansätze fit für den Unternehmenseinsatz zu machen. Unter den zahlreichen Projekten haben einige Anbieter ein Integrationsnetzwerk aufgebaut. Es gibt neben hauseigenen Verschlüsselungsmechanismen Integrationen mit namhaften Krypto-Anbietern. Dies ermöglicht die End-to-End-Verschlüsselung aller Informationen. Zudem lassen sich moderne Ansätze mit anderen Systemen verknüpfen, so dass sich beispielsweise die Performance von ERP-Lösungen steigern lässt. NoSQL wird zudem eine Schlüsseltechnologie für den Umgang im IoT und Mobilgeräten. Hier gibt es entsprechende Plattformen, um auch zeitweisen Offline-Betrieb – beispielsweise bei unzureichender Konnektivität des Datenaustausch – zu gewährleisten.

Der Sprung vom reinen Speicherpunkt für Daten hin zum richtigen Datenmanagement braucht zudem Integrationen mit Frameworks wie Hadoop. Im Falle von NoSQL-Datenbanken werden zudem auch Konnektoren für Spark, Kafka und Storm unterstützt, um die operationalen Fähigkeiten der Datenbank mit den analytischen Fähigkeiten von Big-Data-Plattformen zu kombinieren. Hierbei ist es möglich, die niedrigen Latenzwerte und die Skalierbarkeit zu nutzen, und gleichzeitig Petabytes von Daten sowohl zu monitoren als auch zu untersuchen. Zudem lassen sich die Datensätze durch Funktionen wie Full-Text-Research leicht verwalten und anpassen. Die Anzahl der Knotenpunkte und der Redundanz ist dabei flexibel wählbar.

Fazit
Um den neuen Anforderungen gerecht zu werden und für Modernisierungsprojekte bereit zu sein, eignet sich eine Datenmanagement-Plattform auf Basis von NoSQL-Technologie. Nicht-strukturelle Datenbanken haben in den letzten Jahren enorme Fortschritte gemacht und stehen hinter den meisten Digitalisierungsprojekten. Es ist zudem möglich, dass sie durch ihre überlegene Performance, Skalierbarkeit und Implementierungsfähigkeit in naher Zukunft sogar strukturelle Masterdatenbanken ablösen könnten.

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27.06.2018/ln/Bruno Šimić, Senior Solutions Engineer bei Couchbase

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