Fachartikel

Seite 2 - Scale-Out-Objektspeicher für KMUs im Praxiseinsatz

Scale-Out-Objektspeicher in der Praxis
OneBlox ist bei Hoßdorf & Weber seit dem Frühling 2017 sowohl für die eigene IT im Rechenzentrum als auch für die Kunden im Bereich Archivierung und Backup im Einsatz. Bevor das System jedoch extern für Kunden zur Verfügung gestellt wurde, testete man es ausgiebig und richtete die Szenarien ein. Die Lösung war schnell aufgesetzt, wobei ein umfassendes Training für die Administratoren nicht notwendig war.

"Die Administration findet in der Cloud statt und ist sehr einfach und intuitiv zu bedienen, sodass wir sofort mit damit arbeiten konnten. Bei dem Einsatz des Cloudmanagements haben wir streng auf die Einhaltung der Datenschutz- und technisch-organisatorischen Anforderungen geachtet. Das Management dient bei uns lediglich dazu, Konfigurationsänderungen an die physischen Einheiten zu übertragen, sowie Performancedaten zu visualisieren und proaktive Diagnostik zu erhalten. Die Lösung funktioniert somit auch ohne Verbindung zu Cloudservern. Besonders schützenswerte Daten wie Auditlogs werden bei uns nur auf den physischen Einheiten in unseren Rechenzentren gespeichert. Unsere Konfiguration des Cloud Management übermittelt so faktisch keine personenbezogenen Daten“, erklärt Hoßdorf.

Aber selbst bei Unternehmen, die nicht auf Cloudmanagement setzen, kann das System zum Einsatz kommen. "Einige unserer Kunden arbeiten noch nicht so gerne mit Clouddiensten. OneBlox gibt uns die Möglichkeit, für diese Kunden die Scale-Out-Lösung einzusetzen und zu managen, da sie sich komplett ohne Cloud umsetzen lässt", so Hoßdorf. Auch hier informiert das System sofort und umfänglich über Leistung und eventuelle Probleme.

Sicherheit durch drei Nodes
Mit dem gegenwärtigen Speichersystem entstehen beim Ausfall von Festplatten oder SSDs keine spürbaren Leistungseinbußen und kaum Auswirkungen auf das Produktivsystem, denn beim Ausfall einer Festplatte werden lediglich die Objekte, die sich auf dieser Platte befinden auf die verbliebenen Speichermedien kopiert. Dies ist ein wesentlicher Vorteil gegenüber blockbasierten Systemen mit RAID. Die Wiederherstellung ist deutlich schneller als bei RAID und das System ist bei genügend verbleibender Restkapazität nach dem Ausfall einer Festplatte oder SSD sehr schnell wieder "gesund".

Gesund heißt in diesem Fall, es können wieder weitere Festplatten ausfallen, ohne dass die Gefahr eines Datenverlustes entsteht. Bei RAID müsste ein Techniker zeitnah ins Rechenzentrum fahren und defekte Festplatten ersetzen. Dies ist bei OneBlox nicht der Fall. Die Technikereinsätze lassen sich hierdurch deutlich besser planen. Bei einem Ring mit mindestens drei Nodes können sogar zwei komplette physische Nodes ausfallen (das entspricht 24 Festplatten), ohne dass Datenverlust stattfindet oder der Betrieb unterbrochen wird, da das System die dreifach vorhandenen Objekte immer so verteilt, dass diese auf verschiedenen physischen Nodes liegen.

Für zusätzliche Sicherheit sorgt ein mehrstufiges Backupkonzept, bei dem das Backup von Standort A auch in Standort B repliziert wird. "Gerade die Deduplizierungs- und Replizierungsfunktion der Plattform hilft uns dabei, Kosten zu sparen", bemerkt Hoßdorf.
Fileserver mit Enterprise-Funktionen
Wird das System als direkt angesprochener Fileserver benutzt, so entspricht die Bedienung der eines gewöhnlichen NAS, aber gleichzeitig mit Funktionen bestückt, die nur im gehobenen Enterprise-Umfeld zu finden sind. Ein großer Vorteil des Einsatz als Fileserver sind etwa die kontinuierlichen Snapshots. Die Wiederherstellung von Daten der Snapshots über die bekannte Volumenschattenkopien-Funktion von Fileshares erlaubt es, jede Änderung in jeder Datei wiederherzustellen.

So lassen sich auch unterschiedliche Versionen von Dateien wiederherstellen, die nur wenige Minuten oder sogar Sekunden auseinanderliegen. Der Speicherbedarf und Aufwand bei klassischen Speichersystemen oder Lösungsansätzen wäre für so ein Szenario erheblich. "Mit dem aktuellen Speichersystem bekommen wir dieses Feature ab Werk und es ist mit wenigen Klicks pro Fileshare eingerichtet", erklärt Hoßdorf. "Durch den objektbasierten Ansatz mit Deduplizierung und Kompression sogar noch ohne große Performance- und Kapazitätseinbußen."

Zudem ist die Lösung flexibel einsetzbar. Die SSD-Variante ist als Primärspeicher für virtuelle Umgebungen geeignet. Die hochkapazitive Variante mit Festplatten ist optimal für Backup-Fileserver- und andere Szenarien, in denen es auf viel Speicherplatz ankommt. Da Festplatten und SSDs nicht vom Hersteller gekauft werden müssen, kann das Unternehmen die Speichermedien vom Lieferanten seiner Wahl beziehen. "Gerade bei SSDs und hochkapazitiven Festplatten führt dies zu einer Senkung der Kosten", erläutert Hoßdorf.

Fazit
Die OneBlox-Lösung wird bei Hoßdorf & Weber kontinuierlich erweitert. "Bei 70 Prozent Auslastung der Kapazität bestellen wir einfach eine weitere Appliance ", meint Hoßdorf. "Das System verteilt dann die Daten automatisch auf die neue physische Speicherkapazität. Dies geschieht im Hintergrund und ohne spürbare Leistungseinbußen." So ist das Unternehmen in der Lage, jetzt und in Zukunft die beste verfügbare Kombination für die Datenverfügbarkeit mit unbegrenztem Scale-Out-Speicher nutzen zu können – sowohl für die eigene IT als auch für die Bedürfnisse der Kunden.

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28.11.2018/ln/Florian Malecki, International Product Marketing Director bei StorageCraft

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