Fachartikel

VMware-Tools installieren und VMs verschieben (3)

Die VMware-Tools stellen eine wichtige Grundlage für die Verwaltung von virtuellen Servern dar. Mit ihnen lassen sich die VMs deutlich einfacher und umfassender administrieren. Das gilt für die Optionen auf der grafischen Oberfläche genauso wie für Skripte, die sich nutzen lassen und eine noch flexiblere Steuerung erlauben. Ferner zeigen wir Ihnen, wie Sie VMs ex- und importieren sowie Vorlagen erstellen. Damit erzeugen Sie quasi beliebig viele neue VMs auf Basis eines Abbilds. Im dritten Teil des Workshops zeigen wir, wie Sie Vorlagen für VMs erstellen und wie Sie virtuelle Maschinen ex- und importieren.
Wer virtuelle Server effizient verwalten will, sollte sich gut mit den VMware-Tools vertraut machen.
Vorlagen für VMs erstellen
Um eine Vorlage zu erstellen, sollte die VM am besten ausgeschaltet sein. Klicken Sie die entsprechende VM dann mit der rechten Maustaste an und wählen Sie den Menüpunkt "Klonen / in Vorlage klonen". Anschließend startet ein Assistent, genauso wie beim herkömmlichen Klonen. Geben Sie der Vorlage einen Namen, aus dem am besten auch hervorgeht, dass es sich um eine Vorlage handelt.

Anschließend wählen Sie einen Cluster sowie die Hosts aus, auf denen Sie die Vorlage speichern möchten und wo sie zur Verfügung steht. Nach der Wahl eines Datenspeichers wird die Vorlage erstellt. Im Gegensatz zum herkömmlichen Klonen erschafft der Assistent aber keine neue VM, sondern integriert die Vorlage in den Assistenten zum Erstellen von neuen VMs im vCenter.

Der Vorgang dauert eine Weile und Sie können Ihre Vorlagen jederzeit anpassen. Der Vorteil beim Erstellen einer Vorlage besteht darin, dass andere Administratoren die Vorlage nicht einfach als VM starten können, sondern auf Basis der Vorlage nur neue VMs erstellen können. Damit bleibt die Vorlage unverändert und wird nicht versehentlich überschrieben.

Standardmäßig tauchen Vorlagen nicht in der Liste der VMs auf, wenn Sie sich im Web-Client in der Host-Ansicht befinden. Wechseln Sie zur Ansicht der VMs (das zweite Symbol im Web-Client), erscheinen die Vorlagen mit einem eigenen Symbol. Über das Kontextmenü der Vorlagen stehen Ihnen verschiedene Aktionen zur Verfügung. Sie können entweder eine neue VM auf Basis dieser Vorlage erstellen, die Vorlage in eine VM umwandeln oder eine Vorlage klonen. Zusätzlich haben Sie die Möglichkeit, die Vorlage in die vCenter-Bibliothek zu übernehmen. Dadurch steht diese im ganzen Rechenzentrum zur Verfügung.

Benötigen Sie die Quell-VM nicht mehr, sondern nur noch die VM-Vorlage, wählen Sie über das Kontextmenü der VM den Befehl "Vorlage / In Vorlage konvertieren" aus. Dadurch wird die VM in eine Vorlage umgewandelt und steht anschließend nicht mehr als herkömmliche VM zur Verfügung.

Möchten Sie eine Vorlage aktualisieren, um etwa Windows-Aktualisierung einzuspielen, Einstellungen zu ändern, Anwendungen zu installieren oder andere Anpassungen vorzunehmen, konvertieren Sie die Vorlage in eine VM zurück, starten Sie die VM und nehmen die Änderungen vor. Hat die VM den von Ihnen gewünschten Status erreicht, konvertieren Sie diese wieder in eine Vorlage. Dadurch aktualisieren Sie Ihre Vorlage immer wieder aufs Neue. Auch erzeugen Sie damit auf Basis von Vorlagen weitere Vorlagen, die über unterschiedliche Einstellungen und Konfigurationen verfügen.
VMs ex- und importieren
Sie können VMs im Web-Client auch exportieren. Den entsprechenden Menü-punkt dazu finden Sie unter "Vorlage". Wählen Sie die Option "OVF-Vorlage exportieren", öffnet sich ein Assistent, mit dessen Hilfe Sie eine Datei erstellen, die alle notwendigen Daten der VM enthält. Das schließt auch die virtuellen Festplatten und allen Daten auf diesen Festplatten ein. Beim Exportieren legen Sie fest, ob Sie ein Verzeichnis mit den notwendigen Dateien der VM erstellen möchten oder eine einzelne Datei (OVA).

Nach Bestätigung Ihrer Eingaben startet der Exportvorgang. Dabei besteht die Möglichkeit, auch Daten wie die MAC-Adresse zu exportieren, zum Beispiel wenn das für die Lizenzierung eines bestimmten Produktes notwendig ist. Die nun erzeugte Exportdatei laden Sie anschließend auf den Rechner herunter, über den Sie mit dem Web-Client oder vSphere-Client mit dem vCenter verbunden sind.

Danach importieren Sie die exportierte VM beispielsweise in einer anderen Infrastruktur oder auf einem anderen Host. Diesen Vorgang starten Sie auf dem entsprechenden Host oder vCenter über den Menüpunkt "OVF-Vorlage bereitstellen". Sie gehen dabei im Grunde genommen genauso vor wie beim Importieren von VMs, die Sie zum Beispiel bei VMware herunterladen. Wählen Sie die exportierte Datei aus und schließen Sie den Assistenten für den Import ab.

Fault Tolerance, Richtlinien und Kompatibilität anpassen
Die drei nächsten Menüpunkte "Fault Tolerance", "Richtlinien" und "Kompatibilität" bestimmen die Hochverfügbarkeit und steuern die Speicherrichtlinien von VMs. Zusätzlich geben Sie hier die VM-Kompatibilität vor. So aktualisieren Sie die Hardware-Version von VMs, wenn Sie zum Beispiel auf vSphere 6 upgedated haben. vSphere 6 bringt die neue Hardware-Version 11 mit, während vSphere 5.5 noch mit Version 10 arbeitet. Bedenken Sie jedoch, dass die VM in diesem Fall nicht mehr auf einem älteren vSphere-Host läuft; der Vorgang lässt sich nicht mehr rückgängig machen. Sie können die Aktualisierung sofort durchführen oder zu einem definierten Zeitpunkt. Den Status der aktuell durchgeführten Aktion sehen Sie – wie alle Aktionen – im unteren Bereich des Fensters.

Zusätzlich können Sie über das Kontextmenü von VMs auch die Systemprotokolle exportieren, wenn Sie zum Beispiel abgestürzte VMs untersuchen wollen. Die Ressourcenzuteilung von VMs können Sie ebenfalls über das Kontextmenü starten. Öffnen Sie an dieser Stelle die Eigenschaften der VM, sehen Sie nur einen eingeschränkten Bereich. Um die Ressourcenzuteilung zu steuern ist es daher besser, direkt in die Einstellungen der VM zu wechseln. Hier stehen Ihnen deutlich mehr Möglichkeiten zur Verfügung.

Berechtigungen setzen und VMs löschen
Über das Kontextmenü besteht auch die Möglichkeit, VMs um Markierungen und benutzerdefinierte Attribute zu ergänzen. Die Berechtigungen für VMs delegieren Sie an dieser Stelle über einen Assistenten. Dazu steht der Menüpunkt "Berechtigungen hinzufügen" zur Verfügung. Darüber hinaus legen Sie hier Alarme fest. Im unteren Bereich des Menüs können Sie VMs schließlich aus der Bestandsliste des vCenter entfernen oder komplett löschen. Entfernen Sie eine VM aus der Bestandsliste, bleiben deren Dateien im Datenspeicher erhalten und sie lässt sich jederzeit wieder importieren. Dazu klicken Sie beim Öffnen des Datenspeichers mit der rechten Maustaste auf die VMX-Datei der VM, um diese Datei wieder neu im vCenter zu registrieren.

Fazit
Die VMware-Tools sind ein essenzieller Bestandteil Ihrer virtuellen Umgebung und erlauben ein komfortables Administrieren von VMs. Die Installation ist schnell erledigt und die Optionen sind leicht nutzbar. Für alle, die eine Feinjustierung per Skript vornehmen möchten, bieten die VMware-Tools auch eine entsprechende Möglichkeit.

Vor allem wenn Sie die Hardware Version eines virtuellen Servers aktualisieren, sollten Sie jedoch darauf achten, dass die VMware-Tools aktuell sind. Die VMware-Tools sind zwar abwärtskompatibel, doch stehen in alten Versionen die Funktionen für die aktuelle Hardware-Version 11 nicht zur Verfügung. Dass beim Update manche Einstellungen und Skripte überschrieben werden, ist jedoch ärgerlich – sichern Sie daher Ihre Änderungen regelmäßig.

Ein großer Vorteil im Umgang mit virtuellen Maschinen ist daneben die Flexibilität – sei es bei der Ressourcenzuteilung oder dem problemlosen Zurücksetzen auf einen früheren Status. Auch das Verschieben, Klonen, Ex- und Importieren von VMs zwischen Hosts oder Netzwerken macht den Umgang mit den virtuellen Systemen besonders flexibel. Mit vSphere 6 stehen Ihnen hierfür einfach zu nutzende Optionen zur Verfügung. Assistenten leiten Sie durch den Vorgang und zeigen an, sollte etwas (noch) nicht passen.

Im ersten Teil der Serie widmeten wir uns vor allem der Installation der VMware-Tools. Im zweiten Teil der Workshopserie haben wir zunächst erklärt, wie Sie die VMware-Tools in der Befehlszeile nutzen und sind dann auf das Veschieben und Klonen von virtuellen Maschinen eingegangen.
20.08.2018/dr/ln//Thomas Joos

Nachrichten

Kubernetes feiert sechsjährigen Geburtstag [15.06.2020]

Vor sechs Jahren, am 6. Juni 2014, wurde auf GitHub das erste öffentliche Commitment zu Kubernetes abgegeben. Red Hat ist schonb seit Beginn des Projekts an Kubernetes beteiligt. Einige der wichtigsten Software-Ingenieure, Mitarbeiter und Führungskräfte von Red Hat haben nun ihre Erinnerungen an das Projekt zusammengetragen, von persönlichen Erinnerungen bis hin zu bedeutenden Herausforderungen, die in den ersten Tagen bewältigt wurden. [mehr]

Mehr Komplexität durch Cloudnutzung [22.05.2020]

Immer mehr Unternehmen nutzen die IT-Services einer Public Cloud zusätzlich zu ihrer lokalen IT-Infrastruktur. Eine weltweite Umfrage der Enterprise Strategy Group unter mehr als 1250 IT-Entscheidern bei großen und mittleren Unternehmen hat jetzt ergeben, dass die gleichzeitige Nutzung von heterogenen Public- und Private-Cloud-Services für die meisten Unternehmen die Verwaltung ihrer IT komplizierter und aufwändiger macht. Hauptursache ist das Fehlen konsistenter Cloud-Management-Systeme. [mehr]

Tipps & Tools

Dynamische Linux-Community [9.08.2020]

In der Linux-Welt finden Sie dank der großen Community sehr schnell Hilfe. Hierbei kann Sie auch die Webseite "linuxquestions.org" unterstützen. Neben dem Austausch mit anderen Linux-Enthusiasten bietet das Portal zahlreiche Foren sowie viele hilfreiche Artikel und Tutorials. [mehr]

Deutsche Post startet digitale Briefankündigung [7.08.2020]

Morgens schon wissen, was später im Briefkasten liegt: Mit der Briefankündigung informiert die Deutsche Post Kunden auf Wunsch per E-Mail über eingehende Briefpost und sendet hierfür ein Foto des Briefumschlags mit. Der kostenlose Service lässt sich für alle GMX- und WEB.DE-E-Mail-Konten aktivieren und soll ab 2021 um den Inhalt der Briefe erweitert werden. [mehr]

Buchbesprechung

Microsoft Office 365

von Markus Widl

Anzeigen