Fachartikel

Server in VMs konvertieren und Hyper-V-Umgebungen virtualisieren (1)

VMware stellt zur Migration physischer Server in virtuelle Maschinen den kostenlosen vCenter Converter zur Verfügung. Das Tool funktioniert mit Windows-Servern, lässt sich aber auch problemlos für Linux-Server einsetzen. Darüber hinaus beherrscht VMware Converter Festplattenformate von verschiedenen Virtualisierungsherstellern. Nicht zuletzt können Sie zu Testzwecken Hyper-V und Windows Server 2016 in vSphere virtualisieren. Wie das geht, zeigt dieser Beitrag. Im ersten Teil der Workshopserie gehen wir auf die Konvertierung ein.
Bei der Virtualisierung ist nicht immer alles das, wonach es auf den ersten Blick aussieht.
Beginnen wir den Beitrag mit dem Migrieren bestehender Server in vSphere, bevor wir uns anschließend mögliche Testumgebungen mit Hyper-V und Windows Server 2016 anschauen. Bevor Sie die Konvertierung einer physischen VM planen, sollten Sie sich überlegen, ob diese überhaupt notwendig ist. Teilweise kann es sinnvoller und einfacher sein, den Server in einer VM neu zu installieren. Vor allem bei der Konvertierung von Domänencontrollern (DC) sollten Sie vorsichtig sein. Denn bei der Konvertierung wird auch die Datenbank des Active Directory berücksichtigt. Hier kann es zu großen Problemen kommen. Grundsätzlich ist es in einem solchen Fall besser, einen neuen DC in einer VM aufzusetzen und in die Umgebung einzubinden.

Grundsätzlich lassen sich aktuelle Windows-Systeme wie Windows Server 2012/ 2012 R2 mit dem vCenter Converter problemlos konvertieren. Auch Windows Server 2003 und 2008 können Sie mit dem Converter problemlos zu einer vSphere-VM umwandeln.

vCenter Converter installieren
Der erste Schritt für die Migration über vCenter Converter [1] besteht darin, das Tool herunterzuladen und auf einem virtuellen Server oder einem PC zu installieren. Die Software benötigt keine Integration in vSphere und muss auch generell zunächst nicht mit vCenter kommunizieren können. Erst wenn Sie eine Migration durchführen, richten Sie die entsprechende Verbindung ein. Die Installation und Einrichtung von vCenter Converter erfolgt dennoch unabhängig von vCenter und Ihrer vSphere-Umgebung. Achten Sie darauf, auf der VMware-Seite immer die aktuellste Version des Converters herunterzuladen.

Sie können den vCenter Converter auch auf dem physischen Computer installieren, den Sie in eine VM konvertieren möchten. Dabei ist es wichtig, dass der Converter-Agent mit installiert wird. Dieser verbindet sich mit dem lokalen Betriebssystem und kann die entsprechenden Informationen in eine VM konvertieren.

Das Tool beherrscht zudem die Sicherungsformate zahlreicher Hersteller. Sie können etwa Images von Acronis oder Symantec genauso verwenden wie virtuelle Server auf Basis von Hyper-V. In größeren Umgebungen haben Sie zudem die Möglichkeit, vCenter Converter als Server-Lösung auf einem Server zu betreiben. In diesem Fall installieren Sie nur den Server-Teil. Auf Arbeitsstationen greifen Sie dann über den Client und Port 9089 auf den Converter zu.
Bild 1: Der vCenter Converter hilft mit einem Assistenten bei der Migration physischer oder virtueller Server zu vSphere.

Server migrieren
Nachdem Sie vCenter Converter installiert haben, starten Sie das Client-Programm. Über den Menüpunkt "Convert machine" rufen Sie einen Assistenten auf, über den Sie auswählen, welchen Server Sie zu vSphere migrieren. Hier besteht die Möglichkeit, einen eingeschalteten Computer zu verwenden, ein Image oder einen virtuellen Server auf Basis von Hyper-V. vCenter Converter unterstützt auch die Migration von VMs älterer vSphere-Umgebungen oder von externen vSphere-Umgebungen. Im Assistent lässt sich dabei eine Anbindung an vCenter vornehmen. Wählen Sie hierfür die entsprechende Option aus, verbinden Sie sich mit dem vCenter-Server und legen Sie fest, von welchem Host, Cluster oder Datencenter Sie VMs migrieren wollen.

Haben Sie die entsprechende VM, den physischen Computer oder das Image ausgewählt, geben Sie als Nächstes an, zu welchem Ziel Sie die VM oder den Computer migrieren möchten. Hier wählen Sie entweder einen Host aus oder einen vCenter-Server in einem Datencenter. Im Zusammenspiel mit vCenter lässt sich der Cluster oder Host festlegen, in dem die VM landen soll. Sobald vCenter Converter eine Verbindung zur Zielumgebung hergestellt hat, können Sie bestimmen, wie der entsprechende Server konvertiert werden soll. Außerdem haben Sie die Möglichkeit, den Datenspeicher sowie die Version der Hardware auszuwählen.


Bild 2: Im Rahmen der Migration lassen sich zahlreiche Parameter der Zielumgebung auswählen.

Haben Sie schließlich das Zielsystem angegeben, geht es an die Feinjustierung der Migration. Hierzu blendet vCenter Converter verschiedene Optionen im Fenster ein und Sie können über den Link "Edit" Ihre gewünschten Einstellungen vornehmen. So legen Sie zum Beispiel fest, welche Daten kopiert, welche Einstellungen übernommen sowie welche Netzwerkanbindung verwendet werden soll und vieles mehr. Welche Optionen Ihnen dabei zur Verfügung stehen, hängt schlussendlich von der Quelle ab, von der Sie die Maschine zu einer VM konvertieren.

Im letzten Fenster erhalten Sie schließlich eine Zusammenfassung aller Informationen. Hier sehen Sie den Quellserver und das Zielsystem. Sobald Sie auf die Schaltfläche "Finish" klicken, startet die Migration. Der Vorgang kann einige Zeit dauern, da nicht nur Daten vom Quell- zum Zielsystem übertragen werden müssen, sondern auch zahlreiche Konvertierungsaktionen erfolgen. Der Converter zeigt den Status der Migration im Fenster an. Alle Aufgaben sind direkt in Converter zu sehen. Klicken Sie auf einen Übertragungsjob, erhalten Sie im unteren Bereich weitere Informationen. Hier sehen Sie auch, wie weit der Vorgang fortgeschritten ist, ob Fehler aufgetreten sind, sowie den geschätzten Zeitraum bis zum Ende der Migration. Über das Kontextmenü einer Konvertierungsaufgabe lässt sich darüber hinaus die Übertragung beenden.



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1.10.2018/dr/ln/Thomas Joos

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