Fachartikel

Server in VMs konvertieren und Hyper-V-Umgebungen virtualisieren (2)

VMware stellt zur Migration physischer Server in virtuelle Maschinen den kostenlosen vCenter Converter zur Verfügung. Das Tool funktioniert mit Windows-Servern, lässt sich aber auch problemlos für Linux-Server einsetzen. Darüber hinaus beherrscht VMware Converter Festplattenformate von verschiedenen Virtualisierungsherstellern. Nicht zuletzt können Sie zu Testzwecken Hyper-V und Windows Server 2016 in vSphere virtualisieren. Wie Letzteres funktioniert, zeigt der zweite Teil der Workshopserie.
Auch Hyper-V lässt sich in vSphere-6-Umgebungen zu Testzwecken ohne Weiteres virtualisieren.
Hyper-V und Windows Server 2016 virtualisieren
Sie haben die Möglichkeit, mit VMware vSphere 6 Testumgebungen für Hyper-V und Windows Server 2016 aufzubauen. Das ist vor allem dann sinnvoll, wenn Sie auf diesem Weg neue Technologien wie die Hyper-V-Container, Docker oder die Windows-Server-Container testen möchten. Offiziell wird zwar Windows Server 2016 noch nicht von vSphere 6 unterstützt, Sie können das System dennoch problemlos für eine Testumgebung virtualisieren. Dazu installieren Sie Windows Server 2016 genauso wie eine VM auf Basis von Windows Server 2012 R2.

Aber auch herkömmliche Installationen von Hyper-V auf Basis von Windows Server 2012 R2 lassen sich testen. Zwar ist es aus produktiver Sicht sicherlich nicht sinnvoll, einen virtuellen Server auf Basis eines virtuellen Hyper-V-Hosts zu betreiben, doch können Sie sich dadurch einen Überblick verschaffen, welche Möglichkeiten es mit Hyper-V gibt und welche neuen Funktionen mit Windows Server 2016 zur Verfügung stehen.

VM für Hyper-V und Windows Server 2016 erstellen
Um Windows Server 2016 oder Hyper-V zu testen, installieren Sie eine neue VM und verwenden als Betriebssystem die gleiche Einstellung wie bei Windows Server 2012 R2. Bevor Sie die VM jedoch starten, rufen Sie deren Einstellungen auf. Wechseln Sie auf die Registerkarte "Optionen" und schauen Sie sich die Hardware-Einstellungen an. Achten Sie darauf, möglichst eine aktuelle Hardware-Version zu verwenden, mindestens Version 9. Danach klicken Sie auf den Menüpunkt "CPU/MMU-Virtualisierung" und aktivieren die Option "Intel VT-X/ AMD-V für die Virtualisierung des Befehlssatzes und Intel EPT/AMD RVI für die Virtualisierung der MMU verwenden".


Bild 4: Mit etwas Konfigurationsarbeit können Sie einen Hyper-V-Host auf Basis von vSphere 6 installieren.

Starten Sie nun die VM und stellen Sie sicher, dass diese problemlos bootet. Nun sollte die Installation von Windows Server 2012 R2 oder Windows Server 2016 starten. Manchmal kann es, abhängig von der verwendeten Virtualisierungshardware, zu Problemen beim Starten kommen. Überprüfen Sie dann, ob die VM unter Umständen auf einem anderen Virtualisierungshost startet, wenn sich die Hardware-Konfiguration der Hosts voneinander unterscheidet. Testweise können Sie auch unterschiedliche Optionen verwenden.

Installieren Sie im nächsten Schritt das Betriebssystem und passen Sie es an Ihre Anforderungen an. Damit Sie Hyper-V mit Windows Server 2012 R2 oder Windows Server 2016 installieren können, muss der Server Second-Level Address Translation (SLAT) unterstützen. Hyper-V ist optimiert für Prozessoren von Intel und AMD, die SLAT und CPU Core Parking unterstützen (Intel EPT/AMD RVI). SLAT nutzt spezielle Erweiterungen in Intel- und AMD-Prozessoren, die die Verwaltung des virtuellen Arbeitsspeichers beschleunigen. Das erhöht die Performance von VMs und spart Arbeitsspeicher sowie CPU-Zeit, die der Hypervisor benötigt. Ohne diese Unterstützung können Sie Hyper-V auch nicht mit vSphere virtualisieren. Installieren Sie die Umgebung auf einem Testserver oder einem alten PC, müssen Sie darauf achten, dass die Virtualisierungunterstützung für den Prozessor im BIOS aktiviert ist.
VMX-Datei vor der Installation von Hyper-V anpassen
Um Hyper-V auf Basis von Windows Server 2012 R2 oder 2016 zu installieren, müssen Sie zuvor die Konfigurationsdatei des virtuellen Servers anpassen. Dazu laden Sie sich die Datei mit dem Datenspeicherbrowser auf einen PC herunter und öffnen mit dem Editor oder WordPad. Fügen Sie am Ende der Konfigurationsdatei die beiden folgenden Zeilen hinzu:
hypervisor.cpuid.v0= "False" 
vhv.enable= "True"
Danach klicken Sie die VM im vSphere-Client mit der rechten Maustaste an und wählen die Option "Aus Bestandsliste entfernen". Dadurch wird der Server zwar vom Host getrennt, aber die Festplattendateien sowie die Konfigurationsdatei bleiben erhalten. Laden Sie anschließend die von Ihnen angepasste Konfigurationsdatei wieder in den Datenspeicher im Ordner der VM. Nach dem Upload klicken Sie die Datei mit der rechten Maustaste an und wählen die Option "Zur Bestandsliste hinzufügen". Nun startet ein Assistent, über den Sie auswählen, zu welchem Host Sie die VM hinzufügen möchten. Anschließend sollte die VM wieder zur Verfügung stehen. Starten Sie den Server neu, sollte dieser das Betriebssystem ohne Fehler starten. Jetzt haben Sie die Möglichkeit, Hyper-V auf dem Server zu installieren, genauso wie auf einem physischen Host. An dieser Stelle sollten Sie aber noch keine virtuellen Switche einrichten. Bevor der Netzwerkadapter funktioniert, müssen auf dem virtuellen Hyper-V-Host zuerst die VMware-Tools vorhanden sein.

Funktioniert die Installation auf Basis dieser angepassten Konfigurationsdateien nicht, passen Sie die Datei mit dem nachfolgenden Eintrag zusätzlich an:
guestOS = "winhyperv"
Diese Änderung ist aber selten notwendig. Lässt sich Hyper-V auf der aktuellen Hardware nicht virtualisieren, ist es meistens besser, eine andere Hardware zu testen.

Damit der Hyper-V-Server mit dem Netzwerk kommunizieren kann, ist es teilweise notwendig, in den Sicherheitseinstellungen der virtuellen Switche den Promiscuous-Modus auf "Akzeptieren" zu setzen. Durch diese Einstellung akzeptiert der virtuelle Switch auch Datenverkehr, der nicht für den Virtualisierungshosts vorgesehen war. Ohne diese Änderung kann es passieren, dass Sie zwar Hyper-V installieren können, aber die VMs, die Sie auf Basis des virtuellen Hyper-V-Hosts installieren, keinen Zugriff auf das Netzwerk erhalten.



Seite 1 von 2 Nächste Seite >>
8.10.2018/dr/ln/Thomas Joos

Nachrichten

Nutanix marschiert Richtung Multicloud [28.11.2018]

Nutanix hat die Verfügbarkeit von 'Xi Cloud Services' bekannt gegeben. Ziel der neuen Suite aus Angeboten ist es, eine einheitlichere Schicht über unterschiedliche Cloudumgebungen hinweg zu schaffen. Die Neuvorstellung besteht zunächst aus fünf eigenständigen Angeboten, darunter Xi Leap, eine Erweiterung der Nutanix Enterprise Cloud Plattform für Disaster-Recovery-as-a-Service. [mehr]

Neue Instanz-Typen bei AWS [27.11.2018]

Auf der re:Invent hat Amazon Web Services drei neue Instanz-Typen für die Amazon Elastic Compute Cloud 'Amazon EC2' vorgestellt. Dazu gehören neue A1-Instanzen, die erstmals auf speziellen Graviton-Prozessoren basieren, die wiederrum auf der ARM-Architektur aufbauen. In den Bereichen Scale-Out-Workloads sowie Microservices und Webserver sollen sich so Kosten senken lassen. [mehr]

IBM kauft Red Hat [29.10.2018]

Tipps & Tools

Texte in den Browser tippen [12.12.2018]

Textverarbeitungsprogramm, Diktierfunktion am Smartphone oder ganz altmodisch mit dem Notizblock: Gedanken oder Gesprächsprotokolle lassen sich auf viele Arten festhalten. Wenn Sie einmal etwas Neues und gleichzeitig Einfaches ausprobieren wollen, sollten Sie einen Blick auf den Onlinedienst von 'Zenpen.io' werfen. Dort können Sie direkt auf der Startseite einen Text verfassen und abspeichern. Dabei lassen sich auch Links einbauen, um auf weiterführende Informationen zu verweisen. [mehr]

Download der Woche: MyPhoneExplorer [11.12.2018]

Immer mehr mobile Endgeräte finden sich in den Händen der Mitarbeiter wieder. Kleinere Firmen schrecken aber meist vor den Ausgaben für eine großen Mobility-Verwaltungslösung zurück. Gerade wenn es vor allem um den Abgleich von unterwegs angesammelten Daten geht, kann auch ein kleines Tool wie 'MyPhoneExplorer' sehr hilfreich sein. Mit dem kostenfreien Helfer lassen sich Android-Smartphones ganz einfach über WLAN, Bluetooth oder Kabel verwalten. [mehr]

Buchbesprechung

Praxisbuch IT-Dokumentation

von Manuela und Georg Reiss

Anzeigen