Fachartikel

Windows Server 2016: Snapshots von VMs erstellen (3)

Snapshots, in Windows Server 2016 auch Prüfpunkte genannt, helfen dabei, den Zustand von virtuellen Servern vor Konfigurationsänderungen oder zur Sicherung zu speichern. Im Idealfall können Sie den virtuellen Server damit bei Problemen in wenigen Sekunden auf den ursprünglichen Zustand zurücksetzen. Wir gehen genau auf diese Art von Absicherung ein und zeigen Ihnen, wie Sie optimal mit Prüfpunkten arbeiten. Im dritten Teil der Serie zeigen wir die Verwaltung von Prüfpunkten und inwieweit Hyper-V-Cluster ein Sonderfall bei Snapshots sind.
Bitte recht freundlich! Snapshots helfen dabei, den Zustand von virtuellen Servern zu speichern.
Verwalten von Prüfpunkten
Auch für die einzelnen Prüfpunkte steht ein Kontextmenü zur Verfügung, über das Sie diese steuern. Setzen Sie eine Hyper-V-kompatible Datensicherung ein, kann diese ebenfalls automatisiert einen solchen Prüfpunkt erstellen und dessen Daten sichern.

Im Kontextmenü der Prüfpunkte stehen verschiedene Möglichkeiten zur Verfügung: Über "Einstellungen" rufen Sie die Settings des virtuellen Computers auf, zu dem dieser Prüfpunkt gehört. Es handelt es sich dabei um die Einstellungen, die zum Zeitpunkt des Erstellens gültig waren. Haben Sie die Konfiguration nach dem Erstellen des Prüfpunkte geändert, sind diese an dieser Stelle nicht zu sehen. Auf diese Weise schützen Sie auch die Einstellungen von virtuellen Servern.

Über die Option "Anwenden" setzt der Assistent den virtuellen Computer wieder auf den Stand zurück, an dem Sie den Prüfpunkt erstellt haben. Vorher erscheint aber ein Abfragefenster, das Sie auf die Folgen hinweist. Alle nicht gespeicherten Daten gehen verloren, da Hyper-V alle Einstellungen und Daten aus dem Prüfpunkt in die VM schreibt. Außerdem können Sie vorher noch einmal einen aktuellen Prüfpunkt erstellen. Dieser sichert dann den aktuellen Zustand. Im Gegensatz zum Zurücksetzen über das Kontextmenü der VM können Sie hier nicht nur den letzten Prüfpunkt verwenden, sondern beliebige Prüfpunkte. Diesen Befehl können Sie auch in der PowerShell durchführen:
Restore-VMSnapshot -VMName Name der VM -Name Name des Prüfpunkts
Die Daten des Prüfpunkts bleiben auf der Festplatte erhalten. Diese werden nur dann entfernt, wenn Sie einen Prüfpunkt nicht anwenden, sondern löschen. Wollen Sie zum Beispiel für alle VMs auf einem Host den aktuellsten Prüfpunkt anwenden, verwenden Sie das Cmdlet
Get-VM | Foreach-Object { $_ | GetVMSnapshot | Sort CreationTime | 
 Select -Last 1 | Restore-VMSnapshot -Confirm:$false }
Beim "Exportieren" von virtuellen Servern in Windows Server 2016 lassen sich Prüfpunkte berücksichtigen. Über das Kontextmenü eines Prüfpunkts können Sie daher einen virtuellen Server mit dem Stand des Prüfpunkts exportieren und auf anderen Servern wieder importieren. Diese Vorgänge lassen sich im laufenden Betrieb des virtuellen Servers durchführen. Mit "Umbenennen" weisen Sie dem Prüfpunkt einen anderen Namen zu. Hyper-V verwendet als Namen normalerweise das Datum und die Uhrzeit. Über diesen Menübefehl können Sie zum Beispiel Informationen hinzufügen, warum Sie den Prüfpunkt erstellt haben.


Bild 5: Prüfpunkte verwalten Sie über deren Kontextmenü.

Prüfpunkte löschen
Das Löschen von Prüfpunkten ist eine wichtige Aufgabe. Dazu stehen im Hyper-V-Manager im Kontextmenü der Prüfpunkte verschiedene Menüpunkte zur Verfügung:

  • Prüfpunkt löschen: Entfernt den Prüfpunkt und die dazugehörigen Daten vom Server und überführt die Daten der AVHD-Dateien in die produktiven virtuellen Festplatten (VHD). Beim Löschen eines Prüfpunkts gehen keine Daten verloren, sondern Änderungen, die Sie seit dem Erstellen der Prüfpunkts in der VM durchgeführt haben, werden in die virtuellen Festplatten des Servers geschrieben. Anschließend wird der Prüfpunkt und seine differenzierende Festplatte gelöscht. In Windows Server 2008 R2 ist dazu ein Neustart notwendig, Windows Server 2012 R2 und Windows Server 2016 beherrschen diesen Vorgang online. Das heißt, der virtuelle Server kann weiter in Betrieb sein. Hängen von einem Prüfpunkt aber weitere Prüfpunkte ab, weil Sie diese nachträglich erstellt haben, dann bleibt die AVHD-Datei bestehen, nur die Konfiguration der Systemdateien wird durchgeführt.
  • Prüfpunktunterstruktur löschen: Diese Option löscht den aktuellen Prüfpunkt sowie alle Sicherungen, die Sie nach dem Prüfpunkt erstellt haben und auf diesen aufbauen. Der Vorgang ist ähnlich zu "Prüfpunkt löschen", führt aber alle zusammengehörigen Prüfpunkte zusammen. Durch diesen Vorgang tilgen Sie auch alle untergeordneten Prüfpunkte.
Liegen für eine VM zum Beispiel die drei Prüfpunkte "Prüfpunkt 1", "Prüfpunkt 2" und "Prüfpunkt 3" vor und bauen die drei Prüfpunkte aufeinander auf, können Sie jederzeit zu Prüfpunkt 2 zurück wechseln und die Daten von Prüfpunkt 3 löschen. Dazu klicken Sie mit der rechten Maustaste auf Prüfpunkt 2 und wählen "Anwenden" aus dem Menü. Die aktive Markierung "Jetzt" des virtuellen Servers zeigt den Status des virtuellen Servers an. Durch das Anwenden von Prüfpunkt 2 wird das "Jetzt" vor Prüfpunkt 3 geschoben. Sie können Prüfpunkt 3 nun löschen, wenn Sie diesen nicht mehr benötigen. Durch das Löschen wird er nicht mehr mit dem virtuellen Server zusammengeführt, da sich der Status "Jetzt" oberhalb des Prüfpunkts befindet.

Löschen Sie Prüfpunkt 3 aber ohne dass Sie Prüfpunkt 2 anwenden, werden alle Änderungen aus Prüfpunkt 3 in Prüfpunkt 2 übertragen. Erst dann löscht der Server Prüfpunkt 3. Prüfpunkte können Sie natürlich auch in der PowerShell löschen. Wollen Sie zum Beispiel Snapshots einer bestimmten VM löschen, nutzen Sie den Namen, auf Wunsch auch mit Platzhalter:
Get-VM TestVM | Remove-VMSnapshot –Name Experiment*
Sie können Snapshots aber auch auf Basis der Erstellungszeit löschen. Wollen Sie alle Snapshots entfernen, die älter als 90 Tage sind, nutzen Sie
Get-VMSnapshot -VMName TestVM | Where-Object {$_.CreationTime -lt 
(Get-Date).AddDays(-90) } | Remove-VMSnapshot
Seite 2: Sonderfall Hyper-V-Cluster


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18.02.2019/ln/Thomas Joos

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