Fachartikel

Multicloud-Umgebungen unter einen Hut bringen

Lange Jahre war Deutschland ein hartes Pflaster für Cloudanbieter. AWS, GPC, Azure und Co. hatten Mühe, die Unternehmen im Land von den Vorteilen ihrer Angebote zu überzeugen. Groß war die Skepsis in Sachen Sicherheit, Kostenkontrolle und Vendor-Lock-in. Dies hat sich stark gewandelt, und Multicloud-Umgebungen sind im Kommen. Diese aber bringen auch neue Herausforderungen mit sich – vor allem in Sachen Komplexität und Management.
Das Management mehrerer Clouds lässt sich durch Cloud-Networking-Tools erleichtern.
Von der Multicloud ist die Rede, wenn Unternehmen die Dienste von mehr als einem Public-Cloud-Provider in Anspruch nehmen. Dieser Trend hat sich aus der Tatsache ergeben, dass die Cloudressourcen der großen Provider unterschiedlich geeignet sind für bestimmte Anwendungen, Daten und Workloads. Die Multicloud versprich eine maßgeschneiderte, kosteneffiziente Cloudumgebung für jedes Unternehmen.

Vor allem größere Organisationen suchen bei verschiedenen Anbietern gezielt nach den optimalen Clouddiensten für ihre Workloads. Eine große Handelsfirma betreibt beispielsweise virtuelle Netzwerke für ihr E-Commerce-Geschäft bei AWS. Sie nutzt parallel dazu Microsoft 365 als Office-Werkzeug und das Azure Active Directory für die Identitäts- und Zugriffsverwaltung. Möglicherweise kommt auch die Google Cloud Platform (GCP) zum Einsatz, um bestimmte KI-Anwendungen zu betreiben und große Datenmengen auszuwerten.

Oft werden Unternehmen jedoch ohne spezielle Strategie dahinter mit der Zeit zu Multicloud-Nutzern. Der Bedarf für die Multicloud ergibt sich eher schleichend. Das Geschäft bestimmt die Anzahl und Art der Clouds, die Unternehmen nutzen, nicht die IT. Der Bedarf an Multicloud-Netzwerken entsteht aus vielerlei Gründen: neue Kundenanforderungen, Integrationsbedarf aufgrund von Fusionen und Übernahmen oder einfach, weil einige Anwendungen in einer Cloud besser funktionieren als in einer anderen.

Herausforderungen der Multicloud
Inmitten der Multicloud-Euphorie können sich Unternehmen aber auch damit schwertun, die Vorteile dieses Modells auszuschöpfen. Mitunter haben sie dann mit Schatten-IT, fehlendem technischen Know-how, inkonsistenter Sicherheit und schlechter betrieblicher Performance zu kämpfen. Neben den potenziell erheblichen Vorteilen der Multicloud gilt es daher auch die Herausforderungen zu bedenken.

Mit jeder zusätzlichen Cloudplattform in der Infrastruktur sind Prozesse und Tools verbunden, für die spezifisches Know-how erforderlich ist. Multicloud-Netzwerke können sich auf den Unternehmenserfolg auswirken, Prozesse verlangsamen und Sicherheitslücken schaffen. Wenn ein Unternehmen auf verschiedene Public-Cloud-Umgebungen umsteigt, müssen Netzwerktechniker und -architekten besondere Fähigkeiten einbringen. Cloud-Networking geht jedoch über die reine Verbindung zur Cloud hinaus. Hier ist Expertise gefragt, sei es um Infrastructure-as-Code einzubeziehen oder mit Anwendungsteams zusammenzuarbeiten.

Die Lösung liegt in einer Multicloud-Networking-Plattform. Damit gelingt es, interne Kompetenzlücken zu schließen und das Ressourcenmanagement zu verbessern. Die Gefährdung durch potenzielle Sicherheitsrisiken lässt sich reduzieren, während das IT-Team Zeit für wichtigere Aufgaben gewinnt. Hierzu gilt es die betriebliche Sichtbarkeit und Kontrolle zu maximieren. Funktionen für Sichtbarkeit und Fehlerbehebung, ermöglichen es, eng mit den Anwendungsteams zusammenzuarbeiten, um die mittlere Zeit bis zur Lösung eines Problems drastisch zu verkürzen.

Sichtbarkeit über Plattformen hinweg
Eine konsistente Betriebssichtbarkeit für alle Cloudplattformen sorgt im Idealfall dafür, dass keine separaten Supportteams nötig sind, die auf die einzelnen Cloudumgebungen spezialisiert sind. Ein rollenbasierter Zugang für den First-Level-Support ermöglicht die Fehlersuche und die zur Problembehebung erforderlichen Kontrollen. Ziel muss es generell sein, die Multicloud-Umgebung zu vereinfachen und zu automatisieren. Hierbei hilft eine Plattform, die es erlaubt, die Komplexität zu abstrahieren, ein gemeinsames wiederholbares Design für alle genutzten Cloudumgebungen zu verwenden und alles zu automatisieren.

Die Cloudspezialisten im Unternehmen sollten zudem das Compliance-Team frühzeitig einbinden und zeigen, dass die Cloudarchitektur eine Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zum Schutz von Daten in Bewegung bietet. Sicherheitsverantwortliche sollten wissen, dass Verbindungsrichtlinien für eine sichere, cloudübergreifende Netzwerksegmentierung sorgen. Die Automatisierung von Infrastructure-as-Code verhindert menschliche Konfigurationsfehler, die in der Vergangenheit zu Problemen geführt haben.



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9.02.2022/ln/Steve Mullaney, Präsident und CEO von Aviatrix

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