Vodafone-Peering nur noch über Inter.link

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Vodafone-Peering nur noch über Inter.link

07.11.2025 - 09:49
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Vodafone will seine europäischen Netze künftig über automatisierte Direktverbindungen statt über öffentliche Internetknoten verknüpfen. Partner ist das Berliner Unternehmen Inter.link. Der Schritt verspricht Effizienz – wirft aber auch Fragen nach Transparenz, Netzneutralität und den Folgen für das offene Internet auf.

Der Telekommunikationskonzern Vodafone hat den deutschen Netzbetreiber Inter.link beauftragt, eine automatisierte Infrastruktur für den Datenaustausch zwischen seinen europäischen Netzen und denen anderer Anbieter bereitzustellen. Ziel ist es, den Datenverkehr zwischen Mobilfunk-, Festnetz- und Drittanbietern effizienter zu bündeln und die bisher genutzten öffentlichen Peering-Punkte schrittweise abzulösen. Inter.link stellt dafür ein Backbone mit Übertragungsraten von bis zu 400 GBit/s bereit.

Technisch basiert das Vorhaben auf Inter.links System "FlexPeer", das herkömmliche Internetknoten durch virtuelle Verbindungen ersetzt. Diese erlauben es Providern, mehrere Standorte über eine einzige Layer-2-Verbindung zu koppeln und die Bandbreite flexibel an das tatsächliche Verkehrsaufkommen anzupassen. Laut Vodafone sollen damit Kosten, Planungsaufwand und Latenz reduziert werden. Bis Ende 2025 will das Unternehmen in Deutschland sämtliche bestehenden Verbindungen von klassischen Internet Exchanges auf die neue Plattform migrieren.

Kritisch sehen Branchenbeobachter, dass Vodafone sich damit aus dem offenen Peering-Ökosystem zurückzieht, das auf neutralen Knotenpunkten den gleichberechtigten Datenaustausch zwischen Netzbetreibern ermöglicht. Durch den Wechsel auf private, automatisierte Schnittstellen könnte die Transparenz sinken, während kleinere Anbieter und Content-Provider möglicherweise höhere Einstiegshürden vorfinden. Langfristig könnte dies die Vielfalt und Offenheit der europäischen Internetinfrastruktur beeinträchtigen.

Vodafone betont hingegen, dass das neue Modell vor allem auf Effizienz und Ausfallsicherheit ziele. Durch die Automatisierung ließen sich Kapazitäten schneller bereitstellen, und die Interkonnektivität zwischen Netzen unterschiedlicher Größenordnungen werde vereinfacht. Die Lösung solle zudem für alle Partner offenstehen, die sich an die technischen Standards von Inter.link anlehnen.