Windows Server 2025 erhält native NVMe-Unterstützung
Mit Windows Server 2025 führt Microsoft eine native Unterstützung für NVMe-Speicher ein. Die Überarbeitung des Storage-Stacks soll deutlich mehr Leistung, geringere Latenzen und eine effizientere CPU-Nutzung ermöglichen – insbesondere für anspruchsvolle Enterprise-Workloads.
Microsoft hat mit Windows Server 2025 eine native NVMe-Unterstützung eingeführt, die einen grundlegenden Wandel in der Speicherarchitektur des Betriebssystems markiert. Statt moderne NVMe-SSDs weiterhin über den historisch gewachsenen SCSI-Stack anzubinden, setzt Windows Server nun auf einen speziell für Flash-Speicher entwickelten I/O-Pfad.
Aktivierung per PowerShell und GPO
Die neue Funktion ist seit dem aktuellen kumulativen Update allgemein verfügbar, allerdings standardmäßig deaktiviert und muss aktiv freigeschaltet werden. Administratoren können das Feature per PowerShell einschalten, indem sie folgenden Registry-Eintrag setzen:
reg add HKEY_LOCAL_MACHINE\SYSTEM\CurrentControlSet\Policies\Microsoft\FeatureManagement\Overrides /v 1176759950 /t REG_DWORD /d 1 /f
Nach einem Neustart sollte im Geräte-Manager überprüft werden, ob die angeschlossenen NVMe-Laufwerke unter dem Bereich "Storage Disks" erscheinen.
Alternativ stellt Microsoft ein Gruppenrichtlinien-MSI bereit, mit dem sich die entsprechende Richtlinie importieren und über den lokalen Gruppenrichtlinien-Editor aktivieren lässt. Die Richtlinie findet sich unter "Local Computer Policy / Computer Configuration / Administrative Templates / KB5066835 Feature Preview". Microsoft empfiehlt, die Umstellung zunächst in einer Testumgebung vorzunehmen und die tatsächlichen Leistungsgewinne anschließend mit Tools wie Performance Monitor, Windows Admin Center oder DiskSpd gezielt zu messen.
Verzicht auf Protokollübersetzung
Hintergrund der Neuerung ist die zunehmende Leistungsfähigkeit moderner NVMe-Hardware. Aktuelle Enterprise-SSDs erreichen mehrere Millionen IOPS, während der klassische SCSI-basierte Ansatz mit seinem Single-Queue-Modell ursprünglich für rotierende Datenträger konzipiert wurde. NVMe hingegen unterstützt zehntausende parallele Queues mit jeweils zehntausenden Kommandos. Durch den Wegfall der Protokollübersetzung reduziert Windows Server 2025 laut Microsoft sowohl den Verwaltungsaufwand im Kernel als auch die I/O-Latenzen deutlich.
Interne Leistungstests zeigen spürbare Effekte: In synthetischen Benchmarks mit 4K-Random-Reads auf NTFS-Volumes wurden im Vergleich zu Windows Server 2022 bis zu rund 80 Prozent mehr IOPS sowie eine Reduzierung der CPU-Zyklen pro I/O um etwa 45 Prozent gemessen. Die Tests wurden mit DiskSpd auf einem Dual-Socket-System mit NVMe-Enterprise-SSD durchgeführt. Microsoft weist jedoch darauf hin, dass die tatsächlichen Ergebnisse je nach Hardware, Treiber und Workload variieren können.
Enterprise-Szenarien im Fokus
Besonders profitieren sollen klassische Enterprise-Szenarien. Dazu zählen transaktionsintensive Datenbanken wie SQL Server, virtualisierte Umgebungen mit Hyper-V, performante File-Server sowie Analyse- und KI-Workloads mit hohem I/O-Bedarf. Kürzere Antwortzeiten, schnellere VM-Operationen und eine geringere Storage-Last auf der CPU sollen sich dabei nicht nur in Benchmarks, sondern auch im produktiven Betrieb bemerkbar machen.
Für die Nutzung der nativen NVMe-Unterstützung sind NVMe-Geräte erforderlich, die den in Windows integrierten NVMe-Treiber verwenden. Die Aktivierung erfolgt nach Installation des aktuellen Updates über einen Registry-Eintrag oder per Gruppenrichtlinie. Microsoft empfiehlt, die Leistungsgewinne anschließend mit Bordmitteln wie dem Performance Monitor, dem Windows Admin Center oder eigenen DiskSpd-Tests zu überprüfen. Mit dem neuen Storage-Stack positioniert sich Windows Server 2025 klar für kommende Generationen von Hochleistungs-SSDs und datenintensive Anwendungen.