Wire Bund wird VS-NfD-tauglich

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Wire Bund wird VS-NfD-tauglich

27.04.2026 - 15:57
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Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik hat dem Messenger Wire Bund die offizielle Zulassung für die Verarbeitung von VS-NfD-eingestuften Daten erteilt. Damit öffnet sich für den Anbieter eine wichtige Tür in die deutsche Bundesverwaltung.

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) hat dem Messenger-Dienst Wire Bund die Zulassung erteilt, Daten mit der Einstufung "VS-NUR FÜR DEN DIENSTGEBRAUCH" (VS-NfD) zu verarbeiten und zu übertragen. Die Entscheidung fiel am 27. April 2026 und gilt laut BSI bis Ende 2028. Damit kann Wire Bund künftig in deutschen Bundesbehörden eingesetzt werden, um intern behördlich eingestufte Kommunikation abzuwickeln – innerhalb der jeweiligen Eigeninfrastruktur der Institutionen.

Erhebliche Anforderungen an Systeme

Der Geheimhaltungsgrad VS-NfD ist zwar die niedrigste Stufe klassifizierter Informationen im deutschen Behördenwesen, stellt aber dennoch erhebliche Anforderungen an beteiligte Systeme. Informationen dieser Kategorie könnten bei unbefugter Weitergabe dem nationalen Interesse schaden, weshalb das BSI strenge Vorgaben zu Verschlüsselung, Authentifizierung und Systemarchitektur macht. Wire Bund hat diese Anforderungen nach Angaben des BSI erfüllt und sich damit in die Reihe der zugelassenen Anbieter eingereiht.

"Wir müssen in Deutschland digital erfolgreich sein, um digitaler Souveränität näher zu kommen", erklärte Dr. Günther Welsch, Abteilungsleiter für Verschlusssachensicherheit und Kryptographie beim BSI. Er betonte, dass Anbieter gebraucht werden, die die Sicherheits-, Verschlüsselungs- und Authentifizierungsanforderungen des BSI vollständig erfüllen. Auch Wire-Geschäftsführer Benjamin Schilz sieht in der Zulassung einen Schritt in Richtung "echter digitaler Souveränität", die sich laut ihm aus dem Zusammenspiel von zugelassener Software, sicherer Regierungsinfrastruktur und korrekten Betriebsverfahren ergibt.

Post-Quanten-Verfahren fehlen noch

Die Zulassung hat jedoch ein klares Ablaufdatum: Bis Ende 2028 muss Wire nachbessern, unter anderem weil sogenannte Post-Quanten-Verfahren (PQ-Verfahren) derzeit noch fehlen. Diese kryptografischen Methoden sollen Daten künftig auch gegen Angriffe durch Quantencomputer absichern. Das BSI überprüft zugelassene Lösungen regelmäßig neu, um sicherzustellen, dass aktuelle Sicherheitsanforderungen dauerhaft eingehalten werden. Die jetzt erteilte Zulassung ist damit kein Freifahrtschein, sondern ein zeitlich befristetes Startzeichen.

Als Nebeneffekt der Entwicklung und Evaluierung für Wire Bund sind laut Unternehmen sicherheitstechnische Verbesserungen in die gemeinsame Technologiebasis eingeflossen, von der auch andere Wire-Produkte profitieren können. Für die deutsche Bundesverwaltung bedeutet die Zulassung eine neue Option bei der Auswahl behördentauglicher Kommunikationslösungen – in einem Markt, in dem digitale Souveränität zunehmend als strategisches Ziel gilt.

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