Grundlagen

Software-defined Networking

Der Informationsfluss im Netzwerk ist die Lebensader eines Unternehmens. Die Informationen müssen ungestört fließen und gleichzeitig kontrolliert und überwacht werden, um die Sicherheit und Integrität zu gewährleisten. Dabei haben sich die Anwendungen deutlich weiterentwickelt – von E-Mail, Drucken und Datei-Übertragungen hin zu zeitkritischen Video- und Audio-Übertragungen seit in Unternehmen IP-Netze die zentrale Rolle eingenommen haben.
Althergebrachte LANs erfüllen moderne Anforderungen nicht

Solche IP-basierten Netzwerke lassen sich erweitern, indem zusätzliche Knoten angeschlossen werden, die eintreffende Pakete zu einem sinnvollen nächsten Knoten weiterleiten und dabei keinen detaillierten Blick auf die gesamte Netzstruktur benötigen. Das bedeutet aber auch, dass es nicht möglich ist, eine Komponente an einer anderen Stelle im Netz anzuschließen, denn sie würde ihre Pakete nicht mehr erhalten. Die Identität einer Netzwerkkomponente ergibt sich aus ihrer Position im Netzwerk. Außerdem ist es mit dieser Struktur kaum möglich, der Komponente bestimmte Eigenschaften zuzuordnen, wie logische Gruppierung, Zugriffskontrolle, Quality of Service, eine spezifische Verarbeitung von Daten vor der Zustellung oder auch Kontextinformationen zu Datenströmen, die über den Inhalt des einzelnen Pakets hinausgehen.

Netzwerk als Software

Software-defined Networking (SDN) ermöglicht Netzwerkadministratoren, das Netzwerk einfacher zu verwalten, indem es die unteren Funktionsebenen in virtuelle Dienste abstrahiert und so die manuelle Hardware-Konfiguration entfällt. Besonders wichtig ist in virtualisierten Infrastrukturen, bei denen zunehmend virtuelle Systeme erstellt und konfiguriert werden müssen sowie zugehörige Firewall-Regeln und Netzwerkadressen generiert werden müssen. SDN strebt an, die erforderlichen Netzwerkkonfigurationen vergleichbar automatisiert auszurollen wie virtuelle Systeme und den Netzwerkadministratoren eine programmierbare, zentrale Steuerung des Netzwerkverkehrs, ohne manuell Zugriff auf die einzelnen physischen Netzwerkkomponenten.

SDN entkoppelt das System, das entscheidet, wohin die Daten geschickt werden (Control-Plane) vom darunterliegenden System, das die Daten zum ausgewählten Bestimmungsort weiterleitet (Data-Plane). SDN unterstützt somit die hohe Dynamik bei der Verlagerung mehr oder weniger stark genutzter Systeme auf jeweils passende Hardware-Ressourcen: IT-Verantwortliche müssen nicht jedes Mal manuell Switche konfigurieren, um die vereinbarten Policys einzuhalten. Vielmehr erfolgen die Anpassungen von Routing- und Firewall-Regeln, Bandbreitenzuteilungen et cetera automatisiert und zentralisiert, während die dezentralen Hardware-Komponenten nur noch einfache Aufgaben wie die Weiterleitung eines Pakets zum richtigen Port übernehmen.

SDN automatisiert Netzwerkeinstellungen

Die zentrale, software-definierte Steuerung erkennt auch spezifische Kontexte, die an Quelle-Ziel-Beziehungen festzumachen sind. So muss nicht jedes Paket der kompletten Firewall-Prüfung unterzogen werden, wenn frühere, vergleichbare Pakete aus derselben Verbindung die Prüfung bereits bestanden haben. Einen Schritt weiter geht Openflow mit der Standardisierung von Befehlen zur Konfiguration der Data Plane. Das OpenFlow-Protokoll ermöglicht die Entwicklung von Software-Controllern, die das gesamte Netz steuern. Sie können zentralisiert oder verteilt implementiert werden, um über die traditionellen IP-Kernfunktionen eine Ebene zu legen, welche die komplexeren und teilnehmerspezifischen Netzwerkfunktionen verwaltet.

5.05.2015

Nachrichten

GBit-Switche mit Cloud-Management [22.05.2017]

LANCOM erweitert sein Portfolio an GBit-Switches. Der GS-2328, GS-2328P und der GS-2328F verfügen über je 28 Ports und ergänzen das bestehende Angebot von acht bis 52-Port Switche um drei Fully-Managed-GBit-Geräte. Verwalten lassen sich alle drei Geräte optional über die LANCOM-Cloud. [mehr]

Aufgebohrtes Endgerätemanagement [17.05.2017]

Ruckus Wireless gibt die Einführung von Version 3.5 seines 'SmartZone'-Betriebssystems bekannt. Das neue Release versorgt das eigene Controller-Portfolio, darunter beispielsweise die ebenfalls neue, hochskalierbare Steuerungs- und Verwaltungs-Appliance 'SmartZone 300'. Mehr als 30 neue Funktionen sollen die End-User-Erfahrung verbessern. [mehr]

Weiser Analysator [15.05.2017]

Flexibel gestapelt [9.05.2017]

Tipps & Tools

Kostenloses Ticket für Deutsche OpenStack Tage [8.05.2017]

Am 27. und 28. Juni finden im Hotel Leonardo Royal in München die 'Deutschen OpenStack Tage' statt. Die Veranstaltung richtet sich an Entwickler, Administratoren wie auch Entscheider und bietet die Gelegenheit, sich über die neuesten Entwicklungen und Praxislösungen rund um die Cloud-Computing-Software auszutauschen. IT-Administrator verlost ein Ticket für beide Veranstaltungstage im Wert von 750 Euro, das die Abendveranstaltung am ersten Tag umfasst. [mehr]

Sicheres Aufladen [29.04.2017]

In vielen Situationen muss das Smartphone an ungewohnten Orten wie dem Meeting-Raum, beim Kunden oder am Flughafen aufgeladen werden. Dabei treten je nach Lage der Steckdosen zwei Probleme auf. Einerseits kann das Ladekabel zur Stolperfalle werden oder das teuere Gerät muss ungeschützt auf dem Boden liegen. Mit dem praktischen Gadget der 'Load-Ding'-Ladeschale haben sie beim Fremdladen alles im Griff und das Smartphone sicher untergebracht. [mehr]

Buchbesprechung

Datenschutz-Grundverordnung

von Niko Härting

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