Grundlagen

Backup

In unserer Online-Rubrik "Was ist was?" erklären wir wichtige Aufgaben und Technologien aus dem Arbeitsalltag eines Netzwerk- und Systemadministrators. In dieser Rubrik erfahren Sie anhand prägnanter Erklärungen zu den wichtigsten Begriffen des jeweiligen Themenfeldes Hintergründe und Zusammenhänge in kompakter, praxisnaher Form.

Als Backup wird die Sicherung von Daten auf ein zweites Speichermedium beziehungsweise an einen zweiten Ort bezeichnet. Die Kopie von Daten im Sinne eines Backup erfolgt als Schutz vor Beschädigung oder Verlust wichtiger Daten. Die Umkehrung des Backup-Prozesses wird als Restore, Rücksicherung oder Wiederherstellung bezeichnet.
Sicherungsarten
Je nach Umfang des zu sichernden Datenvolumens beziehungsweise dem Umfang der Änderungen an den Daten in Bezug zur letzten Sicherung kommen in der Praxis verschiedene Sicherungsarten zum Einsatz. Bei einer Volldatensicherung werden die zu sichernden Daten bei jedem Backup-Vorgang komplett neu auf das Sicherungsmedium übertragen. Bei einem differenziellen Datensicherungsvorgang werden alle Änderungen seit der letzten Volldatensicherung übertragen. Eine inkrementelle Sicherung speichert alle Änderungen seit der letzten (inkrementellen) Sicherung. Die letztgenannten Sicherungsarten setzen eine Volldatensicherung voraus.

Backup-Medien
Am Zielspeicherort des Backups (Backup-Medium) stehen unterschiedliche Technologien für die Datensicherung bereit. Als Tape (Band, Bandmedium) wird ein mit Magnetpartikeln beschichtetes Zelluloid-Band bezeichnet. Tape ist ein sehr schnelles Speichermedium, so lassen sich heute mit LTO-4 komprimierte Daten mit 240 MByte/s schreiben. Zudem verfügt Tape über die höchste Speicherkapazität (mit LTO-4 zwischen 800 bis 1.600 GByte auf einer Cartridge). Zu unterscheiden sind Zweispulenbändern (Kassette) und Einspulenbändern (Cartridge).

Ein Disk Array ist ein Gerät, welches mehrere Festplatten beinhaltet und diese Servern zur Verfügung stellt und so als Ziel für ein Backup dient. Derartige Geräte (auch NAS oder Filer) zeichnen sich durch eine eigenständige Verwaltung (Betriebssystem, Managementsoftware) aus.

Eine Virtual Tape Library (VTL) emuliert auf Basis der Virtualisierung Magnetbänder und Tape-Laufwerke in einem Disk Array. Bei der Datensicherung schreibt die VTL die Daten auf virtuelle Bänder (Tapes), die auf Festplatten emuliert werden. Eine VTL lässt sich in ein SAN integrieren und mit einem Backup-Server verbinden, welcher die Ressourcen einem realem Bandlaufwerk entsprechend steuert.

Sicherheit der Backup-Daten
Ein Begriff, der oft im Zusammenhang mit Datensicherung und / oder Backup fällt, ist RAID. Als RAID werden Technologien bezeichnet, die eine Zusammenfassung von Festplatten zu einem größeren, meist ausfallsicheren Speichersystem erlauben. RAID bezeichnet also keinen Vorgang des eigentlichen Backup, sondern beschreibt die Ausfallsicherheit des Zielsystems. Die Art der Aufteilung der Daten auf die Festplatten werden als RAID-Level bezeichnet.

Verringerung des Datenvolumens beim Backup
Kommt bei einem Backup eine Deduplizierung zum Einsatz, so beschreibt dies Verfahren und / oder Geräte, die mehrfach und identisch in einer Datenmenge enthaltene Daten durch Metadaten ersetzen und somit für einen geringeren Speicherbedarf am Backup-Zielort sorgen. Komprimierung (Datenkompression) hingegen bezeichnet ein Verfahren, den Speicherplatz-Bedarf einzelner Dateien zu reduzieren, indem beispielsweise sich wiederholende Zeichenfolgen verkürzt werden.
20.07.2009/jp

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